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Vor einiger Zeit besuchte ich die Donatello Ausstellung in Berlin. Aus Museen in Florenz und London hatten die Kurator*innen Neville Rowley und Dagmar Korbacher Werke des Renaissance-Künstlers zusammengetragen und mit Stücken der eigenen Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in spannungsvolle Beziehungen gesetzt. Reizvoll werden solche Ausstellungen, wenn es gelingt, die mehr oder weniger stark ausgeprägte Zufälligkeit der Sammlung - ob nun Sammlungsstrategie, Glücksfälle der Geschichte oder dunklere Motive ausschlaggebender sind ist hier nicht von Belang - durch Werke im Besitz anderer Häuser zu kontextualisieren, zu kontrastieren und den Betrachtenden neue Perspektiven auf scheinbar im Bildungskanon verankertes Wissen zu ermöglichen. Hierfür sind natürlich fundiertes Wissen auf der Seite der Kurator*innen, Verhandlungsgeschick bei den Kooperationsvereinbarungen, jedoch auch mehr und mehr eine gute Datenlage erforderlich. 

Diese “gute Datenlage” erlaubt ein Stück weit auch eine Demokratisierung des kulturellen Erbes, vorausgesetzt sie ist auch allen zugänglich und verständlich. Dafür stehen die FAIR data principles. Gleichzeitig eröffnen sich auch für Museen und Sammlungen mit dieser verbesserten Datenqualität der Metadaten zu den Objekten neue Potentiale für die Sichtbarmachung der eigenen Arbeit. Für die Datenqualität und Vernetzung von Objekten des kulturellen Erbes ist es von zentraler Bedeutung, Personen, Ereignisse, Orte und ähnliche Entitäten eindeutig referenzieren zu können. Kontrollierte Vokabulare und Normdaten wie z.B. die Gemeinsame Normdatei (GND) erfüllen hier eine wichtige Funktion, denn mit einheitlichen Referenzen lässt sich ein gemeinsamer semantischer Datenraum zu den Objekten realisieren.

Die Davidsfigur ist ein wiederkehrendes Moitiv in Donatellos Werk. Normdaten helfen das David-Motiv über Sammlungen und Quellen hinweg aufzustöbern. Public domain via Wikimedia Commons

Einheitliche Referenzen ergeben sich aus der Verwendung klar definierter und abgegrenzter Begriffe und Konzepte, auf die mit eindeutigen, stabilen Identifikatoren (IDs) verwiesen werden kann. Museen, Sammlungen und Fachcommunities entwickeln und verwenden hierfür eigene Thesauri, gemeinsam entwickelte und publizierte Vokabulare oder Standards wie den Arts and Architecture-Thesaurus (AAT). Im Idealfall stehen die Vokabulare allen Interessierten als offene und frei nutzbare Linked Data zur Verfügung. Ein solches offenes, frei verfügbares, nach wissenschaftlichen Kriterien kuratiertes Vokabular mit einer breiten Nutzung in Bibliotheken, Archiven, Sammlungen und Museen ist die Gemeinsame Normdatei. Die GND bietet zuverlässige, persistente und frei verfügbare IDs zu Personen, Institutionen, Orten, Schlagwörtern und Werken. Mit der Öffnung der GND für den Kulturerbe- und Wissenschaftsbereich ist der Wunsch verbunden, diese dabei zu unterstützen, die GND zu nutzen und an ihr mitzuarbeiten.

Nach Foren für die Perfoming Arts, die text- und sprachbasierten Wissenschaften von Text+, für Archive und für die Bauwerke Community im letzten Jahr setzen wir 

am Montag den 6. März von 10:00 bis 16:00 Uhr

online

das Format mit dem "GND-Forum Museen und Sammlungen“ fort. Es soll Chancen, Möglichkeiten und Erfordernisse der GND für Museen und Sammlungen ausloten.

Die Veranstaltung ist wie immer kostenlos und steht allen Interessierten offen. Klicken Sie bitte auf den pinken Button, um sich anzumelden. Mehr Information zum Programm finden Sie auf unserer Website.

Zur Anmeldung für das GND Forum Museen und Sammlungen bitte auf den Button klicken.

Die Hashtags zur Veranstaltung lauten:

#GNDForum

#Museum

#GNDForumMuseum

Die Zeit ist ein seltsames Phänomen. Einerseits läuft sie akribisch genormt und unerbittlich ab. Andererseits machen wir alle die Erfahrung, dass zum Jahresende die Zeit irgendwie verrückt spielt. Sie läuft sozusagen zugleich zu langsam – die Tage sind übervoll mit ellenlangen To Do Listen und Terminen. Was letzte Woche war, liegt gefühlt Monate zurück. Gleichzeitig viel zu schnell, denn jedes Jahr aufs Neue ist ganz unvermittelt Weihnachten. Dann die ersehnte Winterpause. Letztere dehnt sich, so lange sie im Morgen liegt, gefühlt ewig, daher müssen wir ja unbedingt vorher so viel noch erledigen, klären und fertig machen. Doch schon am Tag des Beginns schnurrt sie zusammen, wie eine trockene Apfelschale. Nach der Pause gewöhnt man sich rasch an die neue Jahreszahl. Alle Daten mit der “2” am Ende sinken in die Vergangenheit ein, bereit vergessen zu werden. 

Halt, möchte man da rufen, da waren doch Momente, die nicht so schnell verblassen sollten. Keine Sorge, dies ist weder der Ort, für berechtigt düstere Jahresrevuen und Previews, noch für langatmige Jahresrückblicke. Stattdessen laden wir Sie ein, auf unsere Imago-Rückblenden zu klicken, so surfen Sie mit uns durch ein paar spezielle Augenblicke des stets unnormalen GND-Jahres.

Und kommen Sie gut rüber, wünscht Ihnen das GND Team.


Mit dem Doppelklick auf das Bild starten Sie die Imago-Rückblende (wink)



Zugleich danken wir allen Partnern, allen Kolleginnen und Kollegen sowie allen anderen, die dazu beigetragen haben, dass das Jahr 2022 wieder ein Gemeinsames Normdateijahr war. Danke!

Worum geht es?

Die Gemeinsame Normdatei (GND) ist ein wichtige Ressource für die semantische Verknüpfung von ganz unterschiedlichen Datenbeständen. In der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur und dort insbesondere innerhalb der geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschung wie auch allgemein im Kulturbereich. Die einschlägigen Konsortien der nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), die neuen GND-Agenturen aber auch die Verbünde selbst, haben daher ein großes Interesse nicht nur mehr Datensätze für die GND zu erschließen, sondern vor allem auch mehr Menschen zu vermitteln, wie man die GND nutzen und wie man bei der GND mitmachen kann. Wissensvermittlung ist das zentrale Stichwort.

Information, Schulungen, Workshops - gemeinsam vorgehen?

Immer wieder wird in Gesprächen mit den Kolleg*innen der Bedarf nach Informationsangeboten, Schulungen und Workshops diskutiert. Insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der Integration neuer Communities, die mit der GND bisher keine Berührungspunkte hatten. Dabei geht es sowohl um die Vermittlung von Kenntnissen, wie man die GND besser nutzen kann – Recherche, Abgleich, Verknüpfung mit den eigenen Daten, GND Einführung, Einführung in die GND-Erfassungsregeln – als auch um Schulungen für potenzielle Anwender/innen, die zum Beispiel neue GND Datensätze anlegen, die Webformulare nutzen oder wissen wollen, wie sie ihre Bedarfe an das Regelwerk adressieren können  – Beteiligungswege, Eignungskriterien. Es soll aber auch allgemein um Meta- und Normdaten gehen, denn auch hier bestehen Informationslücken. In dem Designworkshop haben wir uns gemeinsam überlegt, wie ein modularer Baukasten von Informationsmaterial, Workshops und Schulungen zum Community-Empowerment aussehen könnte und welche Teile sich zum Selbststudium eignen.


Wer war dabei?


Wichtig ist dabei, die spezifischen Bedingungen in den jeweiligen Datendomänen zu berücksichtigen. Um dem gerecht zu werden und um eine möglichst breite Perspektive auf die Problemstellung zu gewinnen, haben wir vier Zielgruppen als Experten angesprochen. Es waren sowohl erfahrene GND-Trainer*innen aus den GND-Redaktionen eingeladen, als auch Mitarbeitende aus den neu gegründeten GND-Agenturen im DFG-Projekt GND4C. Sie brachten ihre Erfahrungen aus Denkmalpflege, Museum und Archiv ein. Deren Sicht ergänzten wiederum die Beiträge der Kolleg*innen aus NFDI4Culture und Text+, die die Bedarfe der Forschung repräsentierten. Vor diesem zum Teil sehr unterschiedlichen Erfahrungshorizont wollten wir eine Grundlage für ein konzertiertes Vorgehen schaffen. Insgesamt beteiligten sich gut zwei Dutzend Menschen an der Schaffung eines gemeinsamen Bildes, wie wir künftig gemeinsam und effektiver Wissensvermittlung für die GND-Community stemmen können.


Die Fragen… und einige Ergebnisse


In gut zwei Stunden haben wir uns intensiv mit folgenden Fragen befasst:


  • Wie stellen wir uns die Angebotspalette grundsätzlich vor?

  • Welche Angebote braucht es für welche Zielgruppe?

  • Was sollten wir priorisieren und was können wir leisten?


In schon bewährter Weise bei derartigen Onlineworkshops wechselten Phasen von Arbeit im kleinen Kreis mit der Ergebnissicherung im Plenum ab. Grundsätzlich wurde klar, dass wir ein modulares und zielgruppenorientiertes Angebot ausarbeiten wollen, aber immer auch Fragen des Zeitmanagements (Arbeitszeit als kritische Ressource!) und der Interoperabilität (Anwendbarkeit in verschiedenen Datendomänen) beachtet werden sollten.

