Blog

Die Archiv-Community rund um die Gemeinsame Normdatei (GND) ist sowohl engagiert als auch treu. Ein Beleg für diese Aussage: Wir stehen kurz vor dem sechsten GND Forum Archiv in fünf Jahren und erwarten wieder über einhundert interessierte Gäste. Es sollte Sie daher nicht überraschen, wenn das Motto unter dem dieses GND Forum steht, “Mitmachen!” lautet. Genau – mit einem Ausrufezeichen. “Mitmachen” ist nicht nur ein Label, mit dem man viele der Beiträge, die Teil des Programms sein werden, kennzeichnen kann, sondern zugleich eine Einladung an alle Institutionen und Mitarbeitenden im breiten Feld der Archive, die GND aktiv zu nutzen und mitzuwirken. Wie das möglich ist und was das möglicherweise an Arbeit und an Aufbau von Infrastruktur bedeutet, wird Gegenstand unter anderem des Publikumsgesprächs “Wann macht die Gründung einer GND-Agentur Sinn?” mit den Expert*innen sein. Eine Übersicht zum Programm bietet der Eintrag auf der GND-Website, alle Details zu den Referent*innen und Uhrzeiten hat die Interessengruppe Archiv im STA-Community Wiki veröffentlicht. Wie schon gewohnt, werden auch in diesem GND Forum die Formate Vortrag und Impuls mit Formaten der Publikumsbeteiligung rhythmisiert. Das heißt, direkt am 16. März 2026 im 6. GND Forum Archiv können auch Sie aktiv mitmachen.


Die Eckpunkte der Veranstaltung:

Termin:           16. März 2026, von 09:30 bis 13:00 Uhr

Ort:                 online, eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Zielgruppen: Mitarbeitende und Interessierte in Archiven, Bibliotheken und darüber hinaus

Heute wurde die vollständige Dokumentation zum Kolloquium des Standardisierungsausschusses "In Zukunft mit KI" veröffentlicht. Die Mitglieder dieses höchsten Gremiums zur Standardisierung von Meta- und Normdaten im Informations- und Wissensmanagements im deutschsprachigen Raum diskutierten offen und kontrovers die Frage der Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für ihre Arbeit. Das Kolloquium fand am 10. Dezember 2025 an der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt statt. Der digitale Tagungsbericht aggregiert aus den Abstracts, Visuals und Links zu den Vorträgen ein Wissensnetz zum aktuellen Stand KI-basierter Anwendungen in Bibliotheken in Deutschland und fasst die anschließende Diskussion zusammen. Besonders interessant dürften dabei die konkreten Ideen für die künftige Arbeit der Mitglieder sein.

Dokumentation zum STA-Kolloquium "In Zukunft mit KI" 
Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare.

In der Politik ist es manchmal wie in der Grammatik: Ein Fehler, den alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt. André Malraux (1901-1976)


zitiert nach Zitate-Fibel

Anfang des Jahres wurden die GND-Leitlinien in ihrer aktualisierten Fassung veröffentlicht. Das nehmen wir zum Anlass, um einerseits grundsätzlich die Funktion der Leitlinien darzustellen und andererseits zu erläutern, warum eine Aktualisierung nach Jahren geboten scheint. Die GND-Leitlinien sind ein integraler Bestandteil der GND-Kooperationsvereinbarung. Zusammenfassend ist es ihr Anliegen, allen Mitwirkenden an der GND einen klaren Handlungsrahmen zu vermitteln und zugleich allen Nutzenden offenzulegen, nach welchen Grundsätzen die Datensätze erstellt werden. Sie dienen demnach als Kompass oder neu-deutsch, sie sind der Code of Conduct der GND-Kooperative.

Ein GND Datensatz hat die Funktion eines verlässlichen Knotens im Netz der Daten.

Bildnachweis: https://pxhere.com/en/photo/646465; public domain



Seit der Erstveröffentlichung der Leitlinien 2017 als Anlage zur GND-Kooperationsvereinbarung hat die digitale Transformation des Kultur- und Forschungsbereichs enorme Fortschritte gemacht. Längst geht es nicht mehr vornehmlich um die Digitalisierung von Objekten, sondern die Daten zu den Objekten und die Referenzdaten selbst stehen im Fokus vieler kultur- und forschungsrelevanter Prozesse. Daneben sind Sichtbarkeit und Auffindbarkeit im Netz zu zentralen Parametern des Erfolges geworden. Das digitale Suchen und Finden (retrieval) von Daten und Information ist Teil unseres Alltags. Heute werden Informationen im zunehmenden Maß über KI-Agenten vermittelt. KI-Agenten sind oft Anwendungen generativer Künstlicher Intelligenz (KI). Ein bekanntes Beispiel ist der ChatGPT der Firma OpenAI. Aber auch Googeln passiert heute immer öfter im sogenannten AI-Modus. Bereits zwei Drittel der 16- bis 29-jährigen verwenden, laut einer Erhebung der bitkom, regelmäßig KI-Chatbots statt klassischer Suchmaschinen. Das ändert jedoch nichts am Anspruch des Nutzenden, dass die angebotene Information zuverlässig sein soll. Zuverlässig meint hier: faktisch richtig, nachvollziehbar und reproduzierbar. Dabei darf die Aussage “faktisch richtig” nicht zwingend mit “wahr” gleichgesetzt werden. Wahrheiten können, lehrt uns spätestens die Postmoderne, kontextgebunden sein. Fakten wie “Sauerstoff ist ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Erdatmosphäre” sind hingegen beständig und dies unabhängig von der jeweiligen Perspektive des Senders oder Empfängers. Nur wenn diese Qualität der vermittelten Informationen verlässlich erreicht und vom Nutzenden auch tatsächlich wahrgenommen wird, werden KI-Agenten einen dauerhaften Beitrag in der Öffnung des Zugangs zu Wissen leisten und damit zu einem effektiven Assistenten in dem Aufgabenspektrum werden, das sie mit den Bibliotheken teilen: Die Vermittlung von Information und der Organisation von Wissen. 

Diese technischen und damit einhergehenden gesellschaftlichen Entwicklungen wirken sich auf die Normdaten-Arbeit aus. Einerseits gilt es, das Retrieval in den KI-Suchen qualitativ zu sichern. Andererseits soll KI die automatische Erschließung fördern. Dabei Entitäten natürlich auch mit Normdaten verknüpfen und das Anlegen neuer GND-Datensätze unterstützen. Unbeantwortet bleibt hierbei bislang die Frage, welche Auswirkungen es auf unseren Umgang mit Daten, Informationen und Wissen hat, wenn Normdaten in KI-basierten Anwendungen automatisiert generiert und ebendiese im Retrieval als Referenz verwendet werden. Könnten Fehler sich dadurch leichter perpetuieren? Würden eigentlich falsche Daten zu fehlerhaften Ergebnissen führen? Diese Risiken gilt es, von einer soliden Basis aus bewusst in den Blick zu nehmen.

Normdaten sind und bleiben ein wichtiges Werkzeug des Retrievals im Informationsmanagement. Gerade im wissenschaftlichen Kontext erhalten Normdaten im  RAG-Verfahren (Retrieval-Augmented Generation) zunehmende Bedeutung, um die Verlässlichkeit von Antworten der KI-Anwendungen zu verbessern. Dieses Verfahren wird jedoch noch nicht flächendeckend von den Sprachmaschinen angewandt. Vielmehr ist es bislang ein zusätzlicher Aufwand der Regulierung der Sprachmodelle (LLM), den der End-Nutzende nicht leisten kann. Zugleich verspricht man sich vom Einsatz KI-basierter Verfahren zur Generierung von Normdaten entsprechende Effizienzgewinne und setzt verstärkt auf ihre Implementierung (1). Das heißt, sowohl im Retrieval als auch bei der Generierung von Normdaten werden zunehmend KI-basierte Verfahren zur Anwendung kommen. Damit gewinnen die Nutzbarkeit und Zuverlässigkeit von Normdaten sowohl inhaltlich als auch technisch an zusätzlicher Bedeutung. Vor diesem Hintergrund verpflichten sich die Partner der GND-Kooperative in den GND-Leitlinien auf die Gewährleistung der Qualität der Normdaten im besonderen Maße und öffnen sich zugleich für KI-basierte Verfahren samt den daraus eventuell folgenden neuen Anforderungen an Dateiformate und Schnittstellen. 

Keine alternativen Fakten in der GND

Die inhaltliche und technische Qualität der Normdaten ist das Fundament und konstitutives Element unserer transinstitutionellen Zusammenarbeit. Insbesondere die inhaltliche Verlässlichkeit betrifft die Verantwortung der Kooperative für unsere demokratische Gesellschaft. Wenn GND Redakteur*innen sich auf die Liste von Nachschlagewerken als Referenz berufen, dann steht dahinter die implizite Vorstellung, dass der Publikationsprozess von Nachschlagewerken hinreichend wissenschaftlich sei - also den ethischen Prinzipien der Wissenschaft (2) folgt, und damit innerhalb des gesellschaftlichen, zivilisierten Diskurses der Demokratie sowie ihres Fundaments aus Fakten, Menschenrechten und Verfassung. Dieser unausgesprochen vorausgesetzte Rahmen wird zwar als weitläufig, aber eben nicht als beliebig gesehen. Vielmehr vertraut man darauf, dass er eine hinreichende Meinungsvielfalt spiegelt, die sich jedoch auf eine Faktizität geeinigt hat, die nicht willkürlich, sondern belegbar ist. Dieser Rahmen gilt für die Wissenschaft, die Medien und nicht zuletzt für Wissensorganisationen wie Museen, Archive und Bibliotheken. Diese Prinzipien sind der Garant, dass nicht eine einfache Mehrheit oder ein Machthaber entscheiden kann, was faktisch richtig sein soll. Damit bieten diese Einrichtungen in unserer liberalen Demokratie ein korrigierendes Gegengewicht zum politischen Diskurs und schützen uns als Gesellschaft vor Fehlern. Das gilt selbst für solch kleine Elemente wie Normdaten. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen schien uns die explizite Benennung dieses ethischen Handlungsrahmens geboten. Daher haben die Mitglieder der GND-Kooperative im GND-Ausschuss eine aktualisierte und abgestimmte Fassung der Leitlinien ausgearbeitet. Die aktualisierten Leitlinien betonen: 

  • Die GND verpflichtet sich zu wissenschaftlicher Redlichkeit, Quellentransparenz und sachlicher Darstellung. 
  • Ihre Partner sind hinsichtlich der Datenpflege und Dienstleistungen rund um die GND im Rahmen der liberalen Demokratie zu Neutralität und Unvoreingenommenheit im Sinne der allgemeinen Menschenrechte verpflichtet.
  • Ihre Daten sind offen und frei im Internet zugänglich. … Sie unterstützt die Datenvernetzung über Regeln und Werkzeuge auch im Rahmen von KI-Anwendungen.

Der vollständige Text wird über die GND-Website zum Download angeboten.

Ich habe dem Beitrag ein Zitat des französischen Politikers und Abenteuers (sic!) André Malraux vorangestellt, weil das Zitat mir assoziativ eine Brücke schlägt von der uns vertrauten Welt der regelbasierten und normenden Daten, analog der Grammatik, zu der oft als chaotisch erlebten und auf jeden Fall machtorientierten Welt der Politik. Das Zitat lenkte meine Aufmerksamkeit auf das Risiko von Folgefehlern in der Politik. Denn auch die Politik hängt nicht zuletzt von der Richtigkeit der Fakten ab. Auf der Grundlage von verlässlichen Fakten sollte sie idealerweise ihr Handeln ausrichten. Andernfalls drohen auch in der Politik aus Fehlern neue Handlungsmaximen zu entstehen. Möge dies uns allemotivieren, redlich unser Handwerk zu betreiben.

Anmerkungen

(1) Vergleiche etliche Vorhaben der Mitgliedsintitutionen des Standardisierungsausschusses für KI-basierte Ansätze zur automatisierten Erschließung, die auf dem Kolloquium “In Zukunft mit KI” präsentiert wurden.  

