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Neuigkeiten auf der GND-Website

Vor einem guten Jahr haben wir die Website zur Gemeinsamen Normdatei veröffentlicht. Sie möchte vor allem an Normdaten und speziell an der GND Interessierte informieren und orientieren. Seitdem haben wir von Ihnen Tipps und Wünsche zur Verbesserung sowie Erweiterung der Website bekommen, die wir gern integriert haben. Die Seite ist durch ihre Übersetzung in Leichte Sprache und Gebärdensprache etwas barriereärmer geworden. Die einführenden Informationen liegen zudem auf Englisch vor. Schließlich haben wir in Projekten wie dem DFG-geförderten "GND für Kulturdaten - GND4C" und dem GND Explorer sowie in der GND-Kooperative selbst natürlich weiter an der Modernisierung der GND gearbeitet und möchten heute unsere Ergebnisse mit Ihnen teilen.

Was ist neu?

Der GND-Explorer kann ab sofort von Ihnen in der Beta-Version ausprobiert werden. Fast zehn Millionen Datensätze der GND suchen Ihre Aufmerksamkeit. Der GND-Explorer versteht sich als eine komfortable Schnittstelle zwischen Maschine und Mensch. Neben der übersichtlichen Darstellung aller Metadaten auf Faktenblättern werden hierfür vor allem dynamische Visualisierungen der Zusammenhänge der in den Daten enthaltenen Informationen sowie umfangreiche Navigations- und Filtermöglichkeiten präsentiert. Im Einzelnen:

  • eine Ansicht als Faktenblatt
  • eine interaktive Darstellung des Wissensgraphen zur angezeigten Entität (Relationenanzeige) 
  • ihre Einbindung in die Thesaurusstruktur der GND (Hierarchieanzeige)
  • eine klassische Such- und Filterfunktion 
  • eine monatliche Aktualisierung der Datenbasis

Gern können Sie diese Grundfunktionen testen und die Ergebnisse bereits für Ihre Arbeit nutzen. Die Fertigstellung der ersten Produktiv-Version des GND-Explorers wird bis Ende 2022 erfolgen und danach mit Blick auf die Bedarfe der GND Community kontinuierlich weiterentwickelt. Einige der kommenden Features für Version 1.0 werden die Integration von Daten und Links aus Partneranwendungen und verknüpften Ressourcen aus dem GND Netzwerk, unter anderem durch die Auswertung von BEACON-Dateien sein. Außerdem bereiten wir die Visualisierung von Treffermengen auf einer Karte und einem Zeitstrahl vor. Wir ergänzen die Anwendung um weitere Such- und Filtermöglichkeiten und planen die Verkürzung der Updatezyklen.

Die Features des GND-Explorers sollen künftig allen Anwender*innen einen komfortablen und gleichzeitig umfassenden Zugang zum semantischen Netz der GND bieten. Für den Austausch von Maschine zur Maschine sind nach wie vor die Metadatendienste der DNB eine praktikable Lösung ebenso natürlich wie die vielfältigen Angebote der GND-Kooperationspartner. Weiterführende Informationen zum Bereich "Entdecken" und die dazugehörenden Links finden Sie hier.

Der Abschnitt "Mitmachen" hat eine neue Unterseite zur Funktion der GND-Agenturen bekommen. Allein im letzten Jahr sind unter anderem durch die von der Deutschen Forschungsgesellschaft geförderte Initiative der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) neue Partner an uns herangetreten, die sich für die aktive Mitarbeit in der GND interessieren. Film, Musik und Theater treten neben Museum, Bauwerk und Archiv, dabei geht es nicht allein um die Perspektive der Sammlungen, sondern zunehmend auch um die Bedarfe der Forschung. Im Projekt GND4C und der GND-Kooperative haben wir die Konzepte für die Erweiterung der Organisationsstruktur fortgeschrieben und die wesentlichen Aufgaben einer Agentur detaillierter als bislang beschrieben. Im Zuge dessen haben wir auch den Aufgabenbaum (siehe nebenstehende Abbildung) aktualisiert. Jetzt sind Sie gefragt. Wir freuen uns auf Ihr Feedback zu den Ausführungen, die Sie hier lesen können.

Der dritte Part, der neu auf der Webseite hinzugekommen ist, betrifft das Gestalten der GND. Normdaten wären keine Normdaten, wenn sie nicht festen Regeln folgten. Doch diese Regeln sind gestaltbar. Die Bedarfe an Standardisierung der Datenerschließung und der Vernetzung von Daten mittels Normdaten ist endlich auch im kulturpolitischen Diskurs angekommen. Der Deutsche Kulturrat widmete in seiner Mai-Ausgabe dieser Frage eine ganze Doppelseite. Um so wichtiger, dass das Netzwerk des Standardisierungsausschusses und der GND-Kooperative mögliche Beteiligungswege und Vernetzungsmöglichkeiten für Einrichtungen und ihre Mitarbeitenden mit unterschiedlichen Interessen und Themen jenseits des Bibliothekswesens aufzeigt. Hierzu richten wir gemeinsam mit Partnern aus den unterschiedlichen Communities einerseits Foren zum Austausch ein. Andererseits möchten wir auch im Umfeld dieser Diskurse einführende Erklärung und Orientierung bieten. Auf der Seite "Gestalten" erläutern wir jetzt etwas vertiefter und ergänzend zu den bisherigen Ausführungen unter "Organisation" die Beteiligungswege, die Gremienstruktur und die Möglichkeiten, sich auch gestaltend an ihr zu beteiligen.Dabei möchten wir betonen, dass die Entwicklung der Organisationsstruktur nicht abgeschlossen ist, sondern auf Ihre Mitarbeit angewiesen bleibt.

Und schließlich möchten wir alle Fans des Kurzfilms auf unser Einführungsvideo zum dualen Charakter der GND hinweisen. Es steht unter der freien CC BY SA - Lizenz und kann gern geteilt und eingebunden werden.

Für Kritik, Anregung und Ergänzung stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Der GND-Agentur Aufgabenbaum, credit Jürgen Kett (DNB), CC BY SA, Mai 2022

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Was können Forschende tun, um ihre Forschungsdaten der Sprach- und Textwissenschaften mittels der Gemeinsamen Normdatei sichtbarer, vernetzter und interoperabler zu machen?


Die Gemeinsame Normdatei (GND) ist ein wichtiges und etabliertes Werkzeug zur Vernetzung von unterschiedlichen Datenressourcen miteinander. Bislang nutzen überwiegend Bibliotheken dieses Werkzeug, aber im Zuge der digitalen Transformation gewinnt die GND auch für weite Bereiche in Kultur und Forschung an Relevanz. Sie bietet eindeutige Sucheinstiege über Personen, Ortsnamen, Sachbegriffe, Körperschaften, Werke und Konferenzen. Derzeit gibt es über neun Millionen Datensätze von der Stadt Aachen bis zur Musikerin Zy-Gia. Mittels der Normdaten können Sie Ihre Daten im Netz leichter auffindbar machen. Die Verwendung von GND-Kennungen in Ihren Forschungsdaten erleichtern Ihnen die Erfüllung der FAIR Data Principles und ermöglichen weitere Nutzungszenarien, auch in anderen Forschungsprojekten. Mehr Informationen zur GND finden Sie hier.


