Die Beteiligten des Designworkshops zum Community Empowerment am 06. Dezember 2022 online



Ziele für das Community Empowerment

Schulungs- und Wissensmodule können, müssen aber nicht aufeinander aufbauen. Wichtiger schien es uns, festzuhalten, dass wir einen guten und flexiblen Überblick zu den Angeboten machen müssen. Hier schienen uns Userstories, bzw. Anwendungsszenarien hilfreich. Die Entwicklung von Personas im eigentlichen Sinne wurde eher zurückgestellt, solange es gelänge, die unterschiedlichen Zielgruppen wie GND-ID Nachnutzende (User) von GND-Anwender*innen (GND Datensatz Editoren) zu differenzieren. Diskutiert wurde auch, ob es leistbar sei, innerhalb eines Formats - zum Beispiel eine Handreichung - einen bestimmten einheitlichen Standard zur Anwendung zu bringen, der die Orientierung für die Leser*innen erleichtert. Doch letztlich bestimmen die zu vermittelnden Inhalte die anzuwendende Vermittlungsmethode, daher kann es kein einheitliches Format für alle Fragestellungen geben: Form follows Function.

Neben den Ideen, was inhaltlich wem vermittelt werden sollte, notierten wir auch Impulse für technische Anpassungen, die die Mitarbeit in der GND erleichtern sollen. Das Spektrum reicht hier vom GND-Inkubator als eine Art redaktioneller Vorraum für neue GND-Datensätze bis zur Forderung nach Webformularen für alle GND-Entitäten. Diese Diskussion sollte jedoch an anderer Stelle vertieft werden.


Einen ersten Eindruck der Ideenvielfalt zu Angeboten und Konzepten aus der Perspektive der User*innen (blaue Post-its), Editor*innen bzw. Anwender*innen (rote Post-its) und der Anbieter*innen der Schulungen und Infomaterialien (orangene Post-its) vermittelt der Screenshot der Synopsis aus drei Arbeitsgruppen.

Angesichts der Komplexität der Materie überrascht sicher nicht das Nebeneinander von sehr unterschiedlichen Anregungen, wie eine gute Antwort auf die Frage ”Was leistet die GND und was nicht?” oder eine Anleitung zum GND-Explorer, oder dass gefordert wird knapp und konzise zu vermitteln, wie man sich in einer “Schritt für Schritt”-Anleitung für die Mitarbeit in der GND rüstet, bis hin zu dem Wunsch nach einer transparenten Darstellung der redaktionellen und technischen Workflows in einer GND-Agentur. Die genannten Bedarfe sind divers, komplex und zum Teil sehr fragmentiert. Deutlich wird hingegen mittels der Sammlung auch in diesem Kreis, dass einerseits die vorhandenen Informationsangebote, sei es über die GND.network Seite oder über die entsprechenden Wikiseiten zur GND-Anwendung noch nicht bekannt genug sind, und andererseits, dass wir arbeitsteilig und priorisiert arbeiten müssen, um vor dem Umfang der Aufgabe nicht zu verzagen.

Im Abschnitt zu den Ergebnissen des Workshops werden wir dann die Ideen herausstellen, die als erste angegangen werden sollen.




Abbildung: Screenshot des Jamboards


Zum Abschluss des Input-Sammelns ging es um Priorisierung und Machbarkeit. Die Größe der Post-its ist willkürlich und hat keine semantische Bedeutung. Wenn man die Antworten liest, merkt man schnell, wie unterschiedlich die Fragen aufgefasst wurden. Aber dennoch, gewisse gemeinsame Linien schälen sich heraus. In der Auswertung überlegten wir daher, welche Angebote in den Fokus rücken, wenn wir versuchen, alle vier Fragen zugleich anzuwenden. Letztlich ist solch ein Auswertungsergebnis stets dem Augenblick geschuldet und keineswegs zu einem anderen Zeitpunkt dasselbe.

Was ist herausgekommen?

Konsens herrschte hinsichtlich der Modularität der Angebote in der Wissensvermittlung in Bezug auf die Nutzung und Anwendung der GND. Wichtiger als ein einheitliches Erscheinungsbild erscheint den Teilnehmenden des Workshops die leichte Auffindbarkeit der Angebote, gegebenenfalls gelingt es, ein gemeinsames Verzeichnis zu erstellen. Publiziertes Material aller beteiligten Partner kann natürlich auf die GND.network Seite eingestellt werden, sobald es frei lizenziert ist. Ebenso bieten die Agenturen und die NFDI-Sektionen Training & Education, Meta(daten), Terminologien, Provenienz und die Working Group Cookbooks, Guidance and Best Practice Gelegenheiten zur Distribution. Die Wahl des Mediums, des Formats und der jeweiligen Vermittlungsmethodik hänge sehr von den Inhalten ab und bedingt damit ein ebenso diverses wie auch differenziertes Angebot. Als wichtig wurde erachtet, mittels “Erfolgsstories” zur GND-Nutzung zu motivieren. Solche Narrative vorzulegen, wäre daher ein Anfang. Entscheidend sei zudem die Koordination und Vernetzung der diversen Anbieter auch über den Kreis der Anwesenden hinaus. Einig war man sich in dem Punkt zunächst die Zielgruppe der GND-Nutzenden aus den Geisteswissenschaften und dem Kulturbereich in den Blick zu nehmen, die anders als die bibliothekarische Zielgruppe anzusprechen sind, die meist schon zur Zielgruppe der GND-Anwender*innen gehören. Mit Spannung erwarten wir den  Infoclip von NFDI4Culture zur Frage “Was sind Normdaten”, der im Januar veröffentlicht werden soll. Große Priorität wurde einem Angebot eingeräumt, das ansprechend und zielgruppengerecht erläutert, wie man GND-IDs recherchiert. Als mögliches Format bietet sich hier eine Reihe in kurzen E-Lectures an zu den verschiedenen Rechercheoberflächen oder Tools. Wo es sinnvoll ist, wolle man versuchen, innerhalb eines Formats Einheitlichkeit walten zu lassen, um den Adressaten die Nutzung zu erleichtern. Als Richtschnur gilt jedoch das Keep It Simple Prinzip, d.h. lieber mit Open Source und Bordmitteln Angebote schnell auf den Markt bringen, als lange Produktionswege in Kauf zu nehmen.

Wie geht es weiter?

Die Gruppe will weiterhin im Austausch bleiben. Um die gemeinsame Arbeit besser zu koordinieren, soll eine Customer Journey entwickelt werden, die den roten Faden für die Angebotsentwicklung bilden könnte. Mit diesem To Do beginnen wir das neue Jahr.  Mit der GND und den im Aufbau befindlichen GND-Agenturen (bspw. in den NFDI-Konsortien) ist eine gewisse institutionelle Struktur bereits gegeben und wir haben damit eine gute Voraussetzung das Community Empowerment in unserem jeweiligen Kontext aktiv vorantreiben.


Ein kollaborativer Beitrag von Marie Annisius, Stefan Buddenbohm und Barbara Fischer.

Abbildung: Screenshot des Jamboards

Beitrag von Verena Mack (Landesarchiv Baden-Württemberg | GND-Agentur LEO-BW-Regional)

Mit der wachsenden Digitalisierung werden Normdaten in den verschiedensten Bereichen von Kulturerbe und Wissenschaft immer wichtiger, so auch in den Archiven. Sei es für die bessere Vernetzung untereinander in verschiedenen Portalen, wie dem Archivportal-D oder zur besseren Auffindbarkeit für Nutzende im eigenen Online-Findmittel: an Normdaten führt heute kein Weg mehr vorbei. So wächst auch bei den Archiven immer mehr der Wunsch, sich an der GND als Quasi-Standard im DACH-Raum auch mehr aktiv zu beteiligen und mitzuwirken, aber wie? Diesen und anderen Fragestellungen gingen die knapp 100 Teilnehmer:innen des GND-Forum Archiv am 5. Oktober 2022 in Frankfurt am Main nach. Veranstaltet wurde diese Forumsveranstaltung gemeinsam von der Interessengruppe Archiv – Staatliche Archive (KLA), der im Rahmen des DFG geförderten Projekts GND für Kulturdaten – GND4C gegründeten GND-Agentur LEO-BW-Regional sowie der Arbeitsstelle für Standardisierung an der Deutschen Nationalbibliothek.

Im ersten von insgesamt vier Programmblöcken wurden zunächst die vielfältigen Beteiligungswege an der GND samt der Teilnahmemöglichkeit über (neue) Agenturen vorgestellt. Es folgten Werkstatt- und Erfahrungsberichte aus verschiedenen Archiven, vom Deutschen Exilarchiv, über das Deutsche Literaturarchiv Marbach bis hin zu den Staatlichen Archiven Bayerns, über die Arbeit der Häuser mit Normdaten, den damit verbunden Chancen aber auch Hürden. Anschließend wurde rund um die Entitäten "Personen" und "Geografika" sowie die Themen "sachthematische Verschlagwortung mit GND-Sachbegriffen" und "Ziele und Zusammenarbeit der Archive im GND-Netzwerk" in kleineren Gruppen über die verschiedenen konkreten Anforderungen und Bedarfe der Archiv-Community diskutiert. Es hat sich gezeigt, dass schon vieles genutzt werden kann und auch bereits wahrgenommen wird während, aber einige Bedarfe noch weiter spezifiziert und ausgeführt werden müssen. Auch wurde der Wunsch laut, das bibliothekarische und archivische Arbeiten in der Zukunft in der kommenden Zeit noch stärker zu verzahnen und damit schon in der Ausbildung zu beginnen.

In ihrer Vorstellung lud die Interessengruppe Archiv – Staatliche Archive (KLA) dazu ein, diese bislang auf den staatlichen Bereich beschränkte Gruppe zu erweitern und zu einer übergreifenden Gruppe mit Vertreter:innen möglichst vieler Archivsparten aufzubauen. Dafür werden Mitstreiter:innen aus allen archivischen Bereichen gesucht. Um die weitere Vernetzung der Archive in der GND voranzutreiben, soll es im Frühjahr 2023 ein (digitales) Folgetreffen aller Interessierten geben.

Die ausführliche Dokumentation des GND-Forum Archiv ist hier verfügbar.