(2) Vergleiche Harari, Yuval Noah “Nexus”, Fern Press 2024, S. 103 “A scientific institution, in contrast, gained authority because it had strong self-correcting mechanisms that exposed and rectified the errors of the institution itself. It was these self-correcting mechanisms, not the technology of printing, that were the engine of the scientific revolution.”






Der Handwerker, Bronze von Evelyn Beatrice Longman, 1931

Bildnachweis: Steve Thornton, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein kurzer Hinweis zum Schluss

Auf Wunsch von etlichen Nutzenden der GND-Website haben wir die Struktur der Infothek verändert. Sie folgt jetzt hoffentlich besser den Bedarfen der Nutzenden, indem sie deren mögliche Themen wie "Einführung in die GND", "GND Daten", "Vom Nutzen der GND" als Ordnungskategorien verwendet. Die GND-Leitlinien sind im Abschnitt "Über der Mitarbeit in der GND" veröffentlicht. Wir freuen uns über Ihr Feedback und bemühen uns zeitnah darauf einzugehen.

(warning)  Wenn Sie über neue Posts informiert werden wollen, dann abonnieren Sie bitte unsere Mailingliste GND-Kulturdaten über diesen Link: https://www.listserv.dfn.de/sympa/subscribe/dnb-afs-gnd-kulturdaten?previous_action=info (warning) 

Es ist Dienstag, der 23. Dezember, letzter Arbeitstag. Ganz nüchtern betrachtet ein Datum wie jedes andere. Und doch ist der letzte Tag des Jahres ein stiller Appell: Zeit für Rückblicke, Bilanzen und – natürlich – Checklisten der Key Results. Wann eigentlich kam diese Idee auf, man müsse zum Jahresende Rechenschaft ablegen? In unseren Breitengraden entstand sie mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann zwischen der Vertreibung aus dem Paradies und der Einführung des Black Friday. Man darf annehmen, dass das Bilanzziehen sich nicht erst im Gefolge europäischer Kolonialherren über den Globus verbreitete, sondern vielerorts schon lange zuvor praktiziert wurde. Man zählt sein Hab und Gut, rechnet vor, was fehlt. Wenn man so viel besitzt, dass man seinen Besitz nicht mehr auf einen Blick erfassen kann, dann fängt man an, zu zählen, zu sortieren, zu kategorisieren und zu notieren … Yuval Harari beschreibt diese Entwicklung eindringlich in seinem Buch “Nexus”. Von der Organisation des Besitzes ist es nur ein kleiner Schritt zur Organisation des Wissens – und von dort zu den Normdaten. Da die Gemeinsame Normdatei zentrales Thema dieses Blogs ist, wäre das keine Überraschung.

Doch kehren wir noch einmal zur Ausgangsfrage zurück: Warum ausgerechnet am 31. Dezember? Warum nicht am 28. Februar? Auch da ist es kalt und trist. Man verpasst weder eine laue Sommernacht noch das Nachtigallenkonzert, wenn man sich stundenlang mit der Bilanz des vergangenen Jahres abmüht.

Wenn es draußen kalt und dunkel ist, spielen zumindest auf der Nordhalbkugel Lichter und Kerzen in vielen Bräuchen eine wichtige Rolle. Die schwedische Lichterkönigin trägt eine Kerzenkrone in das dunkle Haus. Man misst die Zeit mit dem Adventskranz oder dem Chanukka-Leuchter. Heute sieht man vermutlich vom Weltall aus, wann und wo der große Konsumaufschwung im Jahr stattfindet. Die festlich beleuchteten Straßen und Hausglitzerketten vertreiben das winterliche Dunkel. Ende Februar ist es zwar auch kalt und dunkel, aber die Aussaat steht kurz bevor, daher ist keine Zeit zum Bilanzieren, wendet die Anthropologie ein. Denn all diese Bräuche haben ihren Ursprung in der Naturbeobachtung der Altvorderen vor Tausenden von Jahren, unter anderem auf irgendeinem Hügel unweit von Leipzig. 

Ist es nicht erstaunlich, wie stur traditionsgebunden unsere Gewohnheiten sind? Da kaufen wir Erdbeeren im Dezember und essen Nüsse im Sommer. Wir begeistern uns für Technologien, mit denen wir den von uns gemachten Klimawandel einhegen wollen. Wir fliegen als Touristen ins Weltall und schwadronieren von Marskolonien. Wir drehen die Heizung weiter auf, wenn es draußen stürmt. Und wir beschweren uns, wenn wir für die 600 Kilometer nach Frankfurt im Zug länger als vier Stunden brauchen. Und trotz all dieses Fortschritts, all dieser tollen Errungenschaften und fabelhaften Erfindungen sitze ich hier Ende Dezember und soll einen Jahresrückblick schreiben. Nur weil es vor Ewigkeiten mal bedeutsam war, wann die Sonnenwende erfolgte? Sie merken es vielleicht: Hier regt sich der Trotz der Angestellten. Der leise Unmut, auf den letzten Metern noch einmal eine Schippe drauflegen zu müssen. Bahnt sich da ein Konflikt an?

Nein halt! Denn eine Sache, die nicht nur mir besonders wichtig ist, sondern auch die Gäste des Kolloquiums des Standardisierungsausschusses unisono betonten, ist die Zusammenarbeit. Ohne Kooperation mit den erforderlichen Kompromissen, gegenseitigem Verständnis und Respekt sowie der Bereitschaft, dem anderen den Vortritt zu gewähren, wäre unsere Arbeit unmöglich zu bewältigen. Und da ja bekanntermaßen das Fest der Liebe vor der Tür steht, lassen wir die Revolte ausfallen. Stattdessen ein großes Dankeschön an all jene, die in den letzten 365 Tagen – mal mit, meistens ohne KI – enorm viel geleistet haben. Damit die Gemeinsame Normdatei das bleibt, wofür sie geschätzt wird: Ein verlässliches Werkzeug zur Wissensorganisation in einer Welt, die gern etwas heller sein dürfte.


P.S. Wer jetzt fragt: Wo ist die versprochene Checkliste zum Jahresende, mit der man prüfen könnte, wie die Bilanz der GND ausfällt? Dem empfehle ich für die hoffentlich ruhige und gemütliche Zeit der Raunächte die Lektüre aller Blogposts dieses Jahres. Da finden sich Informationen zu den Veranstaltungen, technischen Entwicklungen und Kooperationen, die zusammen dem Jahr 2025 zu einer positiven Bilanz verhelfen.

Frohe Festtage, einen guten Rutsch und auf ein Neues in 2026.



Aus der Reihe "Was du heute kannst besorgen ..." Der GND Weihnachtsgruß 2025 AfS (DNB) CC BY  

Rückblick auf den Feedbackworkshop zur GND-Dokumentation am 24.11.2025

Mit der sukzessiven Veröffentlichung der Erfassungsregeln für die Normdatensätze der Gemeinsamen Normdatei auf der STA-Dokumentationsplattform im September hat die GND-Kooperative einen großen Schritt hin zur Fortschreibung ihrer Öffnung für die Expertise weiterer Communitykreise getan. In einem Workshop zur GND-Dokumentation bekamen Mitglieder aus Museen, Archiven und Forschungseinrichtungen, die mit der GND arbeiten, Gelegenheit, zu deren Struktur, Bedienfreundlichkeit und Verständlichkeit Feedback zu geben. Die Inhalte und Ergebnisse fasst dieser Blogpost zusammen.


Die Farbfolge eines Regenbogens folgt ganz ohne menschlichen Zutuns den immer gleichen Regeln.
Credit: Andrea Stöckel, public domain via public domain pictures 

Von Regeln und ihrem Nutzen

Ein Regenbogen, die Schwerkraft und die Trägheit der Masse folgen den immer gleichen Naturgesetzen - auch wenn uns das Anthropozän gerade hier zum Umdenken zwingt. In zwischenmenschlichen Bereichen helfen Regeln, Konflikte zu vermeiden, Prozesse zu effektivieren und die Zusammenarbeit zu fördern. Oft genug sind es genau die Regeln oder besser die Befolgung derselben, die zu einer besseren Qualität führen. Sei es mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch die Straßenverkehrsverordnung oder die Verwendung von genormten Material im Bau. Oder mehr Vergleichbarkeit durch standardisierte Ausschreibungsverfahren oder mehr Gerechtigkeit durch Gesetze, die für alle gelten. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. In der digitalen Transformation des Kulturbereichs ebenso in der Wissenschaft und Forschung sollen gemeinsame Standards, letztlich Regeln, für mehr Interoperabilität, Vernetzung und verbesserte Auffindbarkeit beziehungsweise Sichtbarkeit der digitalisierten Inhalte sorgen. Eine besondere Rolle nehmen hier Normdaten ein. Die Daten der Gemeinsamen Normdatei (GND) bieten den Vorteil, dass sie auch unabhängig von dem Stand der Standardisierung insgesamt bereits all das oben Genannte unterstützen. Sie sind sozusagen die Vorhut der Standardisierung. Dies erklärt den hohen Nutzungsgrad der GND-Daten als persistentes Referenzsystem in Kultur und Forschung im deutschsprachigen Raum. (weitere Informationen: Erste Ergebnisse der Umfeldanalyse wurden in Form eines Whitepapers veröffentlicht: Schlösser, M., Schäffer, J., von Hagel, F., & Schäfer, F. (2024). Überblick über das Forschungsdatenmanagement in Museen und Universitätssammlungen. Zenodo. https://zenodo.org/records/13789201

Durch die verstärkte Nutzung der GND-Daten ergeben sich gerade in ihrer bedarfsorientierten Ansetzung auch erhöhte Bedarfe an neuen GND-Datensätzen oder an Ergänzung von bestehenden. Damit jedoch Normdaten ihre Referenzfunktion wirklich erfüllen können, müssen sie verlässlich sein. Diese Verlässlichkeit wird letztlich durch Regeln definiert und garantiert. Die Regeln, nach denen die GND-Datensätze angelegt werden, basieren wiederum auf internationalen Standards, niedergelegt im Regelwerk Resource Description Access – für den deutschsprachigen Raum in der Kurzform RDA DACH genannt. Vor der Veröffentlichung der STA-Dokumentationsplattform regulierte ein Lizenzmodell den Zugang zum RDA-Toolkit, mit dem Erschließende sich im Zweifel über die regelkonforme Darstellung von Katalogsdaten, wie Titel, Autor, Werk oder Ort, informieren konnten. Dieses Toolkit wurde ergänzt durch eine Vielzahl von aufeinander verweisenden und bezugnehmenden Textblättern, den Erfassungsleitfäden und Erfassungshilfen zur GND. Sich in diesem Geflecht zurecht zu finden war schwierig, auch wenn die Textblätter an sich über die Deutsche Nationalbibliothek allgemein zugänglich waren.  Es ist daher nur folgerichtig, dass mit der Öffnung der GND auch die Regeln zu ihrer Erfassung transparenter, partizipativer und vor allem lizenzfrei zugänglich gemacht werden mussten. Mit der Veröffentlichung der Erfassungshilfen für Akteure, Geografika und Körperschaften in der GND-Dokumentation sind wir diesem Meilenstein erheblich näher gekommen. In den kommenden Monaten sollen die Regeln für Werke, Konferenzen und Sachbegriffe folgen. 





Mit einer Workshopreihe begleitet die GND-Interessengruppe “Museen und Sammlungen” (IG MuS), unterstützt durch Mitarbeitende der GND-Zentrale, den Publikationsprozess. Eine Einführung in die Thematik erfolgte in dem ersten Workshop im Februar. Im Wesentlichen umreissen die beiden ersten Absätze des Blogposts die Perspektive der GND, wie das Thema im Workshop behandelt wurde. Der nebenstehenden Präsentation sind weitere Aspekte zu entnehmen.