Beziehungen knüpfen - im GND-Forum Text+
Preview: Die GND-Entität "Frankfurt am Main" im Wissensgraphen des GND Explorers*, credit: DNB, 2022 CC-by-sa
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Die GND für die Text+ Community nutzbarer machen

Wie können die Normdaten für die Forschung in den Text- und Sprachwissenschaften konkret anwendbarer gemacht werden? Wie lassen sie sich durch andere kontrollierte Vokabulare ergänzen (und durch welche)? Was sind die besonderen Anforderungen und Potenziale in diesem Bereich? Wie können die Bedarfe der Text+ Community bei der Bildung von Normdaten besser Berücksichtigung finden?  Und vor allem, wer kann Normdaten anlegen, korrigieren und ergänzen? Diesen Fragen unter weiteren widmet sich das GND-Forum Text+. Wir werden nicht alle Antworten sofort finden, daher versteht sich das Forum als ein Diskussionsraum, der für den gesamten Förderzeitraum von Text+ Menschen aus der Text+ Community offen stehen wird. Wir beginnen mit der Auftaktveranstaltung

am 15. Juni 2022 von 10:00 bis 16:00 Uhr


Auf der informativen und interaktiven Online-Veranstaltung werden Sie Gelegenheit haben, sich zu informieren, aber auch Ihre Fragen zu stellen sowie Ihre Ideen und Ansichten im Kreis der Text+Community zu diskutieren. Wir planen einen bunten Wechsel von spontanen Meinungsbildern, Vorträgen zu den Perspektiven der drei Datendomänen von Text+ (Editions, Collections, Lexical Resources). In Kleingruppen möchten mit Ihnen in den intensiven Diskurs zu den zentralen Fragen vor dem Hintergrund der Vorträge treten. Am Ende tragen wir gemeinsam die Ergebnisse im Plenum zusammen und können vermutlich schon einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten des Forums geben. Das Forum ist von uns als ein dialogisches Instrument der Community gedacht, d.h. wir freuen uns über Ihre Beiträge oder Ideen zur Gestaltung des Dialogs miteinander.

Hier eine Skizze des Programms:

  • Begrüßung und Who-is-in-madness
  • Kleine Einführung in den dualen Charakter der GND als Normdatei und als Organisation
  • Drei Vorträge alternierend mit Break-out session in Kleingruppen zu zentralen Fragen
    • Die GND in der Anwendung am Beispiel von Editionsprojekten an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und des Steinheim-Instituts (Text+ Task Area Editions)
    • Welche Rolle spielt die GND für die lexikalische Erschließung des Sorbischen (Text+ Task Area Lexical Resources)? (angefragt)
    • Wie können textbasierte Sammlungen (Text+ Task Area Collections) von der GND profitieren? (angefragt)
  • Gemeinsame Auswertung der Ergebnisse aus den Break-out-Sessions
  • Wrap up


Veranstalter sind die Deutsche Nationalbibliothek sowie die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek für das Text+ Konsortium

*Fußnote: Der Launch des GND Explorers ist am 31. Mai 2022 erfolgt.




GND-Forum Text+


 +++ ANMELDUNG +++

Bitte notieren Sie sich den Termin 15. Juno 2022 und melden Sie sich unter diesem Link zur kostenlosen Veranstaltung an.


In den kommenden Wochen werden wir Sie über das genaue Programm und die Zugangsmodalitäten informieren. Nehmen Sie auch gern den Blog auf Ihre Beobachtungsliste, um über GND-relevante Themen informiert zu werden.



Der letzte Blogpost blickte zurück auf die GNDCon 2.0. Dort hatten wir den Wunsch der Beteiligten mitgenommen, wie wichtig es allen sei, mehr Gelegenheiten zur Vernetzung, zum Austausch und Arbeit an der Harmonisierung von Metadaten sowie am Einsatz von Normdaten für den Aufbau eines Datenökosystems für Kultur und Wissenschaft zu bekommen. In der Zwischenzeit haben wir gemeinsam mit verschiedenen Partnern diesen Wunsch weiter verfolgt und ein Konzept entwickelt. Wir möchten Ihnen in diesem Blogpost unser Konzept und erste Ergebnisse vorstellen. Vielleicht bekommen Sie ja Lust mitzumachen. 

Ergänzend und flankierend zu den Arbeiten im DFG-geförderten Projekt GND4C richten wir mit unseren Partnern Diskussionsräume für unterschiedliche Sparten und/oder Materialien ein. Hier kann über Erschließungsstandards und die Verwendung von Normdaten gesprochen werden. Unser Anliegen ist es, eine Arbeitsebene für Forschende, Mitarbeitende in Kulturgut bewahrenden Einrichtungen, Metadatenspezialist*innen und Bibliothekar*innen zu bieten, auf der die oben genannten Themen diskutiert und vorangetrieben werden können. Wir nennen diese Räume Foren.  

Gerade vor dem Hintergrund der Beteiligung der DNB an dem Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) über die beiden Konsortien Text+ und NFDI4C, richtet sich die Einladung explizit auch an Forschende. Ihre Perspektive ist für die Optimierung der Bereitstellung und Modernisierung von Normdaten und Erschließungsstandards wichtig. Forschungsdaten sollen leichter durch sammelnde Einrichtungen und die Daten der sammelnden Einrichtungen einfacher durch Forschende verwendet werden können. Auf der Auftaktveranstaltung kann die jeweilige Community den Aktionsrahmen für ihr Forum umreißen. Optionen können weitergehende Workshops zu konkreten Themen, wie GND Recherche, GND-Einbindung und die Verwendung des Webformulars sein. Darüber hinaus kann es um den Einsatz von Normdaten bis hin zur Erarbeitung von gemeinsamen Grundsätzen zur Harmonisierung in der Erschließungspraxis  im Aufgabengebiet der jeweiligen Community gehen. Die Kolleg*innen aus dem Netzwerk der GND können sich mit ihrem Wissen um Standardisierung und Normdaten einbringen.

Treffen online oder offline - Hauptsache konkret

credit: public domain via rawpixel



Auftaktveranstaltung des Forums Performing Arts


Die erste Auftaktveranstaltung nach dem vorgestellten Konzept hat Ende Januar stattgefunden. Am 28.01. 2022 kamen etwa 100 Teilnehmer*innen zur digitalen Auftaktveranstaltung für die Etablierung eines Forums Performing Arts in der GND zusammen. Unter dem Titel “Ereignisdaten?! Auftaktveranstaltung des Forums Performing Arts in der Gemeinsamen Normdatei (GND)” hatten das Institut für Theaterwissenschaften der Universität Leipzig, Mitglied des Konsortium NFDI4C, die Staatsbibliothek zu Berlin, das Theatermuseum Düsseldorf, der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst an der Universitätsbibliothek Frankfurt und die AfS an der Deutschen Nationalbibliothek Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Theatermacher*innen, Produzent*innen und Mitarbeitende aus Archiven und Museen der Performing Arts eingeladen. Einen Tag lang diskutierten wir intensiv.  

Die Programmstruktur wechselte zwischen einerseits kurzen Vorträgen zur Verdeutlichung von Perspektiven oder Problemen und andererseits Arbeitssessions, in denen unter dem Eindruck der Vorträge jeweils zwei Fragen in kleineren Gruppen diskutiert wurden:

  • Wie könnte der Dialog zwischen Forschung und Sammlung gefördert werden?

  • Welche gemeinsame Forschungs- und Sammlungsstruktur und welche Referenzpunkte (Normdaten) brauchen wir dafür?

Aus den Antworten kristallisierten sich in der anschließenden Diskussion die Verabredungen zum weiteren Vorgehen im Forum Performing Arts heraus: 

  • Ein Trainingsangebot zur Nutzung der GND in Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen der DNB-Datendienste für die Performing Arts Community 

  • Die Fortsetzung der Diskussion über ein gemeinsames Datenmodell zur Erschließung von Inhalten in den Performing Arts

  • die Überlegung eine übergreifende Produktionsdatenbank unter Verwendung von GND-IDs  einzurichten 

Die Ansprechpartner des Forums Performing Arts und Details zur Veranstaltung sind auf dieser Dokumentationsseite nachzulesen.