Credit: Deutsche Nationalbibliothek, CC-BY-SA


Bereits zum vierten Mal in diesem Jahr lädt die Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS) gemeinsam mit ihren Partnern zu einem GND-Forum ein. Diesmal stehen Bauwerke, ihre Daten und deren Standardisierung im Fokus der Auftaktveranstaltung. Bauwerke begleiten Menschen seit Menschengedenken. Doch wie gelingt es uns, unser Wissen um sie möglichst effektiv, umfassend und vernetzt im Netz abzubilden? Wie stellen wir sicher, dass Informationen zu den Bauwerken, ihren Architekt*innen und ihren Standorten einfach gefunden werden und mit Publikationen, Bildern, Fotos, Videos, Kunst- oder Musikwerken und anderen Ressourcen verknüpft werden können? Natürlich liegen bereits viele Informationen digital vor, davon ist Einiges über unterschiedliche Portale und öffentlich zugängliche Datenbanken auch online "greifbar". Doch die Vernetzung der unterschiedlichen Datensammlungen in der Architektur, in der Kunstgeschichte, in der Denkmalpflege und anderen involvierten Einrichtungen steht noch am Anfang. Zum Auftakt des GND-Forum laden daher die Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern (VDL), das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung (HI), die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek, das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg (DDK) und die AfS an der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) zur Diskussion ein, welche Potentiale Standardisierung und die Gemeinsame Normdatei für die Vernetzung von Bauwerksdaten bieten. Gemeinsam mit Menschen der Denkmalpflege, der Architektur, der Kunstgeschichte, Wissenschaftler*innen, Sammler*innen, Archivar*innen, Bibliothekar*innen und Laien wollen wir uns mit folgenden Fragen intensiv befassen:

  • Welche Bedarfe haben wir und mit welchen Barrieren ringen wir? (Frage 1)

  • Sind die neuen Regeln zur Erfassung von Bauwerken in der GND praxistauglicher als zuvor? (Frage 2)

  • Wie gelingt die Koreferenzierung von Fachthesauri in und außerhalb der GND? (Frage 3)

  • Welche Bauwerke sollen in welcher Detailtiefe in der GND erfasst werden und was kann die Community leisten? (Frage 4)

Ausgangspunkt und Anregung für die Diskussionen bieten mehrere Impulsvorträge und Beiträge von führenden Expert*innen des Fachgebiets.

Programm des Tages

(vorbehaltlich Änderungen)

10:00Begrüßung und Kennenlernen
10:20

"Warum sollte man Normdaten verwenden?"

Vortrag von Angela Kailus (DDK)

10:40

"Das Feld auf dem wir uns bewegen"

Beitrag von Ina Blümel (TIB) und Christian Bracht (DDK)

11:10Diskussion in Kleingruppen zur Frage 1
12:00Mittagspause
12:30

"Das GND-Anwendungsprofil Bauwerke: Sammlung bauwerksbezogener Anforderung an die GND  und ihre Übertragung in eine strukturierte Datenbank auf der Basis von Wikibase"

Impuls und Präsentation von Martha Rosenkötter (DDK) und Mathias Manecke (DNB)

13:15Diskussion in Wahlgruppen zu den Fragen 2 - 4
14:30Auswertung und Ausblick
16:00Ende der Veranstaltung


Wir freuen uns auf den intensiven Austausch mit Ihnen! Bitte melden Sie sich bis zum 10.11. 2022 über die Website des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte, Gastgeber der digitalen Veranstaltung, an.


Der Hashtag zur Veranstaltung lautet: #GNDforum

Klicken Sie auf den Anmeldebutton, um sich zur online Veranstaltung am  Montag, den 14. November von 10:00 bis 16:00 Uhr anzumelden. Sie erhalten dann kurz vorher den Link zur Videokonferenz.



 Blogposts zu weiteren GND-Foren

Februar 2022 Wir treffen uns im Forum; zum Format und zum GND-Forum Performing Arts

April 2022 Knoten knüpfen sich nicht von allein, zum GND-Forum Text+

Juli 2022 Den Text- und Sprachforschenden zuhören, Rückblick auf das Forum Text+

August 2022 Keine Knoten ohne Kanten – wie sich Daten und Archive in der GND vernetzen, zum GND-Forum Archiv

September 2022 And the beat goes on - Die Zusammenarbeit von GND und Text+, Ausblick auf weitere Aktionen im GND-Forum Text+

weitere Informationen und Dokumentation auch im Archiv der GND-Website

https://gnd.network/Webs/gnd/DE/Veranstaltungen/Rueckblick/rueckblick_node.html



Mehr als nur ein Bild: das Schloss Pfaueninsel in der Gemeinsamen Normdatei

credit: A.Savin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons



Die Veranstalter



Der GND-Datensatz zur Paulskirche in Frankfurt am Main mit seinen GND-internen Verknüpfungen, screenshot aus dem GND-Explorer

Ein Werkstattbericht




Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Auf den Schreibtischen mehren sich wieder die offenen To-Do-Listen, das erste Jahr Text+ ist schon fast vorbei und in wenigen Tagen trifft sich die Text+ Community analog und vor Ort in Mannheim. Zeit für ein Update aus dem Bereich Text+ und der Gemeinsamen Normdatei (GND). 

Im Juni kamen über hundert Menschen aus allen Arbeitsbereichen von Text+ zur Auftaktveranstaltung des GND Forums Text+ und tauschten sich zu Bedarfen und Barrieren die GND betreffend aus. Die Vorträge zu den Anwendungsmöglichkeiten der GND im Text+ Umfeld und die Impulse aus den Diskussionsrunden sind über die ausführliche Dokumentation zur Veranstaltung online verfügbar. Das GND-Forum Text+ ist der zweite Dialograum, den die Arbeitsstelle für Standardisierung an der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) mit verschiedenen Partnern zum Austausch mit spezifischen Communities eingerichtet hat. Im Januar startete das neue Format mit dem Forum Performing Arts, im Herbst folgen das Forum Archiv und das Forum Bauwerke. Im kommenden Jahr geht es weiter mit dem Forum Museum. Ziel eines jeden GND-Forums ist es, über den Kontext von digitaler Transformation und GND zu informieren, zusammen mit der Community Bedarfe und Barrieren zu identifizieren und gegebenenfalls eine Allianz derjenigen zu schmieden, die sich aktiv in die GND-Arbeit einbringen wollen. Wir starten jeweils mit einer Auftaktveranstaltung und führen dann das GND-Forum in der jeweiligen Community durch Angebote wie Workshops und Schulungen fort oder vertiefen Themen in Arbeitsgruppen.

Auf der Auftaktveranstaltung des GND-Forum Text+ haben wir einerseits mit den Teilnehmenden diskutiert, welche Schwerpunkte wir in den drei Arbeitsfeldern setzen wollen: 

  • Ausbau eines GND Text+-Netzwerks

  • Aufbau einer operativen Infrastruktur für Text+ 

  • Ausbau der technischen Infrastruktur der GND

Hauptziel ist somit die verbesserte Nutzung und Modernisierung der GND aus der Perspektive der text- und sprachbasierten Wissenschaften. Andererseits haben wir vereinbart, den Dialog fortzusetzen und auszubauen. Und genau das tun wir.

Credit: Newton’s cradle by DemonDeLuxe (Dominique Toussaint),
 CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons


Laufende Arbeit und neue Impulse

Der Arbeitsauftrag an Text+ für die mit sprach- und textbasierten Forschungsdaten arbeitenden Geistes- und Kulturwissenschaften eine GND-Agentur Text+ aufzubauen, leitet sich aus dem Arbeitsplan des NFDI-Konsortiums ab und ist eine wesentliche Säule der Normdaten Aktivitäten des Konsortiums. Die Ausgestaltung der GND-Agentur Text+ wird während der Projektlaufzeit im Dialog mit der Community geschehen. Als Community stehen dabei am Anfang vor allem die über die Datendomänen in Text+ repräsentierten Forschenden im Vordergrund: Editionen, Lexikalische Ressourcen sowie Sammlungen. Darüber hinaus sind mittelfristig weitere, nicht direkt mit Text+ verbundene Stakeholder wichtig für die Agentur. Dies werden in erster Linie mit sprach- und textbasierten Forschungsdaten befasste Einrichtungen und Forschende sein, aber auch institutionelle Partner, wie Fachinformationsdienste, Einrichtungen mit einschlägigen Sammlungen sowie andere NFDI-Konsortien.

Strukturen aufbauen

Ein Team an der SUB Göttingen - bestehend aus der Gruppe Metadaten und Datenkonversion sowie der Abteilung Forschung und Entwicklung -  unterstützt durch Kolleg*innen der DNB erarbeitet in der Task Area Infrastructure/Operations unter der Überschrift “GND-Agentur Text+” die Grundlagen für die Schaffung einer operativen Infrastruktur, die die Nutzung der GND und ihre aktive Anwendung für Forschende aus den in Text+ vertretenen Datendomänen erleichtern soll. Konkret bedeutet dies, dass die Kolleg*innen im Austausch mit den Mitarbeitenden in drei ausgewählten Editionsprojekten testen, welche Informationen zur GND, ihren Regeln und ihrer Organisationsstruktur benötigt werden, und wie die Arbeitsprozesse zur Mitarbeit aussehen könnten. Dazu wird bspw. ein Leitfaden für die Erstberatung erstellt, der später für alle Datendomänen des Text+ Konsortiums zur Verfügung steht. Es wird ermittelt, welche der bekannten GND-Satzarten besonders in der Anreicherung der Daten zu den Editionen gefragt sind. Schließlich definieren die SUB- und DNB-Kolleg*innen, wie schlanke Workflows zum Import neuer GND-Datensätze definiert sein könnten.

Ideen aufgreifen

Beim Auftakt im Juni wurden sechs Ideen zu Themen aufgeworfen, die zu einer vertieften Beschäftigung einladen. Ein Thema war der Wunsch nach mehr Mehrsprachigkeit in der GND. Wie kann die Text+ Community hier an bestehende Projekte und Arbeiten des GND-Netzwerkes anknüpfen und mit eigenen Lösungsansätzen beitragen? Ein anderes Thema war der Wunsch nach mehr Sichtbarkeit der eigenen Forschungsdaten mittels der GND. Sowie die Klärung der Grenzen, Relevanz und Granularität der Forschungsdaten im Verhältnis zu den Normdatensätzen in der GND. Die GND hat erst 2020 Eignungskriterien für neue GND-Datensätze formuliert. Danach kann alles ein Normdatensatz werden, was die Community braucht und pflegen kann. Daraus folgt jedoch, dass die Community selbst abwägen muss, wie sie ihre Bedarfe mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen ausbalanciert. Für all diese Themen suchen wir für den Herbst 2022 Interessierte, die die Themen verdichten, diskutieren und erste Ergebnisse zurück in die Community tragen wollen. Wir werden auf Sie zukommen, aber freuen uns natürlich auch, wenn Sie uns direkt Ihr Interesse an Mitwirkung mitteilen oder vielleicht auch Ideen für Formate haben.