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Vortrag zum ersten Workshop der IG MuS zur GND Dokumentation

Eine Einführung in die Arbeit mit der GND-Dokumentation

Für den Online-Workshop am 24. November konnten sich die Teilnehmenden aus der IG MuS und weitere Interessenten unmittelbar mit der GND-Dokumentation befassen. Dazu war zunächst eine Einführung in die Struktur der STA-Dokumentationsplattform mit ihren Bestandteilen Allgemeines, RDA DACH und GND erforderlich. Dies übernahm Andrea Hemmer (DNB). Sie erläuterte zu Beginn die inhaltlichen Abhängigkeiten zwischen RDA DACH und der GND am Beispiel von den Regeln zur Darstellung von Akteuren. Sie präsentierte unterschiedliche Möglichkeiten zur Suche und allgemein Begrifflichkeiten und Funktionalitäten der Plattform. Dann ging sie detailliert auf die Funktionen und Inhalte der GND-Dokumentation ein. Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang, dass der bereits erprobte offene Redaktionsprozess für den Standard RDA DACH künftig auch Diskussionen zu den Regeln in der GND-Dokumentation ermöglicht. Damit können community-spezifische Bedarfe durch Anwendergruppen und solche allgemeiner Natur adressiert und transparent umgesetzt werden. Die gesamte text- und abbildungsreiche Präsentation ist nebenstehend nachzulesen.


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Die Folien von Andrea Hemmer (DNB) als PDF.

Feedback gewünscht

Zentrales Element des Workshops war selbstverständlich das eigenständige Testen der Dokumentation durch die Teilnehmenden selbst.  Aufgeteilt in kleine Gruppen versuchten sie die nebenstehenden Aufgaben zu lösen. Ausgangspunkt war der Bedarf, einen regelkonformen GND-Datensatz zur Nadia Boulanger anzulegen.

Alle Teilnehmenden lösten die Aufgabe ohne Probleme. Der GND-Datensatz zu “Boulanger, Nadia” sollten mit dem Entitätencode piz, dem Ländercode XA-FXFR, den Lebensdaten * 16. September 1887 † 22. Oktober 1979 korrekt verknüpft werden, außerdem wären die Angaben zum Geburts-, Sterbe- und Wirkungsort als weitere Individualisierungsmerkmale, hier jeweils “Paris”, ebenso wie die Angabe ihres Berufes “Komponistin” ergänzt durch die Bezeichnung der Relationierung zu dem bereits vorhandenen GND Datensatz ihrer Schwester Lilli möglich. Die Leser*innen mögen selbst die Aufgabe in der GND-Dokumentation nachvollziehen, vielleicht zunächst ohne den in der obigen Lösung angegebenen Links zu folgen.

Natürlich fällt es jemandem, der nur sehr selten einen GND-Datensatz anlegen möchte, schwerer, sich in der Dokumentation zurecht zu finden als jemandem, zu dessen täglichen Aufgaben die GND-Arbeit gehört. Die Dokumentation bietet keine Eingabemaske für Entitätstypen, sondern bildet nur die Regeln zu deren Erfassung ab. Im Einzelfall kann eine detaillierte Schreibanweisung beim Anlegen von Datensätzen helfen. Neben kleineren Hinweisen zur Verbesserung der Verständlichkeit, wie der Erläuterung des Bibliotheksterms “Sucheinstieg”, lobten die Teilnehmenden die gute Verständlichkeit der Texte, die Erläuterungen mit Beispielen und das Farbkonzept zur leichteren Orientierung. Der für das zweite Quartal 2026 geplante dritte Feedbackworkshop wird sich dann den bis dahin hoffentlich vorliegenden Trainingsmaterialien zur GND-Doku widmen. Wir werden Sie informieren.

Bis dahin testen Sie gern selbst die GND-Dokumentation und lassen Sie uns Ihren persönlichen Kommentar zukommen. Auf jeder Seite der STA-Dokumentationsplattform finden Sie unten in der Menüleiste ein kleines Sprechblasen-Symbol; dies öffnet eine E-Mail an die Arbeitsstelle für Standardisierung mit dem entsprechenden Weblink in der Betreff-Zeile. Schreiben Sie uns, wenn Sie einen Tippfehler, einen Textfehler, eine Anmerkung oder ein Lob hinterlassen möchten. Wir freuen uns.

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Screenshot der Aufgaben im Feedbackworkshop zur GND-Dokumentation

Dokumentation des vierten projektübergreifenden Agenturentreffens am 30.9. 2025 an der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main

Fast alle neuen Agenturen und Redaktionen waren zum 4. projektübergreifenden Agenturentreffen erschienen. Ziele des Treffens waren: Sich gegenseitig auf den aktuellen Stand der Entwicklungen zu bringen und zu Themen auszutauschen, die alle betreffen. Einen ganzen Tag lang berichteten die Teilnehmenden aus ihrer Praxis, diskutierten gemeinsam mögliche Lösungen von Problemen oder wie Ideen zusammen weiterentwickelt werden könnten und trafen Verabredungen für die künftige Zusammenarbeit. Mitarbeitende aus der GND-Zentrale brachten eigene Punkte ein und beteiligten sich intensiv an den Debatten. 

Als konzeptionelle Klammer diente das sog. CASA-Prinzip, das zum einen für eine Kultur des Vertrauens und des Teilens steht, und zum anderen die Teilnehmenden dazu einlädt, zu den Stichworten Challenged, Achieved, Sharing und Aiming aus ihrer Perspektive zu berichten. Daher war das Treffen nicht öffentlich, sondern beschränkte sich auf die in den neuen Agenturen und Redaktionen aktiv Mitarbeitenden und die Kolleg*innen aus der GND-Zentrale. Umso wichtiger ist die öffentlich geteilte Dokumentation des Treffens. Das Programm sah drei Runden vor: Check In, Barcamp und Plenum.

Dokumentationsrückblick

Erste Austausch-Runde

Alle Agenturen, Redaktionen und die GND-Zentrale hatten im Vorfeld Gelegenheit, sich zu den genannten Stichworten ihren Input zu überlegen und im Check In vorzutragen. Selbst neue Mitarbeitende konnten sich aufgrund der klaren Struktur gut in das Treffen einbringen. Es brauchte nur eine geringe Vorbereitungszeit und die alle betreffenden Themen wurden schnell offenbar.

Natürlich sind bei Teilnehmenden, die bereits seit Längerem im Netzwerk der GND arbeiten, die Perspektiven andere als bei denjenigen, die gerade im Aufbau oder noch in Planung sind. Dennoch kristallisierten sich klar Gemeinsamkeiten heraus. Ein Kernthema waren interne Workflows innerhalb der jeweiligen Agentur oder Redaktion. Wo diese noch konzipiert werden müssen, können die erfahrenen Agenturen beratend zur Seite stehen. So kann die Passung der inneren Workflows zu den Prozessen, die zwischen den etablierten Mitgliedern der GND-Kooperative bestehen, sichergestellt werden. Oft müssen jedoch die Konzepte noch umgesetzt und etabliert werden, ehe sie tatsächlich tragfähig sind und langfristig die Arbeit erleichtern. Die Prozesse innerhalb der GND-Kooperative waren ebenfalls Thema. Sehr deutlich wurde der Bedarf nach mehr Information und Transparenz sowie einer deutlichen Verkürzung der Prozesse. Das betrifft vor allem die Workflows bei Datenimporten und den Redaktionsprozess der GND-Regeln. Letzterer soll künftig transparenter und partizipativer werden, indem der funktionierende Releaseprozess für Redaktionsarbeiten an dem RDA-DACH-Standard in der STA-Dokumentationsplattform auch für die GND-Dokumentation übernommen werden soll. 

Alle Beteiligten hatten Erfolge zu feiern. Die einen hatten ihr erstes Testdatenset erfolgreich in die GND eingebracht – ein wichtiger Meilenstein im Gründungsprozess einer Agentur. Andere freuten sich, für ihren Kundenkreis regelmäßig Schulungen anbieten zu können und aus diesem Kreis mit neuen GND-Datensätzen zum Reichtum und Vielfalt der GND beizutragen. Mehrere legten Konzepte vor, wie ihre GND-Anwendenden über Templates oder Datenaustauschformate leichter in der GND mitarbeiten können. Diese Konzepte werden nach Möglichkeit in die Planung zum Aufbau des von der GND-Zentrale verantworteten, neuen GNDcommunityspace einfließen. Hier gilt es am Ball zu bleiben. 

Take-Aways aus der zweiten Runde

Die Themen, die alle betrafen, wurden in der zweiten Tageshälfte vertieft. Die Themen wurden in Barcamp-Manier aus dem Input des Check Ins durch die Abstimmung der Teilnehmenden identifiziert. An drei Tischen diskutierten die Teilnehmenden intensiv entlang der thematischen Linien  “Workflows und Organisation”, “Workflows und Daten” sowie “Neuer Workspace zur Datenedition – aka GNDcommunityspace”.

Zentrales Thema war der Bedarf an Schulungen für Anwendende, die keine bibliothekarische Vorbildung haben. Die Hoffnung ist groß, dass es mit der Veröffentlichung der GND-Dokumentation leichter wird, GND-Datensätze regelkonform zu erfassen. Diese enthält die bisherigen GND-Erfassungshilfen und -Leitfäden zur Erfassung in den gängigen Softwareprodukten in Bibliotheken (PICA, Aleph und Alma). Indem wir uns auf die GND-Dokumentation fokussieren, sollte das große Desiderat Schulung zur GND für Nicht-Bibliothekare besser adressiert werden können. Der Anspruch ist auf jeden Fall, dass die Regeln intuitiver, leichter verständlich und die notwendigen Informationen leichter zu finden sein sollen als in den vormaligen PDFs. Die jetzt vorliegende Dokumentation der GND-Regeln wird in den kommenden Monaten erweitert und soll mit dem Feedback der Nutzenden verbessert werden. Bereits jetzt ist es möglich, online Rückmeldung zu einzelnen Seiten der GND-Dokumentation zu geben. Geplant ist zudem, für die Nutzung der Dokumentation Online-Trainingsmaterial zu entwickeln, das den Einstieg für alle, die nicht tagtäglich GND Datensätze bearbeiten, erleichtern soll. 


Bild 1: Eindrücke aus der Bandbreite der geteilten Erfolge (Achieved):




Bild 2  Die Beiträge der Teilnehmenden im Check In zum Reinzoomen

Das zweite große Thema war eine verbesserte Dokumentation von Workflows. Das betrifft sowohl die generische Darstellung erwartbarer interner Workflows als auch die Darstellung, welche Anliegen über welche Workflows innerhalb der GND-Kooperative behandelt werden. Tatsächlich besteht hier noch ein Konzeptions- und Standardisierungsbedarf. Ein Thema, dem wir uns nur gemeinsam mit allen Beteiligten stellen können. 

Das betrifft auch den Workflow zu den Datenimporten. Hier braucht es nach Meinung der Anwesenden mehr Transparenz, um zu verstehen, warum Importe so iterativ und zeitintensiv sind. Die dünne personelle Ausstattung der Deutschen Nationalbibliothek, die die Hauptlast der Integration neuer Daten in das Produktivsystem der GND trägt, ist nur ein Teil der Erklärung. Der andere Teil betrifft die technischen Rahmenbedingungen: Aktuell können lediglich Daten im Format MARC 21 und MARCXML per Batch importiert werden. Zudem prüft die GND-Kooperative die Qualität der gelieferten Daten anhand von Stichproben vor dem Import in die produktive GND, da die Datenqualität der GND im Interesse aller Beteiligten liegt. Vielleicht wäre es sinnvoll – so eine Anregung aus dem Plenum – Datenimporte community-spezifisch zu clustern und in vereinbarten Sprints – nach der Scrum-Methode – zu importieren. Das böte allen Beteiligten den Vorteil, sich nicht über einen längeren Zeitraum immer wieder neu in eine Thematik einarbeiten zu müssen. Andererseits ist es unerlässlich, dass alle am Prozess Beteiligten innerhalb des vereinbarten Zeitraums dieser Aufgabe die notwendige Zeit widmen. Eine weitere Anregung bestand darin, bei zeitkritischen Themen, dies bereits in der Betreffzeile einer Email an Mitarbeitende der GND-Zentrale entsprechend zu vermerken und im Text zu erläutern. Das böte den Mitarbeitenden der DNB die Chance, in der Pipeline der Anfragen zu priorisieren.