Außerdem kam es zu einer kleinen Filmpremiere. Gemeinsam mit den Kolleg*innen von NFDI4C arbeiten wir an einem modularen Set von Informationsmaterial rund um Metadaten, Qualitätsparametern für diese, sowie Normdaten. Der erste Video-Beitrag in dem Set läuft nun über den Youtube-Channel der DNB zur GND und wird später Teil des “Education & Training”-Angebotes von NFDI4C werden.



Über die GND, eine kurze Einführung.




Ausblick auf kommende Foren


Uns erreichen viele Anfragen aus unterschiedlichen Institutionen und Netzwerken mit ähnlichen Fragestellungen. Diese versuchen wir über die Foren sinnvoll zu bündeln. In den kommenden Monaten planen wir die Eröffnung von weiteren Foren, um es den jeweiligen Communities leichter zu machen, sich selbst zu organisieren. Die AfS begleitet intensiv die Ausrichtung der Auftaktveranstaltung. Im weiteren Verlauf unterstützt sie die Community mit ihrer Expertise zu Fragen der Standardisierung und der GND. Die Vorgehensweise, die Zielrichtung und die Arbeitsschwerpunkte bestimmt die Community – genauer ihre Akteur*innen. Auch die im Zuge des DFG-Projektes GND4C gestarteten oder in Gründung befindlichen GND-Agenturen und NFDI-Konsortien werden das Format der Foren nutzen, um gezielt in ihre jeweilige Community hinein zu wirken. Für den Frühsommer planen wir gemeinsam mit den Partnern von Text+ ein Forum zu text- und sprachbasierten Forschungsdaten in ihrer Verknüpfung mit der GND. 

Später folgen dann die Einladungen zu den Foren Museum, Bauwerke und Archiv. Denkbar wären auch entsprechende Community-Foren für Film, Handschriften, Musik, Geografika oder ganz andere Themen. Das liegt letztlich bei Ihnen. Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf Ihre Ideen.

Screenshot zum Aufgabenfeld von Text+.

credit: Text-plus.org

In den letzten Wochen haben wir fast 24 Stunden Videomitschnitte gesichtet. Die Pat*innen haben uns Berichte mit ihren Eindrücken und Einsichten geschickt. Es gab einige Blogposts auf den Seiten der Partner*innen und in den nächsten Wochen und Monaten sollen noch weitere Beiträge folgen. Doch so lange wollen wir Sie nicht mehr warten lassen. Wir schlagen Ihnen vor, sich schon jetzt im Wiki der GNDCon die Dokumentationsseiten umzuschauen. Denn diese Dokumentation ist Ihrem Interesse für die GND gewidmet. Wir möchten Sie über die laufenden Debatten und Vorhaben informieren. Wir möchten Sie einladen, sich aktiv in den Öffnungsprozess einzubringen, und wir möchten Ihre Ansichten noch besser kennenlernen. Daher: flanieren Sie durch die Textlandschaften, schlendern Sie durch die Videodokumentation und folgen Sie den weiterführenden Links in den Materialien der Referent*innen. Schreiben Sie uns Ihre Meinung zur Dokumentation. Schicken Sie uns Ihre Einfälle zu den vorgestellten Vorhaben und berichten Sie uns von Ihren Projekten rund um die GND.

Wie funktioniert die Dokumentation?

Der Dokumentation vorangestellt haben wir das bereits bekannte Programm der GNDCon 2.0. Doch jetzt führen die Links nicht mehr zum Onlineshop, sondern auf die Dokumentations- und die älteren Ankündigungsseiten der jeweiligen Programmteile. Außerdem können Sie natürlich auch über die linke Menüleiste navigieren, dort und auf dem Seitenmenü finden Sie jeweils die Seite "Dokumentationen". Nicht alle Pat*innen haben ihre Sessions aufgezeichnet. Dort wo uns Mitschnitte vorlagen, haben wir diese aufarbeiten lassen, über den YouTube-Kanal der Deutschen Nationalbibliothek veröffentlicht und jeweils auf der entsprechenden Wikiseite verlinkt. Außerdem haben wir uns bemüht, alle Präsentationen, die in den Sessions gehalten und freigegeben wurden, Ihnen zur Nachlese zur Verfügung zu stellen. Ergänzt werden die Folienvorträge durch weitere Materialien der GNDCon-Pat*innen wie Digitalprotokolle, zusammenfassende Berichte und Illustrationen.

Wie geht es weiter?

Ab dem Herbst werden wir in der GND-Kooperative insbesondere eine Anregung der Gäste der GNDCon 2.0 aufgreifen. Wir wollen Sie öfter zum Austausch einladen! Sei es in der nun öffentlichen Reihe "Die GND im Gespräch" oder auf Foren für bestimmte GND-Communities. Angedacht sind zunächst Foren zu Bauwerken, Museen und zu Performing Arts. Über die Termine werden wir rechtzeitig auf der GND-Website, hier im GND-Wiki und über die einschlägigen Mailinglisten informieren. Abonnieren Sie zum Beispiel die GND-Kulturdaten-Liste, wenn Sie aktuell informiert werden möchten.


Jetzt wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und Schauen.

Blogpost zur MiniCon „Werknormdaten der Musik" ein Beitrag von Desiree Mayer (NFDI4Culture / SLUB)

Auf die Plätze, fertig, los! Um 11.30 Uhr startete am 07.06.2021 die erste MiniCon der GNDCon 2.0. zum Thema „Werknormdaten der Musik“ mit etwa 170 Teilnehmenden, veranstaltet von NFDI4Culture. Nach drei Impulsvorträgen von Laurent Pugin, Katrin Bicher und Desiree Mayer begann die interaktive Arbeit am Miroboard (siehe nebenstehende Abbildung).

Schon nach kurzer Zeit füllte sich das Miroboard mit bunten Klebezetteln zu den angesprochenen Themenfeldern. Für diesen Input, der die bibliothekarischen und wissenschaftlichen Ansätze in Bezug auf Werknormdaten wunderbar zusammenbringt, möchten wir allen Teilnehmenden herzlich danken. Um auf alle Themen einzugehen, war die Zeit leider zu knapp, daher möchten wir in diesem Blogpost die drei wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen:

Für musikwissenschaftliche Forschungsprojekte ist es ein großes Desiderat, selbst zur GND beitragen zu können. Sei es, um Fehler zu korrigieren, neue Erkenntnisse zu ergänzen oder auch  bisher nicht vorhandene Werknormsätze anlegen zu können, die als Verknüpfungs- und Identifikationspunkt in ihrem Forschungsprojekt benötigt werden.

Beim Thema Versionierung zeigte sich die GND interessiert und offen für die Anliegen aus der Community. Konkret geht es hier um Transparenz, auch im Sinne der FAIR-Prinzipien, und darum, einmal bezogene Inhalte verlässlich und konsistent adressier- und rekonstruierbar zu halten.

Der Werkbegriff der GND, der stark durch seinen bibliothekarischen Entstehungskontext geprägt ist, wurde mit unterschiedlichen Perspektiven kritisch diskutiert.  Während es von Seiten der Theater-, Film- und Medienwissenschaften noch grundlegenden Bedarf an Vokabular und einer Definition des Werkbegriffs gibt, regten die Musikwissenschaftler an, den Werkbegriff für Musik weiter zu überprüfen: Wie soll mit Werken und Fassungen umgegangen werden? Wie ist zu entscheiden, wann eine Bearbeitung Werkstatus erreicht? Zur Klärung dieser Punkte ist unter anderem die Umsetzung der FRBR-Ebenen im Werknormsatz der GND zu hinterfragen.