Angebote entwickeln

Die GND wird bislang noch größtenteils von Mitarbeitenden in Bibliotheken gepflegt und genutzt. Es ist daher klar, dass Menschen, die GND-Datensätze nutzen und deren Identifikatoren in ihre eigenen Datenbanken übernehmen wollen, aber über keinen bibliothekarischen Hintergrund verfügen, Angebote wie Workshops, Tutorials, Handreichungen und Webinare zur GND und deren Kontext begrüßen werden. Das gilt nicht nur für Forschende der Text+ Community, sondern ebenso für Forschende aus dem Kreis von NFDI4Culture, oder Mitarbeitende in den Bereichen Sammlung, Museen oder Archiven. Vertretende eben dieser Bereiche planen daher mit Spezialist*innen für Trainingsangebote zu Meta-, Normdaten und die GND einen modularen Baukasten. Dieser soll Angebote zum Selbststudium, Online- oder Präsenzveranstaltungen, Webinare und Video Tutorials enthalten. Wie der Baukasten ausschauen könnte, was er beinhalten sollte und vor allem wer zu seiner Befüllung beitragen kann, soll noch in diesem Jahr auf einem projektübergreifenden Arbeitstreffen skizziert werden. Über die bekannten Informationskanäle der jeweiligen Communities sowie über die Veranstaltungsseite von GND.Network werden wir rechtzeitig zu den konkreten Angeboten informieren. Wir hoffen, mit den ersten Terminen Anfang 2023 starten zu können. 

Des Weiteren planen wir eine Umfrage unter den Forschenden rund um die GND und sammeln Feedback zur im Mai veröffentlichten ersten Version des GND-Explorers. Die Anwendung visualisiert in unterschiedlichen Ansichten die in den GND-Datensätzen enthaltene Information. Der GND-Explorer verführt den Nutzenden, von einem Attribut eines Datensatzes zu damit verknüpften weiteren Datensätzen zu springen und sich so fast spielerisch das Netzwerk der Daten zu erschließen. Wir möchten die Anwendung nicht ohne Ihre Hinweise weiterentwickeln, schreiben Sie einfach eine entsprechende E-Mail an unsere Kontaktadresse


Der Herbst kann beginnen. Wir freuen uns darauf! Denn am Ende der geschilderten Arbeit steht ein neues Treffen mit der Text+ Community im GND-Forum. Wir planen die Online-Veranstaltung für Februar 2023. Aber vorher treffen wir hoffentlich einige der Leser*innen dieses Blog auf dem Text+-Plenary am 12. September in Mannheim. Vielleicht kommen wir in der Poster Session am GND Poster miteinander ins Gespräch. Interessierte können sich noch unter diesem Link anmelden.


Normdaten identifizieren, Normdaten schaffen Eindeutigkeit und Normdaten tragen zur Vernetzung bei.

It’s all about Relations. Daten und Archivar*innen vernetzen

Vielleicht kommt Ihnen bei "Normdaten" und "Vernetzung" auch direkt die Vorstellung eines Graphen oder einer riesigen Wolke in den Sinn, die sich aus unzähligen Knotenpunkten und dazwischenliegenden Kanten zusammensetzt. Ganz gleich, ob von Knotenpunkten, Entitäten, items, subjects und objects oder eben Normdaten die Rede ist – sie alle haben gemeinsam, dass sie erst durch ihre Verbindung zu anderen Punkten etwa durch Kanten, Relationen und Prädikate ihre eigentliche Wirkung und Aussagekraft entfalten. Nicht nur Normdaten kommen ohne gepflegte, vielfältige und ausdifferenzierte Relationen kaum aus. Man könnte sagen, dass das gleiche für diejenigen gilt, die sie verwenden oder bearbeiten. Schließlich erfordert das Anlegen und Verknüpfen von Normdaten gemeinsame Absprachen und damit den Austausch derer, die von diesen Daten Gebrauch machen.

Ihre vernetzenden, normierenden und identifizierenden Eigenschaften machen sich in zunehmendem Maße auch Archive, archivische Projekte und Sammlungen zunutze. Bei der Lieferung von Bestandsdaten an Kulturportale spielt die Anreicherung um kontrollierte Terme und Identifier eine immer wichtigere Rolle. Auch für die Verbesserung der Daten in der eigenen Datenbank wird das Potenzial von Normdaten genutzt. Beispielsweise, um die mit Archivalien in Verbindung stehenden Akteur*innen oder Orte zu identifizieren, eindeutig zu benennen und Verknüpfungen zwischen ihnen herzustellen, damit zusammengehörige Informationen einfacher gesucht, gebündelt, gefiltert und gefunden werden können.





Und wie jetzt genau…? Fragen zur Erfassung und Verknüpfung von Normdaten aus Perspektive der Archive

So klar das Prinzip auf den ersten Blick ist, so vielfältig sind die Fragen, die sich mit der konkreten Umsetzung auftun. Ist es sinnvoll und praktikabel, für jede einzelne Person einen Normdatensatz anzulegen? Wo müssen angesichts der begrenzten Ressourcen, die den Archiven zur Erschließung zur Verfügung stehen, möglicherweise Abstriche gemacht werden? Wie geht man mit Ortsangaben oder auch mit Körperschaften wie etwa Firmen um, deren Benennung oder Sitz sich über die (Aktenlauf-)Zeit geändert haben? Welche Begriffe eignen sich zur inhaltlichen Erschließung und der Vernetzung von archivischen Sammlungen, für welche Objekte und auf welcher Erschließungsebene ist die Verknüpfung mit Normdaten sinnvoll? Wie kann sichergestellt werden, dass Erschließende, Verknüpfende und Recherchierende mit einem Begriff wie zum Beispiel „Deutsche Einheit“ im wahrsten Sinne des Wortes genau das gleiche verbinden?

Es ergaben und ergeben sich hin und wieder Gelegenheiten, Themen wie diese in größerer Runde zu diskutieren. Die GNDCon 2018 war so eine Gelegenheit. Dort stellte Susanne Laux (Landesarchiv Baden-Württemberg) in einem Beitrag zur Diskussion, ob es womöglich gemeinsamer „Relevanzkriterien“ bedürfe, anhand derer sich entscheiden ließe, in welchen Fällen und in welcher Granularität zum Beispiel eine Person mit einem Datensatz in die GND eingebracht werden sollte.



Was bisher geschah

Seither hat sich auf Seiten der GND-Kooperative inhaltlich und organisatorisch einiges getan und bewegt. Davon profitieren auch die Archive in der Weiterarbeit an Lösungen für ihre Fragestellungen.

  • Im Zuge der GND-Modernisierung haben die Partner der GND die GND-Eignungskriterien erarbeitet und veröffentlicht. Sie stecken die Rahmenbedingungen ab, unter denen Daten in die GND eingegeben oder importiert werden. Dabei greifen sie auch die Frage auf, in welchen Fällen neue Normdatensäte angelegt werden können, sollen oder dürfen: „Ein neuer Normdatensatz wird angelegt, wenn er von externen Datenbanken oder Ressourcen als Referenz benötigt wird oder zur Verbesserung der Binnenstrukturierung der GND beiträgt“.

  • Es wurden Beteiligungswege und Veranstaltungsformate für die Teilhabe (neuer) Kultureinrichtungen und Projekte an der GND geschaffen und fortlaufend ausgebaut. So können sich Organisationen oder Communities ganz offiziell zum Beispiel aufgrund gemeinsamer Bedarfe zu Interessengruppen zusammentun und als solche ihre Anforderungen in die GND-Entwicklung und die entsprechenden Gremien einbringen. Siehe hierzu auch gnd.network | Gestalten und "Wir treffen uns im Forum". Die von der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA) beauftragte Interessengruppe Archiv – Staatliche Archive nimmt diese Möglichkeit seit 2020 wahr. Auf der GNDCon 2.0 im Juni 2021 hat sie die exemplarisch genannten Fragen zur Erfassung von Normdaten und der Erschließung mit Normdaten in Archiven in der MiniCon GND 4 Archives! Archivische Perspektiven auf die GND erneut aufs Tableau gebracht. 

  • Und schließlich wäre da noch die GND-Agentur LEO-BW-Regional zu nennen, die das Landesarchiv Baden-Württemberg und das Bibliotheksservicezentrum Baden-Württemberg seit Dezember 2020 gemeinsam aufbauen, um ihren Partnern des Portals LEO-BW und somit auch einigen Archiven das Erfassen von Daten in der GND zu ermöglichen.



Und es geht weiter – mit Ihnen!

Noch immer warten viele Fragen auf ihre Beantwortung, auf eine gemeinsame Aushandlung und Bearbeitung. Was also bleibt, ist der Wunsch, weiter zusammenzurücken, Erfahrungen zu teilen, Probleme und Lösungswege zu identifizieren und die Community-Interessen der Archive im GND-Netzwerk stark zu machen. Darum soll die Reihe der Gelegenheiten nun fortgeführt und ein weiterer Raum geöffnet werden, der die an der GND tätigen oder interessierten Archivar*innen zur Vernetzung einlädt. Das GND-Forum Archiv versteht sich als eine Auftaktveranstaltung, die dem direkten persönlichen Austausch unter Kolleg*innen, der Ermittlung und Ausdifferenzierung gemeinsamer Fragen, Ideen und Bedarfe und der Verabredung zur künftigen Zusammenarbeit der Archive im GND-Netzwerk dient. Mit dem Forum wollen wir den Fokus auf die verbindenden Kanten legen und Archivar*innen die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen, zu informieren, zu diskutieren, zu priorisieren, Pläne zu schmieden. Kurz: Es geht darum, bestehende Verbindungen und Relationen weiter zu verfeinern, zu stärken und ganz neue Beziehungen zu knüpfen. 
Das GND-Forum Archiv findet als Präsenzveranstaltung am 5. Oktober 2022 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main statt. Es wird von der Interessengruppe Archiv – Staatliche Archive (KLA), der GND-Agentur LEO-BW-Regional und der Arbeitsstelle für Standardisierung an der Deutschen Nationalbibliothek organisiert. 