Der im Check In von mehreren Beteiligten geäußerte Bedarf an weiteren Templates zur regelkonformen und zugleich niedrigschwelligen Erfassung neuer Normdatensätze, ob zu Sachbegriffen, zu Geografika oder Provenienzdaten, harmoniert mit dem Vorhaben der GND-Zentrale eine technische Plattform zur kollaborativen Aggregation von Normdaten anzubieten, den GNDcommunity(data)space (GNDcs). Die Arbeiten dazu haben erst vor Kurzem mit der Beauftragung eines Dienstleisters begonnen. Im GNDcs sollen registrierte Mitarbeitende unterschiedlicher Communities die Möglichkeit haben, Kandidaten für die GND zu editieren. Es soll künftig Templates geben, die vorgeben, welche Angaben benötigt werden, um regelkonform Entitäten in der GND zu identifizieren und zu disambiguieren. Die von den Agenturen und Redaktionen erwähnten eigenen Konzepte für die Erfassung bestimmter Entitätstypen fließen nach Möglichkeit in die Entwicklung des GNDcs mit ein. Die Datensätze im GNDcs erhalten einen Identifier, der, sollte er in das Produktivsystem der GND übernommen werden, in der GND gespeichert wird. Entscheidender Vorteil wäre, dass im GNDcs noch unvollständige Datensätze angelegt werden können und man miteinander an der Vervollständigung arbeiten kann. Sobald eine Agentur den Datensatz auf die Eignungskriterien der GND hin überprüft und bestätigt hat, kann der Kandidat übernommen werden. Ein weiteres geplantes Funktionsfeld ist die Möglichkeit, im GNDcs ergänzende Angaben zu bestehenden GND-Datensätzen zu machen, die später zwar über den GND-Explorer angezeigt werden, aber nicht zwingend in das Produktivsystem der GND übernommen werden müssen. Schließlich ist auch ein Funktionsbereich für Korrekturen von bestehenden GND-Datensätzen geplant, die von einer Redaktion vor der Übernahme in das Produktivsystem geprüft werden. Eine erste Beta-Version mit funktionsfähigen Teilbereichen der Anwendung wird für Anfang 2026 erwartet.

Die Logos der entsendenden Einrichtungen und Konsortien

Eine Anregung galt dem Angebot des Informations- und Lernmaterials, das unter anderem auf der GND-Website vorliegt. Hier würden kategorisierende Etiketten, wie “Einführung” und “Archive”, helfen, sich im Angebot schneller zu orientieren. Bei der anstehenden Überarbeitung der GND-Infothek soll diese Anregung aufgegriffen werden.

Schließlich noch ein Hinweis: Viele neue GND-Anwendende haben die meist nur gedruckt vorliegenden Nachschlagewerke, auf die die GND-Dokumentation regelmäßig Bezug nimmt, aus Kostengründen nicht zur Hand. Zudem erscheinen gerade Fachcommunities die in der Liste der Nachschlagewerke verzeichneten Titel als zu allgemein oder gar veraltet. Das heißt, für die Redaktion dieser Liste müsste der Prozess partizipativer und transparenter gestaltet werden. Dies könnte gegebenenfalls künftig im Rahmen des Releaseprozesses der Änderungen der GND-Dokumentation adressiert werden. Zuvor muss jedoch definiert werden, wer genau die Mitwirkenden, neben den Mitgliedern des GND-Ausschusses, in diesem Releaseprozess sein werden. 

Zum Schluss des langen Tages

Nachdem im Plenum die Ideen und Ergebnisse aus dem Barcamp zusammengetragen worden waren, galt es zum Schluss des langen Tages Bilanz zu ziehen und Verabredungen für die Zukunft zu treffen: Die Praxis der jährlich stattfindenden projektübergreifenden Agenturentreffen soll beibehalten werden. Und als Angebot der bereits im Dauerbetrieb agierenden neuen Agenturen – LEO-BW-Regional, Bauwerke und data4kulthura – soll ein “Jour Flexe” für alle Interessierten eingerichtet werden, um den lockeren Austausch kontinuierlich zwischen den vor Ort stattfindenden Agenturentreffen zu fördern. 

Bild 3 Die Mitarbeitenden aus den neuen Agenturen und Redaktionen sowie der GND-Zentrale in der Herbstsonne. Credit: A.Steckel (SUB), CC BY, 2025

Wenn ein hydraulischer Obstschüttler in der Apfel- oder Olivenernte zum Einsatz kommt, dann prasseln mit viel Krach die Früchte auf die Erde, Äste brechen und manch ein Apfel zerplatzt im Sturz. Wer das von Tracy Arndt in der Infrastruktur der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) angepasste und implementierte Tool zum "Cherry-Picking" in der Gemeinsamen Normdatei (GND) zum Einsatz bringt, hört kaum das Schnurren des Computers und nicht ein Datensatz zerbricht. Tracy Arndt ist Bibliotheksinformatikerin und verantwortet in der DNB den Linked Data Service. Erst kürzlich wurde der so genannte SPARQL Endpunkt zur GND und den Titeldaten der DNB in einer Betaversion veröffentlicht. Sie hat mir im Interview erklärt, wie dieses Tool funktioniert und was für sie in diesem Kontext “Cherry-Picking” bedeutet. 


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Ein hydraulischer Obstschüttler in Aktion credit: Feucht Obsttechnik 

Barbara: Tracy, was genau ist ein SPARQL Endpunkt?

Tracy: Ein SPARQL Endpunkt ist ein Webdienst, über den mit der standardisierten Abfragesprache SPARQL auf strukturierte Metadaten im Format RDF zugegriffen werden kann – einem Modell, das Informationen als Tripel (Subjekt – Prädikat – Objekt) speichert und damit leicht von Maschinen verarbeitet werden kann. Anders gesagt, mit Hilfe einer SPARQL Abfrage kann ich über eine oder mehrere Datenquellen gleichzeitig nach Datensätzen suchen und das Ergebnis als Liste exportieren, die alle dieselben von mir definierten Kriterien erfüllen. Beispielsweise kann ich mir eine Sammlung erstellen lassen, aus der die Verteilung bestimmter Geburtsjahrgänge laut der Datenquelle in einem bestimmten Berufsbild hervorgeht. Aber auch alle Personen, die vor 1960 geboren wurden, als Auszug exportieren.

Für wen ist der Service? 

Im Prinzip können alle diesen Abfragedienst nutzen. Besonders relevant ist er vermutlich für Mitarbeitende in Bibliotheken, in der Forschung und im Kulturbereich. Gerade Entwickler*innen, die die Such-Ergebnisse in eine eigene Anwendung einbinden wollen, profitieren vom schnellen und maschinenfreundlichen SPARQL Service. Mit etwas Geschick können Laien, die die Ergebnisse ihrer facettierten Suche anstatt sie sich im Explorer nur anzeigen zu lassen, diese als Tabellenblatt oder im JSON-Format über den SPARQL Endpunkt exportieren. Diese Form der definierten Exports kommt dem englischen Ausdruck “cherry-picking” doch recht nah.

Wie sieht ein typischer Usecase aus?

Eine Person oder eine Anwendung, die aus den Datenquellen GND oder/und Titeldaten der DNB einen präzisen Teilbestand identifizieren möchte, dürfte das Gros der Nutzenden ausmachen. 

Gibt es eine Art “Übersetzungsdienst”, damit Menschen ohne Vorkenntnisse eine SPARQL Abfrage formulieren können? Oder verlässt man sich lieber auf einen KI-Chatbot? 

In einem ersten Schritt kann man sich an den Beispielen, die auf der Website angegeben sind, orientieren und daraus die eigene Abfrage ableiten. Im Netz gibt es viele Anleitungen für das Abfassen von SPARQL Abfragen. Zudem betreue ich aktuell ein studentisches Softwareprojekt an der HTWK Leipzig. Die Studierenden programmieren eine Anwendung, die natürlich-sprachige Anfragen an die GND in eine SPARQL Query übersetzen und dann die Antwort auch natürlich-sprachig wiedergeben. Also eine Art Chatbot. Wenn man beim formulieren von SPARQL Queries allgemein Unterstützung braucht, kann natürlich auch ein marktüblicher Chatbot helfen. Bei der Übernahme der Tipps muss man jedoch darauf achten, dass man das in der GND gängige Vokabular verwendet. Zum Beispiel die korrekten Bezeichnungen der Entitätstypen oder die in der GND verwendeten Eigenschaften. Entsprechend gilt das für die in den Titeldaten verwendeten Labels, damit diese bei der Suchabfrage des SPARQL Services gefunden werden. Der normale Chatbot wird hier nicht exakt den richtigen Code liefern, sondern im Zweifel eigene Bezeichnungen halluzinieren.

Gibt es eine Möglichkeit, mir Veränderungen der Ergebnisliste der Suchabfrage im Zeitverlauf anzeigen zu lassen? Wenn man beispielsweise regelmäßig mit derselben Suchanfrage den Dienst benutzt, kann ich dann Veränderungen im Zeitverlauf kenntlich machen? 

Weder in der GND noch in der Titeldatenbank werden Versionsverläufe in einer einfachen Modellierung abgebildet. Daher lassen sich derzeit Zeitverläufe nicht so gut über SPARQL Abfragen abbilden.

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Poster zum SPARQL Enpoint von Thomas Bauer und Tracy Arndt, DNB, CC BY, 2025

Der SPARQL Service greift sowohl auf die Daten der GND in Verbindung mit anderen Daten namentlich den DNB-Titeldaten zu. Kann ich die beiden Datenquellen auch getrennt adressieren? Also nur GND oder nur Titeldaten? Kann ich weitere Datenquellen inkludieren, beispielsweise Wikidata? Und wenn ja, wo finde ich hierfür eine Anleitung? 

Auf der Website des SPARQL Services ist die Auswahl vorprogrammiert entweder nur in der GND oder kombiniert mit den Titeldaten der DNB die Suchabfrage laufen zu lassen.  Siehe Screenshot.

Das tolle an dem Datenformat RDF ist, dass man Daten über URIs - also Links - untereinander referenzieren kann. Das bedeutet, dass wenn ein anderer Datensatz diese URI nachnutzt, kann ich an die Informationen kommen, die dahinter stehen. Am besten sieht man das an unseren Titeldaten. Dort ist beispielsweise der Autor eines Titels mit der GND verknüpft. Dort ist der Autor wiederum verknüpft mit einem Ort. So kann man eine Datenliste mit den entsprechenden Namen und Buchtiteln als Antwort auf die Frage bekommen: “Welche Bücher wurden von Berliner Autorinnen geschrieben?" 

Gibt es Informationen darüber, wie oft der Service genutzt wird? 

Ja, wir erfassen die Zugriffe. Diese werden nur über die IP Adressen geloggt, aber nicht von uns entschlüsselt. Uns interessiert hier mehr, was abgefragt wird und überhaupt nicht, wer die Abfrage stellt. Die Daten sind hinreichend anonymisiert, so dass man von einer DSGVO konformen Datenhaltung ausgehen kann.

Welche Rolle spielt die GND Ontologie?

Die GND Ontologie enthält die Beschreibung der Daten und wie sie miteinander in Beziehung stehen. Dort kann man sehen, welche Eigenschaften verwendet werden. Beispielsweise: preferredNameOfThePerson oder DateOfBirth. Daher spielt die GND Ontologie eine zentrale Rolle, da über die Ontologie die Strukturen des Wissensgraphen geformt werden. Bei den Titeldaten verwenden wir nach internationalen Standards für denselben Zweck externe Vokabulare.