Wie geht es nun aber weiter mit diesen Erkenntnissen? Wir werden die ausgewerteten Themenfelder mit in unser Netzwerk hineinnehmen und in verschiedenen Gremien zur Sprache bringen. NFDI4Culture sieht sich als Vermittler, und in dieser Funktion interagieren wir beispielsweise eng mit GND und RISM, aber auch in der Arbeitsgruppe Musik des Standardisierungsausschusses.

Zum Schluss nochmals vielen Dank an alle Teilnehmenden!

Miroboard erstellt im Rahmen der MiniCon Musik auf der GNDCon 2.0

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Abbildung 1: Zufallscollage aus den Beiträgen zur GNDCon, mit Aufnahmen aus dem Kreis der GNDCon-Pat*innen, der Koreferent*innen und des Organisationsteams

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Vom 7. bis 11. Juni 2021 veranstaltete die Deutsche Nationalbibliothek gemeinsam mit der GND-Kooperative, den Akteur*innen des Projektes GND4C und weiteren Partner*innen die GNDCon 2.0. Sie lud ein, sich über Ergebnisse und Entwicklungsstände rund um die Öffnung der GND in den unterschiedlichsten Bereichen zu informieren. Über 800 Menschen aus Bibliothek, Forschung, Museum, Archiv und weiteren Sparten nahmen an der GNDCon 2.0 teil. Ebenso wie Sie als Leser*in vielleicht auf Entdeckungsreise in der nebenstehenden Collage gehen werden, so begaben sich gefühlt viele der Gäste der GNDCon auf Expedition in die Gefilde der jeweils anderen Bereiche.

Im Durchschnitt besuchten die Gäste jeweils vier Programmmodule. Sie konnten aus über 20 Veranstaltungsangeboten auswählen. Ein lebhafter Diskurs auf vielen Ebenen, mit zahlreichen Wortbeiträgen der Teilnehmenden in den Chats der Videokonferenzen, auf Twitter und natürlich live in den MiniCons selbst fand statt. Insgesamt eine Menge an Information, Themen, Impulsen, Ideen und Meinungen, die alle Beteiligten in den nächsten Wochen und Monaten zu verarbeiten haben.



Abbildung 2: Deutsche Nationalbibliothek, CC BY SA

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Abbildung 3: Screenshot aus der MiniCon zu den neuen GND-Agenturen

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Vorgenommen

Unser erklärtes Zieldie erreichten Meilensteine des Öffnungsprozesses der GND zu präsentieren und konkret deren Weiterentwicklung voranzutreiben, wurde in weiten Teilen erreicht. Im Januar schrieben wir: Die GNDCon wird anders. Sie wird divers, dezentral und digitalwie sie tatsächlich ist. Denn die GND steht für das Gemeinschaftswerk einer diversen, dezentralen und digital agierenden Gemeinschaft. 

Der Vorsatz  der Diversität wurde erfüllt. Es gab interdisziplinäre Programm-Angebote und im gleichen Verhältnis  Angebote von Kolleg*innen der Bibliotheken. Beiträge aus der Forschung und vereinzelt aus dem Archiv- und Museumsbereich ergänzten das Programm. Die GNDCon leistete nach Aussage der Gäste in den Runden der Resümees einen guten Beitrag, um sich über den Stand der Öffnung der GND zu informieren und den Blick für die Bedarfe der anderen zu schärfen. 

Der dezentrale Ansatz der GNDCon 2.0 ist ebenfalls aufgegangen. Die Pat*innen engagierten sich sehr und kreierten ein reichhaltiges und eigenständiges Angebot im gemeinsamen Rahmen der GNDCon. Es gab Bedenken, das Publikum könnte durch die Vielfalt der Konferenzsysteme überfordert worden sein. Tatsächlich war die Zahl der Interventionen durch den Helpdesk gemessen an der Gesamtzahl der Zugänge zu den Veranstaltungen jedoch gering. Die GNCon zählte über 800 Teilnehmer*innen. Diese haben durchschnittlich vier Veranstaltungen besucht. Pro Tag wandten sich circa 15 Menschen aufgrund der Vielfalt der Konferenzsysteme an den Helpdesk. Das sind weniger als 2% der insgesamt nötigen Einwahlvorgänge. Dennoch, eine Verbesserung des Konzeptes im Sinne der Praktikabilität werden wir für eine GNDCon in zwei Jahren in den Blick nehmen.

Zwar gab es pandemiebedingt ohnehin keine Alternative zur Digitalität, aber diese hat nicht allein dazu beigetragen, die Kosten zu reduzieren, sondern zudem einem bedeutend größeren Kreis die Teilnahme ermöglicht. In der Summe haben weitaus mehr Menschen als bei der ersten GNDCon teilgenommen. Einzelne Angebote wurden zum Teil von einem Vielfachen der Zahl der Gäste der Sessions der ersten GNDCon wahrgenommen. Zum Vergleich: In der Regel besuchten die Sessions der ersten GNDCon circa 50 Gäste, in diesem Jahr nahmen an drei Sessions deutlich über 200 Gäste teil. Die diesjährige Eröffnungsveranstaltung verzeichnete 302 Teilnehmende – 2018 waren 330 Gäste angemeldet. Im Mittel besuchten 160 Menschen die einzelnen Veranstaltungen unter dem Dach der GNDCon.


Abbildung 4: Wortwolke zu Themen, die auf der GNDCon im "Orbit" waren

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Mitgenommen

Die GNDCon diente der Verständigung über gemeinsame Problemstellungen für alle Menschen, die die Strukturen und Daten der GND nutzen wollen, um ihre Einrichtungen und ihre Daten intensiver miteinander zu vernetzen. Manche Themen, die im Laufe des Tages in den Sessions aufgeworfen wurden, verdichteten sich in den frühabendlichen Runden der Resümees zu klaren Orientierungsmarken für die künftige Arbeit: manchmal als Wünsche, wie "mehr Information", "mehr Austausch", "mehr Tools", manchmal als wiederkehrende Topoi, wie "die GND ist kompliziert", "die GND ist keine Enzyklopädie", manche einfach als besonders beliebte Schlagworte, wie "Automatisierung", "Vernetzung" oder "standardisierte Formate".

Als Organisator*innen der GNDCon und als Träger*in der GND nehmen wir dies mit:

  • Häufiger und gemeinsam mit Vertreter*innen aus den Communities gestaltete, einfache sowie ansprechende Veranstaltungsformate kreieren, um den konstruktiven und arbeitsorientierten Austausch zu bestimmten Themen oder Fragestellungen zu erleichtern. Beispielsweise die Reihe "GND im Gespräch" öffentlich zugänglich machen, Foren für bestimmte Sparten ausrichten oder ein Einführungsformat zur GND entwerfen. 

  • Öfter einen Einblick in laufende Projekte und Vorhaben - rund um die GND und vernetzte Datensysteme - bieten. Denkbar wäre eine Art "GND-Schau", vielleicht in unterhaltsamer Kombination mit einer Fortsetzung des "GND-Quiz", das viel Zuspruch auf der GNDCon fand.

  • Die Dokumentation zu Entwicklungen innerhalb der GND-Kooperative transparenter und zugänglicher machen, damit diese sich gegenseitig besser fördern können, durch den kontinuierlichen Ausbau des bestehenden Informations- und Orientierungsangebotes der GND-Website.

  • Insgesamt den Informationsfluss innerhalb der GND-Kooperative und angrenzender Netzwerke verbessern.