Nähere Informationen zum Programm erhalten Sie hierBitte melden Sie sich bis zum 7. September an!




von Stefan Buddenbohm und Barbara Fischer

Nachlese zum GND-Forum Text+

Normdaten sind wichtig und bilden für einige NFDI-weit diskutierte Themen die Grundlage, auf der beispielsweise Knowledge Graphen oder Linked Open Data praktisch umgesetzt werden können. Ein ganz wesentlicher Baustein ist in diesem Zusammenhang die GND, die Gemeinsame Normdatei, die als etabliertes und ausgereiftes Werkzeug die Vernetzung von unterschiedlichen Datenressourcen miteinander ermöglicht. Bislang nutzen überwiegend Bibliotheken dieses Werkzeug, aber im Zuge der digitalen Transformation gewinnt die GND auch in weiteren Bereichen von Kultur und Forschung an Relevanz. Auch für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) ist die GND ein naheliegender Anknüpfungspunkt, um die Forschungsdatenbestände in den einzelnen Konsortien zu vernetzen, sichtbar zu machen und neue und innovative Forschungsansätze zu ermöglichen. 

Was aber können Forschende tun, um ihre Forschungsdaten der Sprach- und Textwissenschaften mittels der Gemeinsamen Normdatei sichtbarer, vernetzter und interoperabler zu machen? Diese und andere Fragen wurden bei der Auftaktveranstaltung GND-Forum Text+ am 15. Juni 2022 von bis zu 70 Teilnehmenden anhand konkreter Anwendungsfälle und entlang der Datendomänen von Text+ diskutiert.

Sreenshot aus dem Vortrag von José Calvo Tello (SUB)


Die im Forum gesammelten Impulse wirken direkt auf den weiteren Projektverlauf ein. Wir können mit den Eindrücken aus dem Forum Informationsmaterialien passgenauer für die Zielgruppe gestalten. Bei der Weiterentwicklung von Tools wie dem GND Explorer oder der Neuentwicklung von Anwendungen wie einem Normdaten – Inkubator werden die geäußerten Bedarfe in der Entwicklung berücksichtigt. Die vorhandenen Gremienstrukturen werden Raum schaffen für die Diskussion der Bedarfen der Text+ Community. Und schließlich können wir aus den gesammelten Ideen weitere Anwendungsfälle entwickeln, die die Nutzung der GND durch die Text+ Community erweitern und verbessern helfen. Damit die GND reichhaltiger, vielseitiger und diverser werden kann hören wir der Text+ Community genau zu und laden sie ein, den Modernisierungsprozess der GND mitzugestalten.

Das community-spezifische Interesse an der GND ist groß. Nach dem Forum der Performing Arts und dem Forum Text+ planen wir daher noch in diesem Jahr  im Rahmen des DFG geförderten Projekts GND4C die Einrichtung weiterer Foren zum Dialog mit Fachcommunities. Im Oktober findet das Forum Archiv als Präsenzveranstaltung an der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt statt und im November diskutiert die Bauwerke Community online ihre Anliegen. Anfang 2023 folgt dann das Forum Museum.

Mehr Informationen zur GND und den genannten Veranstaltungen finden Sie hier. Dort informieren wir auch über weitere Foren. Die ausführliche Dokumentation und Auswertung des Forum Text+ ist auf der Webseite von Text+ verfügbar.

Dieser Beitrag wurde zuerst in einer kürzeren Fassung unter dem Titel "Knoten knüpfen sich nicht von allein – Bericht vom GND-Forum Text+ am 15. Juni 2022" veröffentlicht.



Neuigkeiten auf der GND-Website

Vor einem guten Jahr haben wir die Website zur Gemeinsamen Normdatei veröffentlicht. Sie möchte vor allem an Normdaten und speziell an der GND Interessierte informieren und orientieren. Seitdem haben wir von Ihnen Tipps und Wünsche zur Verbesserung sowie Erweiterung der Website bekommen, die wir gern integriert haben. Die Seite ist durch ihre Übersetzung in Leichte Sprache und Gebärdensprache etwas barriereärmer geworden. Die einführenden Informationen liegen zudem auf Englisch vor. Schließlich haben wir in Projekten wie dem DFG-geförderten "GND für Kulturdaten - GND4C" und dem GND Explorer sowie in der GND-Kooperative selbst natürlich weiter an der Modernisierung der GND gearbeitet und möchten heute unsere Ergebnisse mit Ihnen teilen.

Was ist neu?

Der GND-Explorer kann ab sofort von Ihnen in der Beta-Version ausprobiert werden. Fast zehn Millionen Datensätze der GND suchen Ihre Aufmerksamkeit. Der GND-Explorer versteht sich als eine komfortable Schnittstelle zwischen Maschine und Mensch. Neben der übersichtlichen Darstellung aller Metadaten auf Faktenblättern werden hierfür vor allem dynamische Visualisierungen der Zusammenhänge der in den Daten enthaltenen Informationen sowie umfangreiche Navigations- und Filtermöglichkeiten präsentiert. Im Einzelnen:

  • eine Ansicht als Faktenblatt
  • eine interaktive Darstellung des Wissensgraphen zur angezeigten Entität (Relationenanzeige) 
  • ihre Einbindung in die Thesaurusstruktur der GND (Hierarchieanzeige)
  • eine klassische Such- und Filterfunktion 
  • eine monatliche Aktualisierung der Datenbasis

Gern können Sie diese Grundfunktionen testen und die Ergebnisse bereits für Ihre Arbeit nutzen. Die Fertigstellung der ersten Produktiv-Version des GND-Explorers wird bis Ende 2022 erfolgen und danach mit Blick auf die Bedarfe der GND Community kontinuierlich weiterentwickelt. Einige der kommenden Features für Version 1.0 werden die Integration von Daten und Links aus Partneranwendungen und verknüpften Ressourcen aus dem GND Netzwerk, unter anderem durch die Auswertung von BEACON-Dateien sein. Außerdem bereiten wir die Visualisierung von Treffermengen auf einer Karte und einem Zeitstrahl vor. Wir ergänzen die Anwendung um weitere Such- und Filtermöglichkeiten und planen die Verkürzung der Updatezyklen.

Die Features des GND-Explorers sollen künftig allen Anwender*innen einen komfortablen und gleichzeitig umfassenden Zugang zum semantischen Netz der GND bieten. Für den Austausch von Maschine zur Maschine sind nach wie vor die Metadatendienste der DNB eine praktikable Lösung ebenso natürlich wie die vielfältigen Angebote der GND-Kooperationspartner. Weiterführende Informationen zum Bereich "Entdecken" und die dazugehörenden Links finden Sie hier.

Der Abschnitt "Mitmachen" hat eine neue Unterseite zur Funktion der GND-Agenturen bekommen. Allein im letzten Jahr sind unter anderem durch die von der Deutschen Forschungsgesellschaft geförderte Initiative der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) neue Partner an uns herangetreten, die sich für die aktive Mitarbeit in der GND interessieren. Film, Musik und Theater treten neben Museum, Bauwerk und Archiv, dabei geht es nicht allein um die Perspektive der Sammlungen, sondern zunehmend auch um die Bedarfe der Forschung. Im Projekt GND4C und der GND-Kooperative haben wir die Konzepte für die Erweiterung der Organisationsstruktur fortgeschrieben und die wesentlichen Aufgaben einer Agentur detaillierter als bislang beschrieben. Im Zuge dessen haben wir auch den Aufgabenbaum (siehe nebenstehende Abbildung) aktualisiert. Jetzt sind Sie gefragt. Wir freuen uns auf Ihr Feedback zu den Ausführungen, die Sie hier lesen können.

Der dritte Part, der neu auf der Webseite hinzugekommen ist, betrifft das Gestalten der GND. Normdaten wären keine Normdaten, wenn sie nicht festen Regeln folgten. Doch diese Regeln sind gestaltbar. Die Bedarfe an Standardisierung der Datenerschließung und der Vernetzung von Daten mittels Normdaten ist endlich auch im kulturpolitischen Diskurs angekommen. Der Deutsche Kulturrat widmete in seiner Mai-Ausgabe dieser Frage eine ganze Doppelseite. Um so wichtiger, dass das Netzwerk des Standardisierungsausschusses und der GND-Kooperative mögliche Beteiligungswege und Vernetzungsmöglichkeiten für Einrichtungen und ihre Mitarbeitenden mit unterschiedlichen Interessen und Themen jenseits des Bibliothekswesens aufzeigt. Hierzu richten wir gemeinsam mit Partnern aus den unterschiedlichen Communities einerseits Foren zum Austausch ein. Andererseits möchten wir auch im Umfeld dieser Diskurse einführende Erklärung und Orientierung bieten. Auf der Seite "Gestalten" erläutern wir jetzt etwas vertiefter und ergänzend zu den bisherigen Ausführungen unter "Organisation" die Beteiligungswege, die Gremienstruktur und die Möglichkeiten, sich auch gestaltend an ihr zu beteiligen.Dabei möchten wir betonen, dass die Entwicklung der Organisationsstruktur nicht abgeschlossen ist, sondern auf Ihre Mitarbeit angewiesen bleibt.

Und schließlich möchten wir alle Fans des Kurzfilms auf unser Einführungsvideo zum dualen Charakter der GND hinweisen. Es steht unter der freien CC BY SA - Lizenz und kann gern geteilt und eingebunden werden.

Für Kritik, Anregung und Ergänzung stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Der GND-Agentur Aufgabenbaum, credit Jürgen Kett (DNB), CC BY SA, Mai 2022

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Was können Forschende tun, um ihre Forschungsdaten der Sprach- und Textwissenschaften mittels der Gemeinsamen Normdatei sichtbarer, vernetzter und interoperabler zu machen?