Wie ist der Endpunkt technisch aufgebaut?

Über monatliche Datendumps aus unseren internen Daten werden RDF Daten erzeugt und anschließend mit der SPARQL Engine Qlever indexiert, um eine schnelle Suche darauf durchzuführen.

Gab es Schwierigkeiten bei der Konzeption und Implementierung?

Wir haben lange nach einer geeigneten Software gesucht, um einen SPARQL Endpunkt anbieten zu können. Aufgrund der Größe der Datendumps, insbesondere unserer Titeldaten, haben sich aber immer wieder Performance Probleme gezeigt. Der Service wäre zu langsam gewesen. Mit der SPARQL Engine Qlever tritt das jedoch nicht auf und wir können endlich einen performanten Endpunkt anbieten.

Wie oft werden die Daten, auf die der SPARQL Endpunkt zugreift, aktualisiert? 

Die GND Daten und Titeldaten, die für die SPARQL Abfragen genutzt werden, werden monatlich frisch hochgeladen.

Und zum Schluss wo finde ich mehr Information?

Ergänzend zur Website stellen wir weitere Informationen im DNB Wiki bereit und freuen uns über Feedback von den Nutzenden.

Das Gespräch führten Tracy Arndt und Barbara Fischer.

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Eine Anleitung für eine Suchabfrage über mehrere Datenquellen in Kombination, also eine federated Query, ist im Screenshot angerissenen Beispiel dargestellt.

Ein Online-Workshop der IG Archiv zur Erörterung des Bedarfs an Lernangeboten zur Arbeit mit der Gemeinsamen Normdatei (GND)

Die Dokumentation

Rund 80 Teilnehmende folgten der Einladung der Interessengruppe Archiv im Netzwerk der GND sich mit dem Thema “Wie lernt man Normdaten nutzen und schaffen?” aktiv auseinanderzusetzen. Der Workshop war öffentlich und fand am 19. September 2025 online statt. Die Teilnehmenden kamen aus allen Archivsparten und mit ganz unterschiedlichen Vorkenntnissen zum Thema Normdaten allgemein und der GND im Archiv im Besonderen. Den unterschiedlichen Voraussetzungen der Teilnehmenden wurde die Veranstaltung gerecht, indem sie einerseits bestehende, zum Teil einführende Handreichungen speziell für Archivmitarbeitende vorstellte, die die IG Archiv jüngst veröffentlicht hat:


Einsatz von GND-Normdaten im Archiv : archivische Relevanzkriterien

Die GND im Archiv : Handreichung zur Nutzung von Normdaten

Tipps & Tricks für die erfolgreiche Nutzung von Tools zum Einsatz der GND im Archiv

Version 1.0 (Januar 2025)

Version En 1.0 (June 2025)

Version 1.1 (August 2025)
 

Dazu auch der Vortrag von Dr. Stephanie Marra, Universitätsarchiv Dortmund

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Dazu auch der Vortrag von Dr. Johannes Haslauer, Staatsarchiv Bamberg

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Zum anderen bot der Vortrag von Barbara Fischer (DNB) zum derzeitigen Angebot von Informations- und Lehrmaterialien zur Nutzung und Mitarbeit in der GND einen Einstieg in die Diskussion zu den spezifischen Bedarfen der Community. 

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Letztlich zeigte die Diskussion, dass nach wie vor viele der bestehenden Angebote und Materialien noch nicht hinreichend bekannt sind. Dem will die IG Archiv künftig durch verstärkte Vermittlungsarbeit Rechnung tragen. Aufgeworfene Fragen und Bedarfe betrafen im Weiteren das Angebot an unterstützenden GND-Agenturen in der jeweiligen Region bzw. Archivsparte, die verbesserte Verankerung des Themas Normdaten zur Referenzierung transinstitutioneller Bestände in der Aus- und Fortbildung von Archivar*innen sowie schließlich die Anleitung zur integrierten Nutzung von Normdaten in unterschiedlichen Archiv-Informationssystemen. Thematisiert wurde ebenfalls die Methode der Vermittlung: Kurse mit Interaktionsmöglichkeiten für Lernende erscheinen vielfach attraktiver als Lernangebote zum Selbststudium. Insbesondere dem Thema “GND-Agentur”, Aufgaben und Einrichtung, wurde viel Bedeutung zugesprochen. Darauf soll eine künftige Veranstaltung der IG Archiv näher eingehen.

Veranstaltungshinweise zum Thema Schulung und Normdaten

Ergänzend und erweiternd noch die gesammelten Hinweise der Teilnehmenden zu passenden Veranstaltungen oder Material  und eine Sammlung von weiterführenden Links, die im Chat oder auf den Folien Erwähnung fanden:

Nützliche Links aus dem Chat und von den Folien:   


Ein Beitrag von Glagla-Dietz, Stephanie 



Am 29. September ist eine neue Version des GND Explorers produktiv genommen worden: 2.0.

Die höhere Zahl vor dem Punkt der Versionsnummer deutet schon an, dass es größere Änderungen gibt:


Externe GND-Nutzung

Label und Facette sind zwar bereits seit der letzten Version produktiv, doch kann die Funktion jetzt gerne beworben werden. Nicht nur die schnell verfügbaren Infos zur Wikimedia-Familie im Label „Externe GND-Nutzung“ sind komfortabel, sondern auch die weiterführenden Links zu Katalogen, die noch einige Zeit im Label „Identifikatoren“ zu finden sein werden.

Letztere Links sind sind um einen Link zum BEACONAggregator der LMU München ergänzt worden:

Neben der GND-URI, die ja zur Deutschen Nationalbibliografie führt, erlaubt besonders der Link zur OGND die zeitsparende Recherche nach zur GND-Entität gehörenden Titeldaten im K10plus, Gateway-Bayern und Österreichischer Nationalbibliothek. Mit der Ergänzung des Links zum BEACONAggregator sind nun alle Bibliotheksverbünde, die ZDB, FIDs und andere Fachbibliographien und Datenbanken direkt für die Weiterrecherche erreichbar. Beispiel Heinrich Heine:

https://prometheus.lmu.de/gnd/118548018. Siehe nebenstehenden Screenshot 1.


Dennoch ist dies erst der Anfang für externe Sichten. Das GND-Explorer-Team wird sich in den nächsten Wochen vor allem auf eine Erweiterung der Externen GND-Nutzung für eine GND-Community-Sicht konzentrieren.


Facetten

Für die neue Facette DDC-Notation wurden die DDC-Notationen jeweils auf der Ebene der DDC-Klassen zusammengefasst: siehe Screenshot 2. Diese Ansicht bekomme ich zum Beispiel, wenn ich mit der Anzeige aller Entitäten beginne: 

Zur Anzeige aller Entitäten in einer Trefferliste

Diese werden auch als Überordnung im Label DDC-Notationen genannt und können mittels eines  Suchlinks von einer einzelnen Entität recherchiert werden: Screenshot 3.

In der Facette Tonart können nur noch Musikwerke gefiltert werden, die mit einer Tonart verknüpft sind. Seit dem 2. September werden Tonarten möglichst mit dem jeweiligen Sachbegriff verknüpft, inzwischen sind mehr als 38.000 Musikwerke verknüpft. 


Auf der Startseite zum GND Explorer findet man noch viele weitere Tipps zur erweiterten Suche.


Katalogisierungssichten

Zwischen Faktenblatt und Ortsvisualisierung ist ein neuer Navigationspfad für Kompakt- und Katalogisierungsformate hinzugekommen:

In einem ersten Schritt sind die Formate Pica3 und Pica+ produktiv, in der nächsten Version folgt eine Kompaktansicht und später eine modifizierte MARC21-Ansicht. Screenshot 5.



Verbesserungsvorschläge (und natürlich entdeckte Fehler) sind, wie immer und jederzeit willkommen.


Für die ukrainische Version haben wir immer noch keinen neuen Übersetzer, um neue und geänderte Texte einzupflegen. Mehr und mehr Texte werden deshalb auf Deutsch und einige wenige auf Englisch angezeigt.



Viel Freude bei der Nutzung des GND Explorers wünscht

mit fröhlichen Grüßen
Ihr und Euer GND-Explorer-Team

 

Screenshot 1 Zeigt am Beispiel "Heinrich Heine" die Sammlung der LMU von Einrichtungen und Projekten, die GND in ihren Datensammlungen verwenden und dies über das BEACON Format mitteilen.

Screenshot 2 Die DDC Notation als Suchfacette im GND Explorer

Screenshot 3 Die interaktive DDC Notation im Faktenblatt einer Entität im GND Explorer

Screenshot 4 Die klassischen Tonarten als Suchfacette im GND Explorer


 


Screenshot 5 Katalogisierungsschichten



Veranstaltungsankündigung


Organisationen und Projekte mit persistenten Identifikatoren (PID) auszuweisen ist eine Aufgabe, die zunehmend auch an Forschende herangetragen wird. Der Einsatz von PID-Systemen ist viel zu arbeitsaufwändig, um Einheiten in Texten oder Metadaten nur der Vollständigkeit halber mit PIDs zu verknüpfen.  Auch wenn der Workshop des Projektes "PID Network Deutschland"  am 15. September 2025 das Online-Seminar "PIDs für Organisationen und Projekte" der letzte von insgesamt zehn ist, so geht es uns doch um mehr. In dem Workshop werden verschiedene PID Systeme für ORganisationen und Projekte vorgestellt. Wir sehen sie weniger als Konkurrenz, sondern in der Regel unterscheiden sie sich durch den Anwendungskontext. Wir möchten mit den Teilnehmenden über die Herausforderungen in geeigneter Form befristete Forschungsprojekte dauerhaft zu kennzeichen diskutieren. Auch Organisationen wandeln sich, bilden Affiliationen, fusionieren oder stellen ihre Tätigkeit ein. Das sind Herausforderungen für PID-Systeme, die Projekte und Körperschaften eindeutig per ID von einander scheiden möchten und sollen. Gleichzeitig ermöglichen PID über ihre Beziehungskennzeichnungen Netzwerke unter Organisationen und Körperschaften sowie Projekten zu visualisieren. Spannende Fragen für den Workshop.

Esther Scheven, GND-Redakteurin an der Deutschen Nationalbibliothek, wird im Rahmen des Workshops erläutern, nach welchen Regeln, Körperschaften in der GND behandelt werden. Außerdem werden vorgestellt ROR, GERIT und RAID. Der Workshop findet in englischer Sprache statt. Die Folien zu den Vorträgen, werden im Anschluss veröffentlicht. Das vollständige Programm sowie den Link zur Anmeldung zum Online-Workshop finden Sie hier: https://www.pid-network.de/neuigkeiten/veranstaltungen/online-seminar-pids-fuer-organisationen-und-projekte


Veranstalter sind die Projektpartner des DFG geförderten Projektes PID-Network Deutschland: Data Cite, die Deutsche Nationalbibliothek, das Helmholtz Open Science Office, die Technische Informationsbibliothek Hannover und die Universitätsbibliothek Bielefeld. Das Projekt hat zum Ziel, eine Roadmap für den allgemeinen Einsatz und Verbreitung von PID Systemen in der Forschung zu entwerfen. Die Roadmap soll im kommenden Jahr zum Projektende veröffentlicht werden.

Eine Einladung im Wissensgraphen der Gemeinsamen Normdatei (GND Explorer) die Verknüpfungen der IG Farben zu untersuchen.

ein Beitrag von Andrea Hemmer, Mathias Manecke und Sarah Hartmann

Die STA-Dokumentationsplattform beinhaltet jetzt auch Regeln zur Normdatenarbeit mit der GND.