Ausgewertet

Die Auswertung, illustriert durch die Grafiken, legt den Fokus auf die Diversität und den Austausch über die Spartengrenzen hinweg. Denn diesen Austausch zu gewährleisten, war ein zentrales Anliegen der veranstaltenden Institutionen, aber ebenso das vorrangige Interesse der Gäste. Im Kreis der GNDCon-Pat*innen war das Bibliothekswesen erwartungsgemäß gut vertreten, jedoch auch Forschung und interdisziplinäre Kooperationen liegen fast gleichauf. Das zeigt Abbildung 5. Auch unter den Gästen herrschte eine gute Mischung vor. Etwas weniger als die Hälfte der Teilnehmenden, wie Abbildung 6 illustriert, ordnete sich dem Bibliotheksbereich zu. Die letzte Grafik, Abbildung 7, setzt beides in Korrelation. Da der Öffnungsprozess der GND nur gelingen kann, wenn die jetzigen Anwender*innen mit den neuen zusammenarbeiten, stimmt das hohe Interesse aus dem Kreis der Bibliothekar*innen an der Perspektive der anderen Communities auf die GND sehr optimistisch. 

Abbildung 5: Verteilung der Angebote Pat*innen nach Sparten

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Abbildung 6: Verteilung der Gäste nach Sparten

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Abbildung 7: Korrelation von Sparte und Buchung

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Unvollständige Liste von Beiträgen von GNDCon-Pat*innen und Teilnehmenden zur GNDCon 2.0:

  (info)   Auch für Archive zunehmend wichtig: Normdaten und die GND, 16. Juni 2021, Annika Hansen (Link)

 (info)    Reconciliation mit lobid, OpenRefine und Cocoda bei der GNDCon; 18 Juni 2021, Adrian Pohl, Fabian Steeg, Jakob Voß (Link

 (info)    GNDCon: Treffen der wachsenden Wikibase Community; 29. Juni 2021, Georgina Burnett und Bayan Hilles, (Link)

 (info)    Ortskennungen in der archivischen Erschließung Hessische Beiträge bei der „GNDCon 2.0“; 7. Juli 2021, Florian Lehrmann (Link)

 (info)    MiniCon Werknormdaten der Musik; 27. Juli 2021, Beate Schiebl (Link)

 



Die GNDCon 2.0 legt los


Kleine Tipps für einen entspannten GNDCon-Besuch

Am Montag beginnt die GNDCon 2.0. Alle 71 Pat*innen und Ko-Referent*innen und das GNDCon-Organisationsteam arbeiten noch bis zum letzten Moment an den Details. Das Programm ist bekannt: Ein gutes Dutzend Beiträge zu diversen Themen. Den Auftakt bildet die Eröffnungsveranstaltung um 09:30 Uhr mit Frank Scholze, Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek, und Harald Sack, Bereichsleiter für Information Service Engineering bei FIZ Karlsruhe und Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 

Wir freuen uns, dass es gelungen ist, für die allermeisten Angebote Lösungen zu finden, die möglichst allen Interessierten eine Beteiligung erlauben (nachstehend blau markiert und führen zur Anmeldung). Leider gibt es ein paar Ausnahmen (nachstehend orange markiert). Als Ausgleich bieten sich die Runden der Resümees (RR) an, die – thematisch fokussiert – Ihnen zumindest einen Einblick in die Thematik geben:

  • Tag 1 RR "Werke" mit den Pat*innen der MiniCons zu Musik und Literatur (beide am 7.6.) und der MiniCon zu Film (9.6.)
  • Tag 2 RR "surprise"
  • Tag 3 RR "Öffnung" mit den Pat*innen der MiniCons zu GND (7.6.), Archiv (8.6) und den MiniCons zu Agenturen (9.6.)
  • Tag 4 RR "Technik & Wikibase" mit den Pat*innen der MiniCons zu GND meets WikibaseWikidata and WikiLibrary (beide am 8.6.), GND-Explorer (10.6) sowie der MiniCon Wie verlinken wir  ... (10.6)
  • Tag 5 RR "Rückblick" mit den Pat*innen der MiniCons zu Geografika (11.6.) und aus dem Ideenforum zu Künstliche Intelligenz und xCurator, Thesauri der Ethnologie, GND.network und GEPRIS historisch (alle am 10.6.).

Bitte vergessen Sie nicht, sich auch für die Runden der Resümees anzumelden. Zudem viele Extras, wie die Sprechstunde zur GND und den Metadatenservice der GND. Sollten Sie hier keinen Beratungstermin bekommen haben, dann stehen Ihnen die Kolleg*innen natürlich auch jenseits der GNDCon für ein Gespräch zu Verfügung. Auf GND.network und der Website der Deutschen Nationalbibliothek finden Sie die passenden Informationen. Exklusiv für die GNDCon ist jedoch das GND-Quiz. Hier gibt es noch Plätze und Preise. Entspannt in das "Rendezvous am Mittag" mit dem Extra - GND-Spiel

Fotosession

Noch bietet die Technologie keine überzeugende Anwendung für Gruppenfotos auf digitalen Veranstaltungen. Da hilft nur eine alternative Idee. Wir bitten also alle der gut 350 angemeldeten Gäste der GNDCon, schicken Sie uns doch ein Motiv Ihrer persönlichen Wahl zu einer Entität in der GND als Bilddatei (jpg, max. 1 MB) an unsere Kontaktadresse. Oder gern auch ein Bild von Ihnen. Wichtig ist, dass das Bild unter einer freien Lizenz steht, damit wir es in eine Collage einfügen können. Mit den ersten 100 Bildern beginnen wir gleich mit der Collage!

So kunstvoll wird die GNCon Collage nur,
wenn Sie alle mitmachen.
public domain

Das GND-Dashboard

Auf der GNDCon 2018 hatten wir für alle Besucher*innen, die die GND als Normdatei besser kennenlernen wollten, die Ausstellung "Die GND vor Augen" im Foyer der Deutschen Nationalbibliothek eingerichtet. Auch in 2021 möchten wir Sie einladen, die GND zu erforschen. Das GND-Dashboard bietet Ihnen dafür Gelegenheit:



screenshot: GND-Dashboard (ein Produkt von Kolleg*innen der DNB)

Die Daten der GND muss man befragen, um Antworten zu bekommen. Wer Bilder mag, dem wird sicher auch das GND-Dashboard gefallen. Unterschiedliche statistische Auswertungen aufbereitet in zum Teil interaktiven Graphen und Karten visualisieren die 8,8 Millionen Datensätze der GND. Folgen Sie dem unten stehenden Link und testen Sie die Betaversion. Sie wurde eigens für die GNDCon von den Kolleg*innen der Deutschen Nationalbibliothek bereitgestellt: Das GND-Dashboard in Streamlit.



GNDCon 2.0 vom 7. bis zum 11. Juni 2021

Jetzt kann man die Tage zählen bis die GNDCon 2.0 anfängt. Von vielen der GNDCon-Pat*innen, die die zwanzig MiniCons und die Extra-Angebote verantworten, hören wir, dass die letzten Vorbereitungen für Vorträge und andere Aktivitäten im vollen Gange sind. Das GNDCon-Team sammelt noch fleißig Anmeldungen. In diesen Tagen werden den angemeldeten Gästen die Links zu den einzelnen Veranstaltungen zugeschickt. Manche mögen sich fragen, warum wir nicht die GNDCon 2.0 über einen zentralen Link ausstrahlen. Wir haben uns für die dezentrale Variante entschieden, einerseits um den Pat*innen möglichst viel Autonomie in der Gestaltung und Auswahl der technischen Mittel zu geben, und andererseits, um dabei gleichzeitig zum Ausdruck zu bringen, dass genau dieses Element, etwas dezentral und doch gemeinsam auf die Beine zu stellen, eben das Wesen der offenen Gemeinsamen Normdatei ist. 