Die Gemeinsame Normdatei (GND) ist ein wichtiges und etabliertes Werkzeug zur Vernetzung von unterschiedlichen Datenressourcen miteinander. Bislang nutzen überwiegend Bibliotheken dieses Werkzeug, aber im Zuge der digitalen Transformation gewinnt die GND auch für weite Bereiche in Kultur und Forschung an Relevanz. Sie bietet eindeutige Sucheinstiege über Personen, Ortsnamen, Sachbegriffe, Körperschaften, Werke und Konferenzen. Derzeit gibt es über neun Millionen Datensätze von der Stadt Aachen bis zur Musikerin Zy-Gia. Mittels der Normdaten können Sie Ihre Daten im Netz leichter auffindbar machen. Die Verwendung von GND-Kennungen in Ihren Forschungsdaten erleichtern Ihnen die Erfüllung der FAIR Data Principles und ermöglichen weitere Nutzungszenarien, auch in anderen Forschungsprojekten. Mehr Informationen zur GND finden Sie hier.


















Beziehungen knüpfen - im GND-Forum Text+
Preview: Die GND-Entität "Frankfurt am Main" im Wissensgraphen des GND Explorers*, credit: DNB, 2022 CC-by-sa
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Die GND für die Text+ Community nutzbarer machen

Wie können die Normdaten für die Forschung in den Text- und Sprachwissenschaften konkret anwendbarer gemacht werden? Wie lassen sie sich durch andere kontrollierte Vokabulare ergänzen (und durch welche)? Was sind die besonderen Anforderungen und Potenziale in diesem Bereich? Wie können die Bedarfe der Text+ Community bei der Bildung von Normdaten besser Berücksichtigung finden?  Und vor allem, wer kann Normdaten anlegen, korrigieren und ergänzen? Diesen Fragen unter weiteren widmet sich das GND-Forum Text+. Wir werden nicht alle Antworten sofort finden, daher versteht sich das Forum als ein Diskussionsraum, der für den gesamten Förderzeitraum von Text+ Menschen aus der Text+ Community offen stehen wird. Wir beginnen mit der Auftaktveranstaltung

am 15. Juni 2022 von 10:00 bis 16:00 Uhr


Auf der informativen und interaktiven Online-Veranstaltung werden Sie Gelegenheit haben, sich zu informieren, aber auch Ihre Fragen zu stellen sowie Ihre Ideen und Ansichten im Kreis der Text+Community zu diskutieren. Wir planen einen bunten Wechsel von spontanen Meinungsbildern, Vorträgen zu den Perspektiven der drei Datendomänen von Text+ (Editions, Collections, Lexical Resources). In Kleingruppen möchten mit Ihnen in den intensiven Diskurs zu den zentralen Fragen vor dem Hintergrund der Vorträge treten. Am Ende tragen wir gemeinsam die Ergebnisse im Plenum zusammen und können vermutlich schon einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten des Forums geben. Das Forum ist von uns als ein dialogisches Instrument der Community gedacht, d.h. wir freuen uns über Ihre Beiträge oder Ideen zur Gestaltung des Dialogs miteinander.

Hier eine Skizze des Programms:

  • Begrüßung und Who-is-in-madness
  • Kleine Einführung in den dualen Charakter der GND als Normdatei und als Organisation
  • Drei Vorträge alternierend mit Break-out session in Kleingruppen zu zentralen Fragen
    • Die GND in der Anwendung am Beispiel von Editionsprojekten an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und des Steinheim-Instituts (Text+ Task Area Editions)
    • Welche Rolle spielt die GND für die lexikalische Erschließung des Sorbischen (Text+ Task Area Lexical Resources)? (angefragt)
    • Wie können textbasierte Sammlungen (Text+ Task Area Collections) von der GND profitieren? (angefragt)
  • Gemeinsame Auswertung der Ergebnisse aus den Break-out-Sessions
  • Wrap up


Veranstalter sind die Deutsche Nationalbibliothek sowie die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek für das Text+ Konsortium

*Fußnote: Der Launch des GND Explorers ist am 31. Mai 2022 erfolgt.




GND-Forum Text+


 +++ ANMELDUNG +++

Bitte notieren Sie sich den Termin 15. Juno 2022 und melden Sie sich unter diesem Link zur kostenlosen Veranstaltung an.


In den kommenden Wochen werden wir Sie über das genaue Programm und die Zugangsmodalitäten informieren. Nehmen Sie auch gern den Blog auf Ihre Beobachtungsliste, um über GND-relevante Themen informiert zu werden.



Der letzte Blogpost blickte zurück auf die GNDCon 2.0. Dort hatten wir den Wunsch der Beteiligten mitgenommen, wie wichtig es allen sei, mehr Gelegenheiten zur Vernetzung, zum Austausch und Arbeit an der Harmonisierung von Metadaten sowie am Einsatz von Normdaten für den Aufbau eines Datenökosystems für Kultur und Wissenschaft zu bekommen. In der Zwischenzeit haben wir gemeinsam mit verschiedenen Partnern diesen Wunsch weiter verfolgt und ein Konzept entwickelt. Wir möchten Ihnen in diesem Blogpost unser Konzept und erste Ergebnisse vorstellen. Vielleicht bekommen Sie ja Lust mitzumachen. 

Ergänzend und flankierend zu den Arbeiten im DFG-geförderten Projekt GND4C richten wir mit unseren Partnern Diskussionsräume für unterschiedliche Sparten und/oder Materialien ein. Hier kann über Erschließungsstandards und die Verwendung von Normdaten gesprochen werden. Unser Anliegen ist es, eine Arbeitsebene für Forschende, Mitarbeitende in Kulturgut bewahrenden Einrichtungen, Metadatenspezialist*innen und Bibliothekar*innen zu bieten, auf der die oben genannten Themen diskutiert und vorangetrieben werden können. Wir nennen diese Räume Foren.  

Gerade vor dem Hintergrund der Beteiligung der DNB an dem Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) über die beiden Konsortien Text+ und NFDI4C, richtet sich die Einladung explizit auch an Forschende. Ihre Perspektive ist für die Optimierung der Bereitstellung und Modernisierung von Normdaten und Erschließungsstandards wichtig. Forschungsdaten sollen leichter durch sammelnde Einrichtungen und die Daten der sammelnden Einrichtungen einfacher durch Forschende verwendet werden können. Auf der Auftaktveranstaltung kann die jeweilige Community den Aktionsrahmen für ihr Forum umreißen. Optionen können weitergehende Workshops zu konkreten Themen, wie GND Recherche, GND-Einbindung und die Verwendung des Webformulars sein. Darüber hinaus kann es um den Einsatz von Normdaten bis hin zur Erarbeitung von gemeinsamen Grundsätzen zur Harmonisierung in der Erschließungspraxis  im Aufgabengebiet der jeweiligen Community gehen. Die Kolleg*innen aus dem Netzwerk der GND können sich mit ihrem Wissen um Standardisierung und Normdaten einbringen.

Treffen online oder offline - Hauptsache konkret

credit: public domain via rawpixel



Auftaktveranstaltung des Forums Performing Arts


Die erste Auftaktveranstaltung nach dem vorgestellten Konzept hat Ende Januar stattgefunden. Am 28.01. 2022 kamen etwa 100 Teilnehmer*innen zur digitalen Auftaktveranstaltung für die Etablierung eines Forums Performing Arts in der GND zusammen. Unter dem Titel “Ereignisdaten?! Auftaktveranstaltung des Forums Performing Arts in der Gemeinsamen Normdatei (GND)” hatten das Institut für Theaterwissenschaften der Universität Leipzig, Mitglied des Konsortium NFDI4C, die Staatsbibliothek zu Berlin, das Theatermuseum Düsseldorf, der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst an der Universitätsbibliothek Frankfurt und die AfS an der Deutschen Nationalbibliothek Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Theatermacher*innen, Produzent*innen und Mitarbeitende aus Archiven und Museen der Performing Arts eingeladen. Einen Tag lang diskutierten wir intensiv.  

Die Programmstruktur wechselte zwischen einerseits kurzen Vorträgen zur Verdeutlichung von Perspektiven oder Problemen und andererseits Arbeitssessions, in denen unter dem Eindruck der Vorträge jeweils zwei Fragen in kleineren Gruppen diskutiert wurden:

  • Wie könnte der Dialog zwischen Forschung und Sammlung gefördert werden?

  • Welche gemeinsame Forschungs- und Sammlungsstruktur und welche Referenzpunkte (Normdaten) brauchen wir dafür?

Aus den Antworten kristallisierten sich in der anschließenden Diskussion die Verabredungen zum weiteren Vorgehen im Forum Performing Arts heraus: 

  • Ein Trainingsangebot zur Nutzung der GND in Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen der DNB-Datendienste für die Performing Arts Community 

  • Die Fortsetzung der Diskussion über ein gemeinsames Datenmodell zur Erschließung von Inhalten in den Performing Arts

  • die Überlegung eine übergreifende Produktionsdatenbank unter Verwendung von GND-IDs  einzurichten 

Die Ansprechpartner des Forums Performing Arts und Details zur Veranstaltung sind auf dieser Dokumentationsseite nachzulesen.


Außerdem kam es zu einer kleinen Filmpremiere. Gemeinsam mit den Kolleg*innen von NFDI4C arbeiten wir an einem modularen Set von Informationsmaterial rund um Metadaten, Qualitätsparametern für diese, sowie Normdaten. Der erste Video-Beitrag in dem Set läuft nun über den Youtube-Channel der DNB zur GND und wird später Teil des “Education & Training”-Angebotes von NFDI4C werden.



Über die GND, eine kurze Einführung.




Ausblick auf kommende Foren


Uns erreichen viele Anfragen aus unterschiedlichen Institutionen und Netzwerken mit ähnlichen Fragestellungen. Diese versuchen wir über die Foren sinnvoll zu bündeln. In den kommenden Monaten planen wir die Eröffnung von weiteren Foren, um es den jeweiligen Communities leichter zu machen, sich selbst zu organisieren. Die AfS begleitet intensiv die Ausrichtung der Auftaktveranstaltung. Im weiteren Verlauf unterstützt sie die Community mit ihrer Expertise zu Fragen der Standardisierung und der GND. Die Vorgehensweise, die Zielrichtung und die Arbeitsschwerpunkte bestimmt die Community – genauer ihre Akteur*innen. Auch die im Zuge des DFG-Projektes GND4C gestarteten oder in Gründung befindlichen GND-Agenturen und NFDI-Konsortien werden das Format der Foren nutzen, um gezielt in ihre jeweilige Community hinein zu wirken. Für den Frühsommer planen wir gemeinsam mit den Partnern von Text+ ein Forum zu text- und sprachbasierten Forschungsdaten in ihrer Verknüpfung mit der GND. 