Zum ersten September 2025 wurde die GND-Dokumentation auf der STA-Dokumentationsplattform veröffentlicht. Ab sofort stehen jetzt verschiedene Einstiegspunkte und Inhalte für die Arbeit mit Normdaten zur Verfügung. Die STA-Dokumentationsplattform zeigt alle Standards zu Erschließung von Ressourcen und Entitäten an einem Ort, neben dem Standard RDA DACH jetzt auch die Regeln zur GND. Die Plattform ist frei zugänglich und möchte einen nutzerfreundlichen Zugriff bieten. Sie basiert auf der Datenbank Wikibase und setzt dabei auf einen integrativen Ansatz. Dies bedeutet, dass Inhalte (Texte, Regeln, Beispiele, ...), die in unterschiedlichen Kontexten benötigt werden, nur einmal erfasst und an unterschiedlichen Stellen angezeigt werden.

Der Bereich zur GND ist gegliedert in Allgemeines-Texte, die allgemeine Konzepte und Grundlagen enthalten, in Entitätstypbeschreibungen, die die früheren Erfassungshilfen ablösen und alles erläutern, was für die Erfassung eines bestimmten Entitätstyp benötigt wird sowie den Bereich, der mit Datenmodell überschrieben ist, und u. a. die Datenfeldbeschreibungen (den früheren Erfassungsleitfaden) enthält.

In der GND-Dokumentation werden beispielsweise in den Entitätstypbeschreibungen für die Entitäten zu Personen, Familien, Körperschaften und Konferenzen und Geografika (PFKG), neben der GND-Umsetzung auch die Regeln aus RDA DACH angezeigt, die für die Erstellung eines GND-Normdatensatzes benötigt werden. Die Beispiele werden formatneutral und in der GND-Umsetzung angezeigt. Für die GND-Umsetzung können die Formate PICA3 und PICA+,  sowie zu einem späteren Zeitpunkt die Formate Aleph und Alma gewählt werden.

Während der Erarbeitung der Inhalte wurden auch manche Begrifflichkeiten angepasst, um die Sprache, die z. B.  in den verschiedenen Formaten unterschiedlich war, zu vereinheitlichen. So sprechen wir im PICA-Format bei der Typisierung der Datensätze jetzt von "Satztyp", statt des früher verwendeten Begriffs "Satzart". Auch wurden die Texte an die auf der Plattform verwendeten aktiven Sprache angepasst.

Mit der Veröffentlichung der GND-Dokumentation wird auch in den Elementen von RDA DACH jetzt an einzelnen Stellen die GND-Umsetzung angezeigt.

Alle hier abgebildeten screenshots entstammen der aktuellen GND-Dokumentation.


Zum Vergrößern der Abbildungen und zum Download bitte auf die Abbildungen klicken.



In der jetzt veröffentlichten ersten Version können Sie Zugang zu diesen Informationen erhalten:


  • Allgemeines-Texte
    • Der Ländercode in der GND
    • Deskriptionszeichen
    • Individualisierung von Personen
    • Liste der Gattungsbegriffe für Verwaltungseinheiten


  • Entitätstypbeschreibungen
    • Akteure
      • Personen
      • Familien
      • Körperschaften und Konferenzen
    • Geografika
      • Gebietskörperschaften
      • Bauwerke
      • Wege, Grenze, Linien
      • Kleinräumige Geografika
    • Sonstige Individualbegriffe
      • Historische Einzelereignisse
      • Softwareprodukte
      • Produkte und Marken
      • Verkehrsmittel


  • Datenmodell
    • Datenfeldbeschreibungen
      • Format PICA3 (ergänzt um Aussagen zum Internformat PICA+)
      • Format Aleph (noch nicht enthalten, da in Vorbereitung)
      • Format Alma (noch nicht enthalten, da in Vorbereitung)
    • Satztypen und Entitätencodierungen
    • GND-Codes für Beziehungen und abweichende Benennungen
    • GND-Systematik
    • Weitere in der GND verwendete Codes (Ländercodes, Sprachencodes)



Noch fehlende Entitätstypbeschreibungen und Allgemeines-Texte werden bis Dezember 2025 sukzessive in Zwischenreleases ergänzt. Gleiches gilt für Datenfeldbeschreibungen in Alma und Aleph sowie für die Beispiele in den Entitätstypbeschreibungen für diese beiden Formate. Für alle Aleph- und Alma-Anwender erfolgt der Umstieg generell erst, wenn sämtliche Inhalte in den entsprechenden Formaten auf der Plattform zur Verfügung stehen.

Die Dokumente auf der Informationsseite zur GND sind weiterhin zugänglich und werden - sofern sich Änderungen an den Regelungen und Formaten ergeben - bis zur vollständigen Übertragung aller Inhalte auf die Dokumentationsplattform weiter gepflegt. Auf der Informationsseite finden Sie u. a. die Inhalte, die noch nicht in der GND-Dokumentation eingepflegt werden konnten.

Wir freuen uns über Ihr Feedback zur Dokumentation! 

credit zur Abbildung: Flaticon under Flaticon license Free for personal and commercial purpose with attribution.


Die im Standardisierungsausschuss organisierten Einrichtungen sowie die regionalen und nationalen Bibliotheksverbünde im deutschsprachigen Raum mit ihren weit über 1000 Mitgliedern empfehlen, Normdaten in Kultur und Forschung für das Daten- und Qualitätsmanagement als notwendige Daueraufgaben entsprechend zu behandeln und auszubauen.


Im Rahmen des DFG-geförderte Projekt PID Network Deutschland werden von den Betreibern ausgewählter PID-Systemen Statements formuliert, in denen sie sich zu den Punkten Status Quo, Serviceangebote und Empfehlungen für die zukünftige Nutzung ihres PID-Systems Leitlinien äußern. Diese Statements fließen in eine umfassende nationale PID-Roadmap ein. Die Roadmap wird sich zum einen direkt an Kulturgut bewahrenden Einrichtungen und Forschungsinstitutionen richten und zum anderen an Fördermittelgeber der öffentlichen Hand. Als erste veröffentlicht die Deutsche Nationalbibliothek als Trägerin der Gemeinsamen Normdatei ihr Statement zur GND. Die GND ist die größte Normdatensammlung für Kultur- und Forschungsdaten im deutschsprachigen Raum. Die Metadaten zu Objekten in Wissenschaft und Kultur werden mit der Verwendung von GND-Normdaten mit ihren persistenten Identifikatoren (GND-IDs) sichtbarer und können in internationale Infrastrukturen eingebunden werden. Die GND-IDs fördern die umfassende Vernetzung von Kulturerbe und Wissenschaft. Das Statement findet die volle Unterstützung sowohl der GND-Kooperative selbst als auch des Standardisierungsausschusses als höchstes Steuerungsgremium der GND-Kooperative.

Die Empfehlung in Gänze im nebenstehenden PDF zum Download und zur Weiterverwendung.

Veranstaltungsankündigung

Logo UB Bielefeld

Je digitaler die Forschung wird, desto mehr Software kommt zum Einsatz. Oft sind es Anwendungen, die im Rahmen eines Forschungsprojektes erst entwickelt wurden. Um diese Anwendungen, aber auch kommerzielle Software eindeutig und dauerhaft bezeichnen zu können, kommen immer häufiger persistente Identifikationssysteme (PID) zum Einsatz.  Das Projekt "PID Network Deutschland" richtet am 30. Juni 2024 das Online-Seminar "PIDs für Software" aus. Dabei werden verschiedene Aspekte hinsichtlich der Dokumentation und Nutzung von Software beleuchtet. Neben einer Einführung in nationale und internationale Initiativen zum Umgang mit Forschungssoftware, soll es auch um praktische Herausforderungen und Lösungsansätze gehen. 

Im GND Explorer werden zahlreiche Verknüpfungen beispielsweise zum Sachbegriff Anwendungssoftware ausgewiesen, aber ebenfalls zu Public-Domain-Software oder Standardsoftware. Esther Scheven, GND-Redakteurin an der Deutschen Nationalbibliothek, wird im Rahmen des Workshops erläutern nach welchen Regeln, Software in der GND bisher erfasst wird. 

Der Workshop findet in englischer Sprache statt. Die Folien zu den Vorträgen, werden im Anschluss veröffentlicht. Das vollständige Programm sowie den Link zur Anmeldung zum Online-Workshop finden Sie hier: https://www.pid-network.de/neuigkeiten/veranstaltungen/pids-fuer-software


Veranstalter sind die Projektpartner des DFG geförderten Projektes PID-Network Deutschland: Data Cite, die Deutsche Nationalbibliothek, das Helmholtz Open Science Office, die Technische Informationsbibliothek Hannover und die Universitätsbibliothek Bielefeld. Das Projekt hat zum Ziel eine Roadmap für den allgemeinen Einsatz und Verbreitung von PID Systemen in der Forschung zu entwerfen. Die Roadmap soll zum Projektende im kommenden Jahr veröffentlicht werden.

Anwendungssoftware und Software im Wissensgraphen der Gemeinsamen Normdatei

 eine Leseempfehlung

zum Thema diskriminierende Begriffe in der Gemeinsamen Normdatei

In die Diskussion um den Umgang mit diskriminierenden Begriffen in der GND ist Bewegung gekommen. Guido Bee hielt hierzu einen Vortrag auf dem Österreichischen Bibliothekskongress im Wien, der jetzt im DNB-Blog unter dem Titel „Wörter und ihr Gefahrenpotenzial“ veröffentlicht wurde. Der Beitrag ist auch deshalb von Interesse, weil er die kooperative Arbeit der GND-Verbundpartner mit einem Fachinformationsdienst, hier dem FID Sozial- und Kulturanthropologie, näher vor Augen führt. Der Text weist einige Berührungspunkte mit einem Vortrag von Martin Völkl zum Umgang mit kolonialen Kontexten in der GND auf, den dieser am 6. Mai bei einer Sitzung des GND-Ausschusses präsentierte. Beide Beiträge lassen die Komplexität der Thematik erkennen, zeigen aber auch Möglichkeiten auf, in schwierigen Fällen zu praktikablen Lösungen zu gelangen.




Die Visualisierung des Schlagwortes Diskriminierung im GND-Explorer

Die Visualisierung des Schlagwortes Diskriminierung im GND-Explorer

Der vollständige Text von Guido Bee ist hier zu finden https://blog.dnb.de/woerter-und-ihr-gefahrenpotenzial/

Die Folien von Martin Völkl sind hier verlinkt.



Eine Dokumentation verfertigt von Renz, Johannes 

Das inzwischen 5. GND-Forum Archiv fand am 4. April 2025 unter dem Motto „Sichtbar machen“ in bewährter virtuellen Form statt. Mit einer Gesamtzahl von bis zu 111 teilnehmenden Personen war das Interesse an der Veranstaltung wieder erfreulich hoch. Das Organisationsteam wurde nochmals erweitert und bestand dieses Mal aus Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsstelle für Standardisierung an der DNB, dem Hessischen Landesarchiv, der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, dem Bundesarchiv, dem Landesarchiv Baden-Württemberg mit der dort angesiedelten GND-Agentur LEO-BW-Regional, dem Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt und der Technischen Universität Dortmund.

Frau Dr. Mirjam Sprau (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt) begrüßte zu Beginn die Teilnehmenden, stellte das Organisationsteam vor und erläuterte das Programm. Mit Hilfe einer Mentimeter-Umfrage wurde anschließend ein erstes Stimmungsbild unter den Teilnehmenden erhoben. Es zeigte sich, dass insbesondere neuer Input anhand praktischer Beispiele, Anregungen für die praktische Arbeit und das Vorantreiben archivischer Interessen für die GND gewünscht bzw. erwartet wurden.