Das bedeutet für Sie als Gast ein wenig mehr an aktiver Mitarbeit. Zu den Kalendereinträgen, die Sie über den Online-Shop der Veranstaltungen kreieren können, kommt jetzt im bewährten "copy and paste"-Verfahren das Einfügen der Konferenz-Software-Links aus den E-Mails der Pat*innen. Sollten Sie dabei feststellen, dass Sie einen Termin vielleicht nicht wahrnehmen können, dann nutzen Sie bitte die Stornierfunktion. Wir haben zwar die Kapazitäten für fast alle Angebote erweitern können, aber manche sind dennoch vergriffen oder am Limit. Schauen Sie bitte auch auf unsere Hinweise zur Anwendung der diversen Softwareangebote. Die Anmeldung bleibt übrigens bis zum jeweiligen Termin offen. Wir verschicken am Vorabend für jede Veranstaltung an diejenigen Gäste, die noch nicht von den Pat*innen informiert wurden, den Link zum Angebot. Am Tag selbst besteht grundsätzlich die Möglichkeit, sich am Infocounter von 09 bis 17 Uhr noch nach dem Link zu erkundigen, wenn man sich zuvor für den Programmpunkt registriert hat. Es gilt: erst anmelden, dann gibt es den Link. Bitte wenden Sie sich rechtzeitig an die Kolleg*innen am Infocounter, um Staus zu vermeiden. Selbstredend stehen wir Ihnen dort auch für andere Fragen zur Verfügung, wenn die Antworten nicht unter den praktischen Hinweisen zu finden sind. 

Ihre Mitwirkung ist gewünscht

Die GNDCon ist als Convention darauf angelegt, mit Ihnen als Teilnehmenden möglichst direkt in den Dialog zur Öffnung der GND zu treten. Das fängt schon mit der Eröffnung am 7. Juni an. Erlauben Sie einem der führenden Experten zu Linked Data und der Technologie der Knowledge Graphen, Harald Sack (KIT Karlsruhe), Sie mit einem Diskurs zur Renaissance der Normdaten in der entstehenden Forschungsdateninfrastruktur zu fesseln. Insgesamt wünschen wir Ihnen für die Woche der GNDCon Lust und Muße, sich auf die Möglichkeiten der Interaktion einzulassen, die Ihnen in den verschiedenen Programmteilen geboten werden. Natürlich als erstes auf das Spielerische im GND-Quiz! Interaktionen bieten auch die MiniCons:

möchten Sie ausdrücklich und auf unterschiedliche Weise beteiligen. Manchmal sogar schon im Vorfeld! Darüber hinaus ist in jeder MiniCon der ergebnisorientierte Austausch erwünscht. Auf der GNDCon reden wir über Themen von A wie Archiv bis X wie in xCurator. Es geht um Fragen zum Umgang mit Werken in der GND sowie um Agenturen, um OrteMusikFilm und Spezialbedarfe. Im Ideenforum steht das gemeinsame Gespräch im besonderen Maße im Fokus. Nehmen Sie sich bitte die Zeit und lesen Sie im Vorfeld, die von den Pat*innen bereitgestellten Texte und Materialien im Wiki, der Austausch kann so nur noch fruchtbarer werden. Die jeweils zum Einsatz kommende Konferenz-Software wird vielleicht nur den schriftlichen Chatbeitrag erlauben. Manchmal muss man eventuell noch ein zusätzliches Fenster im Browser für ein digitales White-Board öffnen oder das Handy für Umfragen einsetzen. Das Pensum eines GNDCon-Gastes könnte einem fast schon wie Multi-Tasking erscheinen. Aber stets ist Ihre Meinung, Ihr Gedanke und Ihre Frage herzlich willkommen.

Ihre Mitwirkung ist gewünscht

credit: Stefan Krause, Germany, FAL, via Wikimedia Commons

Mehr Interaktion

Tag für Tag ab 15:30 Uhr, in der Runde der Resümees, fassen wir die Ergebnisse und offenen Fragen zu einem bestimmten Schwerpunkt noch einmal zusammen. Nur am Freitag beginnen wir um 11:30 Uhr. Doch es zählt nicht allein der spontane Moment. Wir wollen den Öffnungsprozess der GND umfassend dokumentieren. Bereits zur letzten GNDCon 2018 und im Nachgang zum GND4C-Forum 2019 haben wir viel Wert auf das Festhalten von Ergebnissen gelegt. Jetzt wollen wir noch besser werden. Daher ist jeweils ein Mitschnitt für möglichst viele Programmmodule geplant. Achten Sie bitte auf die entsprechenden Hinweise der Pat*innen und Sprecher*innen. Zusammen mit den Berichten der Pat*innen fließen diese Mitschnitte in die Gesamtdokumentation ein.

Wir begrüßen die Vielfalt der Meinungen und Perspektiven. Wir freuen uns daher besonders auf Ihre Beiträge, ob als Blogger*in, über Twitter, Instagram oder auf anderen Social-Media-Plattformen. Wenn Sie einen Beitrag zur GNDCon planen und noch Hintergrundmaterial benötigen, schreiben Sie uns. Wir stellen auch gern den Kontakt zu den Pat*innen und Referent*innen her. Und vor allem, teilen Sie bitte Ihre Beiträge mit uns!

 #gndcon public domain    Bild

Die GNDCon ist ein offenes und kostenfreies Angebot an alle Menschen, die sich für die integrative Öffnung der Gemeinsamen Normdatei (GND) interessieren und sie mitgestalten wollen.

Mehr Information zur GND gibt es auf der Website gnd.network und Tickets zu den Veranstaltungen im Onlineshop

Die GNDCon 2.0 wird veranstaltet von der GND-Kooperative und ihren Partner*innen: 


 

 
 

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 Startseite

Logo Technische Informationsbibliothek (TIB)


Gerade bei einer digitalen und zudem dezentralen Veranstaltung ist es uns wichtig, dass die Gäste über Gestaltungselemente und andere wiederkehrende Module eine Chance bekommen, alle Teile zumindest mental zu einem Ganzen zu formen.


Wir haben daher schlichte und funktionale Vorlagen für alle GNDCon-Pat*innen kreieren lassen, die diese für ihre jeweils in Eigenverantwortung stattfindenden MiniCons verwenden können. Alle MiniCons formen gemeinsam die GNDCon. Das vollständige Programm ist online und alle Veranstaltungen finden komplett im digitalen Raum statt. Unter dem Dach der GNDCon ist Gelegenheit zum Austausch und für die Vernetzung der GND-Gemeinschaft. Es ist ein Wechselspiel zwischen Form und Funktion, zwischen Gestaltung und Inhalt.

Wer mag, kann sich auch als Teilnehmer*in den virtuellen GNDCon 2.0 Hintergrund hier herunterladen. Setzen Sie ein Zeichen der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der GND, indem Sie den GNDCon-Plafond nutzen. Die meisten der während der GNDCon zum Einsatz kommenden Konferenz-Software, erlauben die virtuelle Personalisierung des Hintergrundes der Webcam. 


Hier geht es zur kostenfreien Anmeldung zur GNDCon 2.0. Sichern Sie sich Ihre Tickets. Selbst digitale Kapazitäten sind begrenzt.