Später folgen dann die Einladungen zu den Foren Museum, Bauwerke und Archiv. Denkbar wären auch entsprechende Community-Foren für Film, Handschriften, Musik, Geografika oder ganz andere Themen. Das liegt letztlich bei Ihnen. Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf Ihre Ideen.

Screenshot zum Aufgabenfeld von Text+.

credit: Text-plus.org

In den letzten Wochen haben wir fast 24 Stunden Videomitschnitte gesichtet. Die Pat*innen haben uns Berichte mit ihren Eindrücken und Einsichten geschickt. Es gab einige Blogposts auf den Seiten der Partner*innen und in den nächsten Wochen und Monaten sollen noch weitere Beiträge folgen. Doch so lange wollen wir Sie nicht mehr warten lassen. Wir schlagen Ihnen vor, sich schon jetzt im Wiki der GNDCon die Dokumentationsseiten umzuschauen. Denn diese Dokumentation ist Ihrem Interesse für die GND gewidmet. Wir möchten Sie über die laufenden Debatten und Vorhaben informieren. Wir möchten Sie einladen, sich aktiv in den Öffnungsprozess einzubringen, und wir möchten Ihre Ansichten noch besser kennenlernen. Daher: flanieren Sie durch die Textlandschaften, schlendern Sie durch die Videodokumentation und folgen Sie den weiterführenden Links in den Materialien der Referent*innen. Schreiben Sie uns Ihre Meinung zur Dokumentation. Schicken Sie uns Ihre Einfälle zu den vorgestellten Vorhaben und berichten Sie uns von Ihren Projekten rund um die GND.

Wie funktioniert die Dokumentation?

Der Dokumentation vorangestellt haben wir das bereits bekannte Programm der GNDCon 2.0. Doch jetzt führen die Links nicht mehr zum Onlineshop, sondern auf die Dokumentations- und die älteren Ankündigungsseiten der jeweiligen Programmteile. Außerdem können Sie natürlich auch über die linke Menüleiste navigieren, dort und auf dem Seitenmenü finden Sie jeweils die Seite "Dokumentationen". Nicht alle Pat*innen haben ihre Sessions aufgezeichnet. Dort wo uns Mitschnitte vorlagen, haben wir diese aufarbeiten lassen, über den YouTube-Kanal der Deutschen Nationalbibliothek veröffentlicht und jeweils auf der entsprechenden Wikiseite verlinkt. Außerdem haben wir uns bemüht, alle Präsentationen, die in den Sessions gehalten und freigegeben wurden, Ihnen zur Nachlese zur Verfügung zu stellen. Ergänzt werden die Folienvorträge durch weitere Materialien der GNDCon-Pat*innen wie Digitalprotokolle, zusammenfassende Berichte und Illustrationen.

Wie geht es weiter?

Ab dem Herbst werden wir in der GND-Kooperative insbesondere eine Anregung der Gäste der GNDCon 2.0 aufgreifen. Wir wollen Sie öfter zum Austausch einladen! Sei es in der nun öffentlichen Reihe "Die GND im Gespräch" oder auf Foren für bestimmte GND-Communities. Angedacht sind zunächst Foren zu Bauwerken, Museen und zu Performing Arts. Über die Termine werden wir rechtzeitig auf der GND-Website, hier im GND-Wiki und über die einschlägigen Mailinglisten informieren. Abonnieren Sie zum Beispiel die GND-Kulturdaten-Liste, wenn Sie aktuell informiert werden möchten.


Jetzt wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und Schauen.

Blogpost zur MiniCon „Werknormdaten der Musik" ein Beitrag von Desiree Mayer (NFDI4Culture / SLUB)

Auf die Plätze, fertig, los! Um 11.30 Uhr startete am 07.06.2021 die erste MiniCon der GNDCon 2.0. zum Thema „Werknormdaten der Musik“ mit etwa 170 Teilnehmenden, veranstaltet von NFDI4Culture. Nach drei Impulsvorträgen von Laurent Pugin, Katrin Bicher und Desiree Mayer begann die interaktive Arbeit am Miroboard (siehe nebenstehende Abbildung).

Schon nach kurzer Zeit füllte sich das Miroboard mit bunten Klebezetteln zu den angesprochenen Themenfeldern. Für diesen Input, der die bibliothekarischen und wissenschaftlichen Ansätze in Bezug auf Werknormdaten wunderbar zusammenbringt, möchten wir allen Teilnehmenden herzlich danken. Um auf alle Themen einzugehen, war die Zeit leider zu knapp, daher möchten wir in diesem Blogpost die drei wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen:

Für musikwissenschaftliche Forschungsprojekte ist es ein großes Desiderat, selbst zur GND beitragen zu können. Sei es, um Fehler zu korrigieren, neue Erkenntnisse zu ergänzen oder auch  bisher nicht vorhandene Werknormsätze anlegen zu können, die als Verknüpfungs- und Identifikationspunkt in ihrem Forschungsprojekt benötigt werden.

Beim Thema Versionierung zeigte sich die GND interessiert und offen für die Anliegen aus der Community. Konkret geht es hier um Transparenz, auch im Sinne der FAIR-Prinzipien, und darum, einmal bezogene Inhalte verlässlich und konsistent adressier- und rekonstruierbar zu halten.

Der Werkbegriff der GND, der stark durch seinen bibliothekarischen Entstehungskontext geprägt ist, wurde mit unterschiedlichen Perspektiven kritisch diskutiert.  Während es von Seiten der Theater-, Film- und Medienwissenschaften noch grundlegenden Bedarf an Vokabular und einer Definition des Werkbegriffs gibt, regten die Musikwissenschaftler an, den Werkbegriff für Musik weiter zu überprüfen: Wie soll mit Werken und Fassungen umgegangen werden? Wie ist zu entscheiden, wann eine Bearbeitung Werkstatus erreicht? Zur Klärung dieser Punkte ist unter anderem die Umsetzung der FRBR-Ebenen im Werknormsatz der GND zu hinterfragen.

Wie geht es nun aber weiter mit diesen Erkenntnissen? Wir werden die ausgewerteten Themenfelder mit in unser Netzwerk hineinnehmen und in verschiedenen Gremien zur Sprache bringen. NFDI4Culture sieht sich als Vermittler, und in dieser Funktion interagieren wir beispielsweise eng mit GND und RISM, aber auch in der Arbeitsgruppe Musik des Standardisierungsausschusses.

Zum Schluss nochmals vielen Dank an alle Teilnehmenden!

Miroboard erstellt im Rahmen der MiniCon Musik auf der GNDCon 2.0

Durch Klicken auf das Bild können Sie es vergrößern

Abbildung 1: Zufallscollage aus den Beiträgen zur GNDCon, mit Aufnahmen aus dem Kreis der GNDCon-Pat*innen, der Koreferent*innen und des Organisationsteams

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Vom 7. bis 11. Juni 2021 veranstaltete die Deutsche Nationalbibliothek gemeinsam mit der GND-Kooperative, den Akteur*innen des Projektes GND4C und weiteren Partner*innen die GNDCon 2.0. Sie lud ein, sich über Ergebnisse und Entwicklungsstände rund um die Öffnung der GND in den unterschiedlichsten Bereichen zu informieren. Über 800 Menschen aus Bibliothek, Forschung, Museum, Archiv und weiteren Sparten nahmen an der GNDCon 2.0 teil. Ebenso wie Sie als Leser*in vielleicht auf Entdeckungsreise in der nebenstehenden Collage gehen werden, so begaben sich gefühlt viele der Gäste der GNDCon auf Expedition in die Gefilde der jeweils anderen Bereiche.

Im Durchschnitt besuchten die Gäste jeweils vier Programmmodule. Sie konnten aus über 20 Veranstaltungsangeboten auswählen. Ein lebhafter Diskurs auf vielen Ebenen, mit zahlreichen Wortbeiträgen der Teilnehmenden in den Chats der Videokonferenzen, auf Twitter und natürlich live in den MiniCons selbst fand statt. Insgesamt eine Menge an Information, Themen, Impulsen, Ideen und Meinungen, die alle Beteiligten in den nächsten Wochen und Monaten zu verarbeiten haben.



Abbildung 2: Deutsche Nationalbibliothek, CC BY SA

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Abbildung 3: Screenshot aus der MiniCon zu den neuen GND-Agenturen

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Vorgenommen

Unser erklärtes Zieldie erreichten Meilensteine des Öffnungsprozesses der GND zu präsentieren und konkret deren Weiterentwicklung voranzutreiben, wurde in weiten Teilen erreicht. Im Januar schrieben wir: Die GNDCon wird anders. Sie wird divers, dezentral und digitalwie sie tatsächlich ist. Denn die GND steht für das Gemeinschaftswerk einer diversen, dezentralen und digital agierenden Gemeinschaft. 

Der Vorsatz  der Diversität wurde erfüllt. Es gab interdisziplinäre Programm-Angebote und im gleichen Verhältnis  Angebote von Kolleg*innen der Bibliotheken. Beiträge aus der Forschung und vereinzelt aus dem Archiv- und Museumsbereich ergänzten das Programm. Die GNDCon leistete nach Aussage der Gäste in den Runden der Resümees einen guten Beitrag, um sich über den Stand der Öffnung der GND zu informieren und den Blick für die Bedarfe der anderen zu schärfen. 

Der dezentrale Ansatz der GNDCon 2.0 ist ebenfalls aufgegangen. Die Pat*innen engagierten sich sehr und kreierten ein reichhaltiges und eigenständiges Angebot im gemeinsamen Rahmen der GNDCon. Es gab Bedenken, das Publikum könnte durch die Vielfalt der Konferenzsysteme überfordert worden sein. Tatsächlich war die Zahl der Interventionen durch den Helpdesk gemessen an der Gesamtzahl der Zugänge zu den Veranstaltungen jedoch gering. Die GNCon zählte über 800 Teilnehmer*innen. Diese haben durchschnittlich vier Veranstaltungen besucht. Pro Tag wandten sich circa 15 Menschen aufgrund der Vielfalt der Konferenzsysteme an den Helpdesk. Das sind weniger als 2% der insgesamt nötigen Einwahlvorgänge. Dennoch, eine Verbesserung des Konzeptes im Sinne der Praktikabilität werden wir für eine GNDCon in zwei Jahren in den Blick nehmen.