Material zum Einführungteil des Programms

5. GND-Forum Archiv.png

Screenshots der 1. Mentimeter Umfrage (zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

GND-Update - Neues aus der GND-Kooperative

Barbara Fischer und Andrea Hemmer von der DND berichteten über die neuesten Entwicklungen seit dem 4. GND Forum Archiv am 23.09.2024: Unter anderem die Aktualisierung der GND-Website, acht neue Blogbeiträge, außerdem ist die GND nun auch auf LinkedIn vertreten. Der GND-Explorer befindet sich inzwischen in der Version 1.01 im Produktivbetrieb. Der Aktualisierungsgrad und die unterschiedlichen Anzeigen (v. a. Ort und Zeit) konnten dabei verbessert werden. Ende 2024 fanden das 2. GND-Forum Museen und Sammlungen und erstmalig das GND-Forum NFDI, FDI & Co. statt. Ein projektübergreifendes Agenturentreffen ist für den 30. September 2025 geplant. Der Standardisierungsausschuss hat eine neue Geschäftsordnung verabschiedet. Im STA-Community-Forum finden regelmäßige übergreifende Treffen statt. Zur GND stehen zwei neue E-Learning-Angebote für die Nutzung und die aktive Mitarbeit bereit. Der von OpenRefine unterstützte GND Reconciliation Service konnte in die GND-Plattform integriert werden. Auf der organisatorischen Seite hat sich der GND-Ausschuss um zwei neue Mitglieder erweitert. Die Agenturen LEO-BW regional und data4kulthura konnten in den Dauerbetrieb übergehen, während die Agentur Text+ den Pilotbetrieb aufgenommen hat. In Arbeit befindet sich derzeit die GND-Dokumentation auf der STA-Dokumentationsplattform. Ziel ist es auch, durch die Gründung eines Expertenteams die Mitwirkung an den Erfassungsregeln zu Körperschaften zu ermöglichen und diese gegebenenfalls zu vereinfachen. Die Öffnung der GND schreitet voran, indem sich diverse Communities für eine gelingende Integration in das GND-Netzwerk organisieren. Als Ziel soll die GND vielfältiger, umfassender, diverser, vernetzter und damit weit über den Kreis der Bibliotheken hinaus attraktiver und resilienter werden.



Vortrag "Neues aus der GND" von Barbara Fischer und Andrea Hemmer (DNB)


Block 1: Standortbestimmung und Planung

Informationen zur IG Archiv

Zu Beginn des ersten Vortragsblocks wandten sich Frau Dr. Mirjam Sprau, Andrea Langner (Hessisches Landesarchiv) und Frau Dr. Stephanie Marra (Archiv der Technischen Universität Dortmund)  mit einem Überblick zur Arbeitsweise und zu den Zielen der Interessengruppe Archiv und ihrer Arbeitsgruppen vor allem an Neueinsteiger:innen. Unsere IG möchte Erfahrungen mit Normdaten teilen und Lust auf die Arbeit mit der GND wecken. Dies geschieht z. B. durch die Verbreitung archivspezifischer Kenntnisse und die Erarbeitung von Materialien für archivische Zwecke. Die archivische Community soll vernetzt, archivische Bedarfe eingebracht werden, z. B. durch die Ermöglichung von Dateneinspielungen. Auf archivischen Veranstaltungen (BKK, KLA, Archivtage) soll die Nutzung und Mitarbeit in der GND aktiv beworben und damit zur Mitarbeit und zur Übernahme von Verantwortung angeregt werden. Die regelmäßig stattfindenden GND-Foren dienen dem Austausch, der Information und der  Vernetzung. Sie finden derzeit zweimal jährlich in einem Zeitrahmen von ungefähr 3 Stunden statt. Das erste GND-Forum fand 2022 in Präsenz statt, alle weiteren in den Folgejahren virtuell. GND-Foren sind Großtreffen aller Interessierten, von Profis bis zu Einsteiger*innen. Wiederkehrende Elemente sind Informationen aus der GND-Kooperative und zur Infrastruktur, Impulsvorträge zur GND-Nutzung aus allen Archivsparten und Breakout-Sessions für den intensiveren Austausch.

Innerhalb der IG Archiv gibt es mehrere Arbeitsgruppen, die ca. alle 3 Monate in digitaler Form tagen. Die Einladung erfolgt über die E-Mail-Liste der IG Archiv. Sie bestehen jeweils aus 15-30 Teilnehmenden. Eine vertiefte Weiterarbeit erfolgt in Kleingruppen. Ihre Arbeitsweise ist an der Praxis ausgerichtet: Sie bieten Einblick in die Vorgehensweise anderer Archive und dienen daneben dem offenen Austausch und der Diskussion zu Ressourcen- und Organisationsfragen. Durch die Erarbeitung von Praxisleitfäden soll Archivarinnen und Archivaren Hilfe und Unterstützung angeboten werden. Im IG-Wiki, einem Bereich des STA Community Wikis, wird auf Veröffentlichungen, Vorträge und Veranstaltungen hingewiesen und teilnehmende Institutionen aufgelistet.


Neues aus den einzelnen Arbeitsgruppen

Die AG "Information und Wissensvermittlung" hat ihre Handreichung „GND im Archiv“ im Januar 2025 veröffentlicht. Sie wird derzeit über diverse Gremien und Informationskanäle sowie auf Veranstaltungen und Tagungen verbreitet. In Vorbereitung ist derzeit auch die Erstellung einer englischen Fassung, die voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2025 veröffentlicht wird. 

Die AG "Archivische Erschließung mit der GND" hat ihr Positionspapier „Archivische Relevanzkriterien“ veröffentlicht. Es soll als Aufsatz in „Archiv. Theorie und Praxis, Heft 3/2025 erscheinen und im GND-Ausschuss vorgestellt werden. Auch die Lobbyarbeit soll durch die Arbeitsgruppe abgestimmt werden, indem etwa ein Austausch über geplante größere Projekte stattfindet. Hierfür werden weiterhin Interessenten gesucht, die sich in den regelmäßigen Treffen (2-3 Mal im Jahr) einbringen möchten.

Für die AG "Tools und Technik" berichteten Dr. Johannes Haslauer (Staatsarchiv Bamberg) und Verena Mack (Landesarchiv Baden-Württemberg) über die Fertigstellung der neuen Handreichung. Sie soll noch im April 2025 als PDF-Download auf dem GND-Blog und anderen Plattformen veröffentlicht werden. Die Entstehung reicht bis März 2023 zurück, als nach Eruierung der Bedarfe innerhalb der AG im Mai 2024 ein Projektteam gebildet wurde. Ziel und Zweck der Handreichung ist eine Übersicht über vorhandene Tools, Funktionalitäten und deren Einsatzmöglichkeiten. Sie ist als „lebendes Dokument“ offen für mögliche Aktualisierungen. Ein erster Entwurf war bereits beim 4. GND-Forum Archiv im September 2024 präsentiert und zur Diskussion gestellt worden.
Anschließend stellten beide die konkreten Inhalte der Handreichung kurz vor. Den Schwerpunkt bilden der Abgleich von Personen und Orten mit OpenRefine, die Einbindung von GND-Identifikatoren in ein AFIS, die Einspielung in Portale, Suchanfragen an die Lobid-API, Regelwerk und Lieferwege für Dateneinspielungen.

Berichte aus den Breakout Sessions

Staatliche Archive

Anliegen der Teilnehmenden aus den staatlichen Archiven in der von Silke Jagodzinski (Geheimes Staatsarchiv Berlin) und Andrea Langner (Hessisches Landesarchiv) moderierten Breakout Session war insbesondere die strategische Zusammenführung der Datenflüsse von Bibliotheken und Archiven und die Stärkung des Einflusses der Archive auf die GND. Archivische Standards sollten hierfür in die GND aufgenommen werden. Die IG Archiv kann die archiveigenen Bedarfe jeweils an die GND weiterleiten. Auch kam die Idee auf, Online-Tutorials zu veranstalten, um die Handreichungen vorzustellen oder dafür Feedback einzuholen, um diese im zwischenmenschlichen Austausch zu erproben. Es wurde außerdem ein Papier zur Unterstützung der Lobbyarbeit im eigenen Haus angeregt. Auch wird es als notwendig erachtet, die Schulungen zur Nutzung des Webformulars auszuweiten, gerade auch für Bearbeiter:innen von Erschließungsprojekten. Voraussetzung ist allerdings, dass es genügend Personen mit der „Lizenz zum Schulen“ gibt, was das Vorhandensein einer GND-Agentur in angemessener räumlicher Entfernung voraussetzt. In der Praxis sind jedoch auch verbesserte zeitliche Ressourcen für die archivische Erschließung notwendig, um den notwendigen Input für die Arbeit mit der GND zu erhalten. Eine wichtige Grundlage wäre auch die feste Verankerung der GND in der archivarischen Ausbildung, sowohl innerhalb der Ausbildungsarchive als auch an den archivischen Ausbildungsstätten in Marburg, München und Potsdam. In der Diskussion wurde auch betont, dass die Anlage neuer Normdaten alleine kein Indikator für die breite Nutzung der GND darstellt, da die Nachnutzung vorhandener GND-Datensätze eine mindestens ebenso große Rolle spielt. Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang eine Statistik über die Einbindung vorhandener Normdaten in die Erschließung. Vor dem Hintergrund des Inkrafttretens des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes am 28. Juni 2025 könnte auch die Erstellung eines Papiers zum Thema barrierefreie Metadaten und kontrollierter Vokabulare für barrierefreie Inhalte sinnvoll sein.

Kommunale Archive

In der von Dr. Mirjam Sprau und Dr. Patrick Leiske (Landesarchiv Baden-Württemberg) moderierten Session zeigte sich, dass die in kommunalen Archiven oftmals besonders knappen personellen Ressourcen für eine konstruktive Arbeit mit der GND besonders effizient eingeteilt werden müssen. Zugleich wird hier ein intensiver Bedarf an Schulungen für Archivar:innen und an Lobbyarbeit gesehen. Häufig ist es für kommunale Archive schwierig eine passende GND-Agentur zu finden. GND-Schulungen können i. d. R. nicht intern stattfinden, sondern müssen von außen erfolgen. Im Umgang mit den vorhandenen GND-Daten wurde festgestellt, dass gerade auch bei „nicht alltäglichen“ oder mittelalterlichen Personen die notwendige Disambiguierung fehlt, Datensätze mehrfach vorhanden oder nicht ausreichend mit Zusatzangaben versehen sind. Das Forum wurde als "großer Austausch" für sehr gut und wichtig befunden. Als neues Format fand ein "Stammtisch" (als offener Austausch ohne festgelegte Tagesordnung) großen Anklang. Zudem kam die Anregung, die Handreichungen in den AGs noch intensiver zu beleuchten.

Weitere Archivsparten

Die dritte Gruppe der „weitere Archivsparten“ wurde von Dr. Stephanie Marra und Gudrun Hoinkis (Geheimes Staatsarchiv Berlin) moderiert. Auch hier hoben die Teilnehmenden den Schulungsbedarf als zentralen Punkt hervor. Es gibt einerseits großen Auffrischungs- und Aktualisierungsbedarf, aber auch den Wunsch nach Angeboten speziell für Anfänger:innen. Für das GND-Webformular zu Personen gibt es mehrere Desiderate: Nicht immer können die Beziehungen mehrerer Personen untereinander durch Verknüpfungen abgebildet werden, Provenienzen oder konkrete Themengebiete etc. sind im Webformular nicht direkt verknüpfbar, teilweise werden auch Lücken bei den Entitäten festgestellt (z. B. Heiligengedenktage). Die Terminierung der GND-Foren wird insbesondere in dieser Gruppe weiterhin 2x jährlich favorisiert, ebenso besteht ein Wunsch nach zentraleren Oberthemen. Außerdem sollte es weitere Austauschformate innerhalb der Fachgruppen des VdA geben. Gegenüber den Unterhaltsträger:innen besteht weiterhin Überzeugungsbedarf, ausreichend Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Außerdem wurde der Wunsch nach Nachschlagewerken und einem aktuellen Toolkit zur Verwendung der GND betont. Dieser Aspekt betrifft diejenigen Archive, die eine eigene Agentur im Haus haben (z.B. Hochschularchive) oder selber als eigene Agentur agieren (z.B. DLA Marbach).