So schaut das Design für die digitale GNDCon 2.0 aus


Ab dem 3. Mai 2021 können Sie im Programmangebot der GNDCon 2.0 blättern und sich Ihr persönliches GNDCon 2.0-Programm in unserem Ticketshop kostenfrei zusammenstellen. Gut fünfzig Referent*innen aus mehr als dreißig Institutionen des DACH-Raums möchten mit Ihnen ihre Arbeitsergebnisse diskutieren und sich zu aktuellen Fragestellungen austauschen.


Ein großes Angebot im Ticketshop

Manche, die einen Blick in das Ticketangebot des Onlineshops zur GNDCon werfen, schrecken vielleicht ob der Fülle zurück. Manche sind vielleicht auch entzückt, wenn sie sich eine ganze Woche lang intensiv mit Themen zur GND befassen können. Auch wenn wir es uns natürlich wünschen, dass das Interesse der Gäste so groß sei, so sind wir auch realistisch. Es wird nur eine Minderheit sein, die derart zeitreich ist. Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, haben wir in der Programmübersicht im GNDCon-Wiki alle Module mit einer Kategorie (blau) und einem Schlagwort (orange) versehen. Neben der Eröffnungssession am 7. Juni, über die wir schon im letzten Blogpost berichtet haben, stehen natürlich die 12 MiniCons, die Veranstaltungen der GNDCon-Pat*innen, im Fokus. Im Ideenforum – Open Space sind zur Zeit drei von insgesamt sechs möglichen Auftritten vergeben. Diskutiert wird über Ethnologie, Künstliche Intelligenz und zum GND.network. Vielleicht möchten Sie ja noch spontan ein Thema zur Diskussion stellen, dann schreiben Sie uns unter unserer Kontaktadresse auf der GNDCon-Seite an.

Am 8. Juni 2021 um 17:00 Uhr laden wir Sie alle zu einem digitalen Meet & Greet ein. Die Patenschaft hierfür hat das TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek mit Lambert Heller übernommen. Treffen Sie andere Teilnehmende der GNDCon 2.0, sprechen Sie mit den GNDCon-Pat*innen und vor allem knüpfen Sie Kontakte oder frischen Sie bestehende für Ihre künftige Arbeit mit der GND auf. Loten wir zusammen die Grenzen des digitalen Come together aus. Selbst wenn uns dabei vielleicht noch einiges an Pionierarbeit und frisch erworbener Digitalkompetenz bevorsteht. Die mit "Extras" gekennzeichneten Angebote sind spezielle Angebote der Kolleg*innen der DNB. Die Sprechstunden sind ausdrücklich für einige wenige Teilnehmende gedacht, damit ganz konkret deren Fragen beantwortet werden können. Das spielerische Quiz-Extra, "Rendezvous am Mittag", wiederholen wir an drei Tagen, um mehr Menschen den Spaß am Mitmachen zu ermöglichen. 

Die MiniCon-Angebote sind von den GNDCon-Pat*innen in der Regel für eine größere Zahl von Teilnehmenden gedacht. Es liegt in der Verantwortung der einzelnen Veranstalter*innen, wir nennen sie GNDCon-Pat*innen, welche Konferenz-Software sie für wie viele Gästen bereitstellen. Fast jedes Programmmodul im Wiki verlinkt auf eine Unterseite der GNDCon-Pat*innen. Dort finden Sie ausführlichere Informationen zu den Themen und der Art der Sessions. Sie können sich damit ein Bild machen, ob diese Workshop-Charakter haben oder eher gebündelte Informationen in Vorträgen liefern werden. Wenn Sie sich für eine oder mehrere MiniCons entscheiden, dann klicken Sie einfach auf den jeweiligen Link zur Anmeldung. Dieser führt Sie unmittelbar auf das Ticketangebot. Mit der Buchung geben Sie auch Ihr Einverständnis, dass die Veranstalter*innen, sei es die Deutsche Nationalbibliothek oder die GNDCon-Pat*innen, im Zuge der GNDCon weitere Informationen zur Veranstaltung schicken dürfen. Das betrifft vor allem den Link zur jeweiligen Videokonferenz der Pat*innen, aber vielleicht möchte man Sie auch zu einer Umfrage einladen oder Ihnen noch zusätzliche Lektüre-Links schicken. Ihre Angaben benötigen wir zudem für die Statistik der Gesamtveranstaltung und, um Sie über allgemeine Angelegenheiten zur GNDCon informieren zu können.

Sollte eine Veranstaltung wider Erwarten ausgebucht sein, kommen Sie automatisch auf eine Warteliste. Seien Sie bitte solidarisch mit den Wartenden, wenn Sie Ihr Ticket doch nicht nutzen können, dann stornieren Sie es bitte so rasch wie möglich. Es ist ganz unkompliziert. Aber so kann der Nächste in der Warteliste ein freiwerdendes Ticket bekommen.

Die Anmeldung ist eröffnet

pretix - Prototype Fund

Über diesen Link können Sie sich für die GNDCon 2.0 kostenfrei anmelden.

Anmeldung

Die Kapazitäten für die Einzelmodule können Beschränkungen unterliegen. Jedes Modul muss eigens gebucht werden. Sie haben die Möglichkeit, es in Ihren eigenen Kalender zu übernehmen und stellen sich so Ihr persönliches GNDCon 2.0-Programm zusammen.


Viel Lesestoff im öffentlichen GNDCon-Wiki

Bevor die eigentlichen Veranstaltungen beginnen, laden wir Sie ein, durch unsere Informationsseiten im GNDCon-Wiki zu surfen. 


Hier stellen die GNDCon-Pat*innen vor, während und nach der GNDCon Informationen zusammen, die auch denjenigen einen Einblick bieten, die zum Beispiel aus Zeitgründen nicht an der jeweiligen Veranstaltung teilnehmen können. Die Seiten nutzen wir zudem, um im Anschluss an die GNDCon auch die Videodokumentation der einzelnen Module zu verlinken, sofern die GNDCon-Pat*innen sich für den Mitschnitt ihrer Veranstaltung entscheiden.

Während der GNDCon erörtern die DNB-Moderator*innen Jürgen Kett und Barbara Fischer mit den GNDCon-Pat*innen anhand ausgewählter Fragestellungen jeweils am Ende des Tages die Erkenntnisse der MiniCons in den Runden der Resümees. Auch für diesen Teil melden Sie sich bitte jeweils an.

PS: Behalten Sie bequem die Übersicht über Ihre gebuchten Veranstaltungsmodule der GNDCon 2.0, indem Sie die Termine in Ihren digitalen Kalender importieren. 

"Der kein Buch Lesende", Wandbild in Dessau (2016). credit: Molgreen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons



In weniger als acht Wochen beginnt die GNDCon 2.0. Vom 7. bis zum 11. Juni 2021 richten die Partnereinrichtungen der GND-Kooperative die zweite Convention zur Gemeinsamen Normdatei (GNDCon 2.0) aus. Digital, divers und dezentral diskutieren an fünf Tagen Menschen mit verschiedenen Interessen und aus heterogenen Bereichen ganz unterschiedliche Fragen, Aufgaben und Ansätze rund um das Thema GND.

Was bisher geschah ...

Dem Call for Papers folgten etliche Einrichtungen und Communities. Sie arbeiteten sich alle geduldig durch unseren Fragebogen. Unterdessen bereitete das GNDCon-Team das Programmschema und die technischen Rahmenbedingungen vor. In den letzten Wochen haben wir die Einreichungen und Vorschläge angenommen. Dann begann die Arbeit der Jury. 