Zwar gab es pandemiebedingt ohnehin keine Alternative zur Digitalität, aber diese hat nicht allein dazu beigetragen, die Kosten zu reduzieren, sondern zudem einem bedeutend größeren Kreis die Teilnahme ermöglicht. In der Summe haben weitaus mehr Menschen als bei der ersten GNDCon teilgenommen. Einzelne Angebote wurden zum Teil von einem Vielfachen der Zahl der Gäste der Sessions der ersten GNDCon wahrgenommen. Zum Vergleich: In der Regel besuchten die Sessions der ersten GNDCon circa 50 Gäste, in diesem Jahr nahmen an drei Sessions deutlich über 200 Gäste teil. Die diesjährige Eröffnungsveranstaltung verzeichnete 302 Teilnehmende – 2018 waren 330 Gäste angemeldet. Im Mittel besuchten 160 Menschen die einzelnen Veranstaltungen unter dem Dach der GNDCon.


Abbildung 4: Wortwolke zu Themen, die auf der GNDCon im "Orbit" waren

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Mitgenommen

Die GNDCon diente der Verständigung über gemeinsame Problemstellungen für alle Menschen, die die Strukturen und Daten der GND nutzen wollen, um ihre Einrichtungen und ihre Daten intensiver miteinander zu vernetzen. Manche Themen, die im Laufe des Tages in den Sessions aufgeworfen wurden, verdichteten sich in den frühabendlichen Runden der Resümees zu klaren Orientierungsmarken für die künftige Arbeit: manchmal als Wünsche, wie "mehr Information", "mehr Austausch", "mehr Tools", manchmal als wiederkehrende Topoi, wie "die GND ist kompliziert", "die GND ist keine Enzyklopädie", manche einfach als besonders beliebte Schlagworte, wie "Automatisierung", "Vernetzung" oder "standardisierte Formate".

Als Organisator*innen der GNDCon und als Träger*in der GND nehmen wir dies mit:

  • Häufiger und gemeinsam mit Vertreter*innen aus den Communities gestaltete, einfache sowie ansprechende Veranstaltungsformate kreieren, um den konstruktiven und arbeitsorientierten Austausch zu bestimmten Themen oder Fragestellungen zu erleichtern. Beispielsweise die Reihe "GND im Gespräch" öffentlich zugänglich machen, Foren für bestimmte Sparten ausrichten oder ein Einführungsformat zur GND entwerfen. 

  • Öfter einen Einblick in laufende Projekte und Vorhaben - rund um die GND und vernetzte Datensysteme - bieten. Denkbar wäre eine Art "GND-Schau", vielleicht in unterhaltsamer Kombination mit einer Fortsetzung des "GND-Quiz", das viel Zuspruch auf der GNDCon fand.

  • Die Dokumentation zu Entwicklungen innerhalb der GND-Kooperative transparenter und zugänglicher machen, damit diese sich gegenseitig besser fördern können, durch den kontinuierlichen Ausbau des bestehenden Informations- und Orientierungsangebotes der GND-Website.

  • Insgesamt den Informationsfluss innerhalb der GND-Kooperative und angrenzender Netzwerke verbessern.



Ausgewertet

Die Auswertung, illustriert durch die Grafiken, legt den Fokus auf die Diversität und den Austausch über die Spartengrenzen hinweg. Denn diesen Austausch zu gewährleisten, war ein zentrales Anliegen der veranstaltenden Institutionen, aber ebenso das vorrangige Interesse der Gäste. Im Kreis der GNDCon-Pat*innen war das Bibliothekswesen erwartungsgemäß gut vertreten, jedoch auch Forschung und interdisziplinäre Kooperationen liegen fast gleichauf. Das zeigt Abbildung 5. Auch unter den Gästen herrschte eine gute Mischung vor. Etwas weniger als die Hälfte der Teilnehmenden, wie Abbildung 6 illustriert, ordnete sich dem Bibliotheksbereich zu. Die letzte Grafik, Abbildung 7, setzt beides in Korrelation. Da der Öffnungsprozess der GND nur gelingen kann, wenn die jetzigen Anwender*innen mit den neuen zusammenarbeiten, stimmt das hohe Interesse aus dem Kreis der Bibliothekar*innen an der Perspektive der anderen Communities auf die GND sehr optimistisch. 

Abbildung 5: Verteilung der Angebote Pat*innen nach Sparten

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Abbildung 6: Verteilung der Gäste nach Sparten

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Abbildung 7: Korrelation von Sparte und Buchung

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Unvollständige Liste von Beiträgen von GNDCon-Pat*innen und Teilnehmenden zur GNDCon 2.0:

  (info)   Auch für Archive zunehmend wichtig: Normdaten und die GND, 16. Juni 2021, Annika Hansen (Link)

 (info)    Reconciliation mit lobid, OpenRefine und Cocoda bei der GNDCon; 18 Juni 2021, Adrian Pohl, Fabian Steeg, Jakob Voß (Link

 (info)    GNDCon: Treffen der wachsenden Wikibase Community; 29. Juni 2021, Georgina Burnett und Bayan Hilles, (Link)

 (info)    Ortskennungen in der archivischen Erschließung Hessische Beiträge bei der „GNDCon 2.0“; 7. Juli 2021, Florian Lehrmann (Link)

 (info)    MiniCon Werknormdaten der Musik; 27. Juli 2021, Beate Schiebl (Link)

 



Die GNDCon 2.0 legt los


Kleine Tipps für einen entspannten GNDCon-Besuch

Am Montag beginnt die GNDCon 2.0. Alle 71 Pat*innen und Ko-Referent*innen und das GNDCon-Organisationsteam arbeiten noch bis zum letzten Moment an den Details. Das Programm ist bekannt: Ein gutes Dutzend Beiträge zu diversen Themen. Den Auftakt bildet die Eröffnungsveranstaltung um 09:30 Uhr mit Frank Scholze, Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek, und Harald Sack, Bereichsleiter für Information Service Engineering bei FIZ Karlsruhe und Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 

Wir freuen uns, dass es gelungen ist, für die allermeisten Angebote Lösungen zu finden, die möglichst allen Interessierten eine Beteiligung erlauben (nachstehend blau markiert und führen zur Anmeldung). Leider gibt es ein paar Ausnahmen (nachstehend orange markiert). Als Ausgleich bieten sich die Runden der Resümees (RR) an, die – thematisch fokussiert – Ihnen zumindest einen Einblick in die Thematik geben:

  • Tag 1 RR "Werke" mit den Pat*innen der MiniCons zu Musik und Literatur (beide am 7.6.) und der MiniCon zu Film (9.6.)
  • Tag 2 RR "surprise"
  • Tag 3 RR "Öffnung" mit den Pat*innen der MiniCons zu GND (7.6.), Archiv (8.6) und den MiniCons zu Agenturen (9.6.)
  • Tag 4 RR "Technik & Wikibase" mit den Pat*innen der MiniCons zu GND meets WikibaseWikidata and WikiLibrary (beide am 8.6.), GND-Explorer (10.6) sowie der MiniCon Wie verlinken wir  ... (10.6)
  • Tag 5 RR "Rückblick" mit den Pat*innen der MiniCons zu Geografika (11.6.) und aus dem Ideenforum zu Künstliche Intelligenz und xCurator, Thesauri der Ethnologie, GND.network und GEPRIS historisch (alle am 10.6.).

Bitte vergessen Sie nicht, sich auch für die Runden der Resümees anzumelden. Zudem viele Extras, wie die Sprechstunde zur GND und den Metadatenservice der GND. Sollten Sie hier keinen Beratungstermin bekommen haben, dann stehen Ihnen die Kolleg*innen natürlich auch jenseits der GNDCon für ein Gespräch zu Verfügung. Auf GND.network und der Website der Deutschen Nationalbibliothek finden Sie die passenden Informationen. Exklusiv für die GNDCon ist jedoch das GND-Quiz. Hier gibt es noch Plätze und Preise. Entspannt in das "Rendezvous am Mittag" mit dem Extra - GND-Spiel

Fotosession

Noch bietet die Technologie keine überzeugende Anwendung für Gruppenfotos auf digitalen Veranstaltungen. Da hilft nur eine alternative Idee. Wir bitten also alle der gut 350 angemeldeten Gäste der GNDCon, schicken Sie uns doch ein Motiv Ihrer persönlichen Wahl zu einer Entität in der GND als Bilddatei (jpg, max. 1 MB) an unsere Kontaktadresse. Oder gern auch ein Bild von Ihnen. Wichtig ist, dass das Bild unter einer freien Lizenz steht, damit wir es in eine Collage einfügen können. Mit den ersten 100 Bildern beginnen wir gleich mit der Collage!

So kunstvoll wird die GNCon Collage nur,
wenn Sie alle mitmachen.
public domain

Das GND-Dashboard

Auf der GNDCon 2018 hatten wir für alle Besucher*innen, die die GND als Normdatei besser kennenlernen wollten, die Ausstellung "Die GND vor Augen" im Foyer der Deutschen Nationalbibliothek eingerichtet. Auch in 2021 möchten wir Sie einladen, die GND zu erforschen. Das GND-Dashboard bietet Ihnen dafür Gelegenheit:



screenshot: GND-Dashboard (ein Produkt von Kolleg*innen der DNB)

Die Daten der GND muss man befragen, um Antworten zu bekommen. Wer Bilder mag, dem wird sicher auch das GND-Dashboard gefallen. Unterschiedliche statistische Auswertungen aufbereitet in zum Teil interaktiven Graphen und Karten visualisieren die 8,8 Millionen Datensätze der GND. Folgen Sie dem unten stehenden Link und testen Sie die Betaversion. Sie wurde eigens für die GNDCon von den Kolleg*innen der Deutschen Nationalbibliothek bereitgestellt: Das GND-Dashboard in Streamlit.