Folien zum Block 1:

Standortbestimmung und Planung

Beitrag von Dr. Mirjam Sprau, Andrea Langner (Hessisches Landesarchiv) und Dr. Stephanie Marra (Archiv der Technischen Universität Dortmund) zur IG Archiv und den Ergebnissen der AG Wissensvermittlung und Erschließung





 

Beitrag von Dr. Jahannes Haslauer (Staatliche Archive Bamberg) und  Verena Mack (Landesarchiv Baden-Württemberg) zur Arbeit der AG Tools und Technik

Block 2: Vom Nutzen zum Anwenden zum Nutzen - Berichte aus der Praxis:

GND in kleinen Archiven? Rückblick auf das erste “Normdaten-Experiment” im Alice Salomon Archiv

 Friederike Mehl, Alice Salomon Archiv Berlin

Im ersten von insgesamt drei Impulsvorträgen berichtete Friederike Mehl vom Alice-Salomon-Archiv in Berlin über ein Digitalisierungsprojekt zur Familiengeschichte der Frauenrechtlerin Alice Salomon. Zu Projektbeginn im Jahr 2022 klärte das Projektteam zunächst den Normdatenbegriff, ermittelte den praktischen Nutzen von Normdaten für ihre Institution als auch für die Designated Community und widmete sich zuletzt der technischen Umsetzung in der Archivdatenbank (Faust 9). Die konzeptionelle Grundlage hierfür lieferten verschiedene fachliche Konzepte und Strategien. Neben den Vorteilen für die Nutzung war auch die Nachhaltigkeit des Projekts ein wichtiges Kriterium. Die gewonnenen Kenntnisse sollten in künftigen Erschließungsprojekten nachgenutzt und erweitert werden. Das gewonnene quellenbasierte Wissen sollte in der eigenen Institution, aber auch in großen Datenportalen sichtbar gemacht werden. Wichtiges Ziel der Auseinandersetzung mit Normdaten war zudem die Suche nach Wegen zur erhöhten Sichtbarkeit und Repräsentation marginalisierten Wissens sowie die Reduzierung des Gender Data Gaps.

Am Ende des Projekts waren diesbezüglich einige Erfolge zu verzeichnen: Für die lokale Datenbank entstand nicht nur eine neue Objektmaske, es wurden auch 160 neue Datensätze für Personen und Körperschaften neu aufgenommen, darunter auch jeweils mindestens zwei Personendatensätze in GND und Wikidata. Weiteres Produkt war der in Open Access veröffentlichte Projektartikel "Normdaten in kleinen Archiven: ein Experiment". Der Fachaustausch mit anderen Einrichtungen wurde durch den Einstieg des ASA in die IG Archive intensiviert, außerdem fanden bis Ende 2024 mehrere Arbeitstreffen mit Wikidata statt (beide Formate können aufgrund von Kapazitätsmangel im ASA aktuell nicht weiterverfolgt werden). Das ASA sei in jedem Falle durch das vorgestellte Projekt wichtige erste Schritte zu einem eigenen Normdatenkonzept gegangen. 

Ob das ASA als bestandserhaltende Institution durch die GND sichtbarer gemacht werden konnte, Wissen also verortet werden könne, blieb eine offene Frage. Für kleine Archive wie das ASA konstatierte Friederike Mehl, dass eigene Beiträge zur GND abhängig von Schulungen und der Erteilung von Zugängen und daher mit höheren Barrieren versehen seien, als etwa Wikidata. Insbesondere sei dies hinderlich, wenn Archive auf ehrenamtliches Engagement bzw. „Datenaktivismus“ angewiesen seien. Eine aktive Mitgestaltung der GND durch kleine Archive sieht sie als unrealistisch an. Entscheidungen innerhalb der GND-Community wiederum schienen von außen eher intransparent. Es wird dazu aufgerufen, Leerstellen und Diskriminierungsstrukturen in der GND zu beseitigen. Das Projekt GND4C sei indes eine große Chance, um durch die Vernetzung von verschiedenen Wissensgemeinschaften Barrieren, Leerstellen und Diskriminierungsstrukturen in der GND zu identifizieren und abzubauen. 


Die GND im Archivportal-D

Verena Mack, Landesarchiv Baden-Württemberg & Mirjam Sprau, Institut f. Stadtgeschichte, Frankfurt a. M.

Im Archivportal-D waren Normdaten von Anfang an ein essenzieller Bestandteil. Genutzt werden im Hauptportal der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) Normdaten für Personen und Körperschaften, während im Subportal „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ auch auf Getty Vokabulare und Geonames zurückgegriffen wurde. Für die Eintragung der Normschlagworte gibt es die Felder „Personennamen“ und „Provenienzen“. Inzwischen erfolgt eine automatische Generierung von Personen- und Organisationsseiten. Hierfür werden Text und Bilder aus der GND und verlinkten Services gezogen. Im Filter wird jeweils die GND-Vorzugsbenennung, in den Daten selbst jedoch der gelieferte Freitext verwendet. Das Archivportal-D ist kein formatreines Portal, sondern verwendet verschiedene Standards. Die Disambiguierung wird wiederum durch Verlinkungen gewährleistet, so dass die Suchfilter entsprechende Ergebnisse liefern können.

In verschiedenen Themenportalen werden außerdem sachthematische Zugänge angeboten, wobei ebenfalls Normdaten zum Einsatz kommen. Bereits produktiv arbeiten die Themenportale „Weimarer Republik“ und Themenportal Wiedergutmachung. Demnächst soll das Themenportal „Kurpfälzische Urkunden“ freigeschaltet werden. Ein weiteres Themenportal zu rechter Gewalt ist in Planung. Die archivübergreifende digitale Zusammenführung erfolgt jeweils durch die sachthematische Zuordnung anhand eines externen Markers (Verschlagwortung). Die Themenportale verstehen sich als ergänzendes Angebot zur tektonischen Darstellung in den verwahrenden Archiven. Die verwendeten Schlagworte sind Teil eines kontrollierten, normdatenbasierten Vokabulars. Nutzungsorientierte Unterthemen dienen der sachthematischen Präsentation und verwenden disambiguierte, eindeutige Begriffe. Die kontrollierten Vokabulare und das Matching zu Normdaten sind im Vokabularverwaltungstool xTree.public von digiCULT-Verbund eG einsehbar.


Personen, Schadensformen, Haftorte – Standardisierung und Normdateneinsatz im Themenportal Wiedergutmachung

Nastasja Pilz, Landesarchiv Baden-Württemberg

Das Themenportal Wiedergutmachung ist ein gemeinsames Projekt zahlreicher Partner. Es wurde von Nastasja Pilz (Landesarchiv Baden-Württemberg) präsentiert. Der Themenkomplex Wiedergutmachung soll damit sichtbar, begreifbar und erforschbar gemacht werden. Das Vorhaben startete am 1. Juni 2022 und wird vom Bundesministerium der Finanzen finanziert. Ziel ist ein zentraler digitaler Zugang zu allen in (staatlichen und kommunalen) Archiven verwahrten einschlägigen Unterlagen zur deutschen Wiedergutmachungspolitik. Für das Vorhaben werden nicht nur die personenbezogenen Einzelfallakten unter Einsatz von Normdaten tiefenerschlossen, sondern auch vollständig digitalisiert und damit Zugang zu den Volltexten ermöglicht. Sachakten werden verschlagwortet, um themenbezogene Zugänge zu ermöglichen. Außerdem werden verschiedene Projekte der Bildungs- und Vermittlungsarbeit durchgeführt. Im Fokus steht derzeit der Aufbau einer Personensuche, die nicht über die Akten, sondern über mit Metadaten angereicherte Personenseiten erfolgt. Verfolgte und antragstellende Personen werden dabei mit Hilfe einer eigenen WGM-ID disambiguiert. Die für die Tiefenerschließung von einer bundesweiten Arbeitsgruppe entwickelten standardisierten Metadatenkataloge enthalten eine Vielzahl an persönlichen Angaben zu diesen Personen und den in den Akten thematisierten Verfolgungsschicksalen, wie z. B. Angaben zu Gründen und Maßnahmen der Verfolgung, zu erlittenen Schäden oder zum entzogenen Vermögen, dazu formale Angaben und Verweise zu den betreffenden Archivalien. Der Einsatz von GND-Normdaten ist an verschiedenen Stellen denkbar:  Berufe/Berufsbezeichnungen, Orte, Körperschaften/Behörden, Schadensformen oder NS-Haftstätten, insbesondere Konzentrationslager oder Ghettos. Seitens des BMF bestand ein ausdrücklicher Wunsch nach strukturierten Auswertungsmöglichkeiten und Recherchefunktionen auf Basis dieser Daten.

Für die Erfassung der NS-Lager und Ghettos wurde ein eigenes Projekt gestartet. Basis hierfür ist eine Datenbank mit 2292 georeferenzierten NS-Lagerstätten, Außenlagern und -kommandos sowie Ghettos. Die Datenbank stammt ursprünglich aus dem Projekt EHRI und wurde von der Gedenkstätte Osthofen erweitert. Die Konzentrationslager werden derzeit mit Hilfe des GND-Webformulars als Körperschaften in die GND aufgenommen, bereits vorhandene Einträge ggf. korrigiert oder ergänzt. Dies soll in voraussichtlich 4-6 Wochen abgeschlossen sein. Erfasst werden auch Bestandszeitraum, Organisationszugehörigkeit, geografische Referenzen und Quellennachweise. Perspektivisch sollen auch Geokoordinaten ergänzt werden. NS-Ghettos können aktuell nur mittels einer Kombination aus Geografikum und dem Sachschlagwort „Ghetto“ verknüpft werden. Eine eigenständige strukturierte Abbildung als Gebietskörperschaft ist derzeit in der GND nicht vorgesehen, obwohl es sich eigentlich um feststehende Begriffe handelt. Daher wurde inzwischen ein Antrag für die Erfassung als „kleinräumiges Geografikum“ beim GND-Ausschuss eingereicht, dessen Ergebnis derzeit noch aussteht.

Es besteht bereits ein Austausch mit dem NFDI4Memory-Projekt „Zentrales Verzeichnis der nationalsozialistischen Konzentrationslager“ mit dem Ziel der perspektivischen Erweiterung der Datenbank. Ebenfalls bald in die GND aufgenommen werden sollen die Schadensarten und die Wiedergutmachungsbehörden.

Folien zum Block 2:

Vom Nutzen zum Anwenden zum Nutzen – Berichte aus der Praxis



Beitrag von Friederike Mehl zum Alice-Salomon-Archiv




Beitrag von Verena Mack und Dr. Mirjam Sprau zum Archivportal D




 

Beitrag von Nastasja Pilz (Landesarchiv Baden-Württemberg) zum Themenportal Wiedergutmachung

Abschließende Bemerkungen

Für die Veranstaltung waren dieses Mal 3 ½ Stunden veranschlagt, welche durch die engagierten Vorträge und lebhaften Diskussionen sowohl im Plenum als auch in den Breakout-Sessions völlig ausgeschöpft wurden. Das Orga-Team hat die vielen Vorschläge und Ideen in den Breakout-Sessions gesammelt und wird nun beraten, welche Themen und Formate für die weitere Arbeit am besten geeignet sind und wie die Anliegen der Teilnehmenden am besten aufgenommen werden können.

Der nächste wichtige Termin ist das Treffen der AG "Archivische Erschließung mit der GND", das für Freitag, den 9. Mai 2025 von 10:00 – 12:00 Uhr geplant ist. Die IG Archiv hat inzwischen die Gelegenheit erhalten, ihre Arbeit beim Deutschen Archivtag in Fulda (7. – 9. Oktober 2025) vorzustellen. Eine weitere Mentimeterumfrage über die Veranstaltung ergab eine durchweg positive Resonanz. Unter den Teilnehmenden wird mehrheitlich weiterhin ein zweimaliges GND-Forum pro Jahr befürwortet. Ein Termin für das 6. GND-Forum wurde allerdings noch nicht festgelegt.

Material zum Schluss des Programms

 5. GND-Forum Archiv(1).png


Screenshots der 2. Mentimeter Umfrage (zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

Alle Vorträge und Unterlagen in einem Folienset sind hier verlinkt.