Sie setzte sich wie folgt zusammen: 

Frau Junger führte den Vorsitz der Jury und betonte das Ziel der GNDCon:

"Der Name „Gemeinsame Normdatei“ erinnert bisher daran, dass die GND aus mehreren in der bibliothekarischen Erschließung verwendeten Normdateien entstanden ist. Durch die Öffnung der GND wird diese Bezeichnung aber künftig dafür stehen, dass die GND ein gemeinsames Produkt von Bibliotheken und anderen Sparten in Kultur und Wissenschaft ist. Die GNDCon 2.0 zeigt, welche Fortschritte erreicht wurden und bietet ein wichtiges Diskussionsforum für alle, die an der GND und ihrer Weiterentwicklung interessiert sind."

Die Programmjury sichtete in einer konzertierten Aktion alle Einsendungen. Am Ende der Sitzung beschrieb GNDCon Juror Jan Behrendt seinen Eindruck von den Einreichungen: 

"Egal ob Bibliotheken, Archive oder Museen: Wer 'richtig' dokumentieren will, kommt an einem leistungsfähigen Normvokabular nicht vorbei. Das liefert die GND. Und auf der GNDCon zeigt sie, dass sie auch in den Bereichen Offenheit, Innovation und Projektvielfalt ein Vorreiter ist. Als Mitglied der Programmjury durfte ich diesmal als einer der Ersten erfahren, wie viele neue und spannende Projekte aktuell unterwegs sind!"

Gemeinsam ist allen Mitwirkenden der GNDCon 2.0  das Anliegen, die GND zugänglicher, partizipativer, ja offener zu machen. In den drei Jahren seit der letzen GNDCon ist die digitale Transformation weiter vorangeschritten. In vielen Kultur- und Forschungseinrichtungen laufen umfassende Digitalisierungsprojekte, dabei werden auch neue Metadaten angelegt. Um die Bestände sichtbarer und besser auffindbar zu machen, steigt der Bedarf an leicht nachnutzbaren Normdaten. Erste Konsortien im Rahmen der nationalen Forschungsdateninfrastruktur haben ihre Arbeit begonnen oder befinden sich in Gründung. Auch hier spielt beim Aufbau der Infrastruktur der sachgemäße Einsatz von Normdaten eine zentrale Rolle. Das Vernetzen von Information im Netz - linked data - über Normdaten ist zu einem spartenübergreifenden Anliegen geworden. Daher widmet sich die Eröffnungsrede von Harald Sack mit dem schönen Titel “Die Welt ist klein und man trifft sich immer zweimal…” den Knowledge Graphen und der Rolle der Normdaten in ihnen. 

"Armalamor", Georg Baselitz, 1994 in der
Eingangshalle der Deutschen Nationalbibliothek

credit: Dontworry, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons



Knowledge Graphs

Collage aus Wissensnetzwerken und Michelangelo "Die Schöpfung"

credit:  © Harald Sack

Forschungsdateninfrastrukturen und die Renaissance der Normdaten

Harald Sack ist maßgeblich in die Organisation der aufstrebenden Nationalen Forschungsdateninfrastruktur eingebunden. Als Bereichsleiter für Information Service Engineering bei FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur und Professor für Information Service Engineering am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist er unmittelbar am Puls der neuesten Entwicklungen. Er entführt die Gäste der GNDCon 2.0 auf einen Ausflug in die Zukunftswelten der Wissenschaften nach der digitalen Transformation. So schreibt er:

"Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht es den Wissenschaften, stetig wachsende Datenmengen zu produzieren. Die effiziente Nutzung dieser Daten, also deren dauerhafte Sicherung, Ordnung, Verarbeitung und insbesondere auch ihre Bereitstellung für eine wissenschaftliche Nachnutzung, setzt funktionierende Infrastrukturen wie etwa Archive, Bibliotheken oder Fachinformationszentren voraus. Ziel der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur ist es, diese Datenbestände für das gesamte Wissenschaftssystem systematisch zu erschließen, zu vernetzen und nachhaltig nutzbar zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, kommen Techniken der künstlichen Intelligenz vermehrt zum Einsatz, mit denen die heterogenen, verteilten Datenbestände sowie deren Metadaten miteinander in Bezug gesetzt und gemeinsam nachnutzbar gemacht werden sollen. Die dazu notwendige semantische Erschließung der Daten setzt verstärkt auf subsymbolische maschinelle Lernverfahren (Deep-Learning-Technologien) in Verbindung mit symbolischen Wissensrepräsentationen (Ontologien und Knowledge Graphen). Eine entscheidende Rolle dabei werden effiziente Standardisierungsprozesse ebenso wie Normdaten und die Möglichkeit deren dynamischer Erweiterung und Anreicherung spielen."

Werfen wir mit ihm einen Blick auf die Zukunft der Normdaten und die Gemeinsame Normdatei. Am 7. Juni 2021 um 10:00 Uhr startet das Unternehmen: "Die Welt ist klein und man trifft sich immer zweimal…”.



Die Vielfalt der Themen

So divers wie die Inhalte im Netz, die mittels Normdaten vernetzt werden sollen, so divers sind auch die Themen der Programmmodule rund um die Nutzung und Anwendung der GND. So lauten die diesjährigen Schlagworte: 

(lightbulb) Archiv

(lightbulb) Bauwerke

(lightbulb) Ethnologie

(lightbulb) Film

(lightbulb) Geografika

(lightbulb) Künstliche Intelligenz

(lightbulb) Literatur

(lightbulb) Museum

(lightbulb) Musik

(lightbulb) Technik

(lightbulb) Werke

(lightbulb) Wikibase

Wir stellen zudem mehrere Vorhaben der Zentrale der GND und die neuen GND-Agenturen vor. Das alles unter dem Dach der GNDCon 2.0, aber zugleich dezentral an vielen Orten und unter Ihrem Dach. Nämlich an Ihrem Rechner. Alle Angebote sind digital und bauen auf Ihr direktes Mitwirken.



Die Anmeldung öffnet im Mai

Am 3. Mai 2021 starten wir mit der Anmeldung. Dann haben Sie die Wahl. Insgesamt bieten wir 14 MiniCons, ein Open-Space-Ideenforum, ein GND-Spiel sowie Informationsangebote zu den Datendiensten der DNB und der GND allgemein. Alle Gäste können ab dem 3. Mai jedes Programmmodul in unserem Onlineshop frei kombinieren und buchen. Wir haben uns bemüht, nach Möglichkeit, alle Module sequentiell anzubieten. Sollten Sie eventuell nicht die ganze Woche komplett der GND widmen können, diskutieren wir jeweils am Nachmittag in einer Runde der Resümees mit den GNDCon-Pat*innen, den Reporter*innen und mit Ihnen die wichtigsten Ergebnisse des Tages. 


Mehr zum Programm und Details zu den MiniCons finden Sie schon bald auf den Wikiseiten der GNDCon 2.0 und in den kommenden Blogposts.

Maiglöckchen

credit: Dominicus Johannes Bergsma, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons



Die GND-Kooperative

und

Partner*innen

 

 
 



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 Startseite

Logo Technische Informationsbibliothek (TIB) 

 

Zum Start der Website GND.network

Die Website zur GND ist online. Das ist ein wichtiger Meilenstein in der Öffnung der GND. Denn, um bei dem Bild des Titels zu bleiben, man stelle sich vor, die GND-Datensätze repräsentierten die Bäume im Wald. Doch erst die komplexe Gesamtstruktur aus Organisation, Infrastruktur und Regelwerk formen mit den Datensätzen zusammen die ganze Gemeinsame Normdatei, wie das Ökosystem eines Waldes. In den letzten drei Jahren, die seit der Erstveröffentlichung des GND-Entwicklungsprogramms vergangen sind, haben wir zusammen manches erreicht. Die GND-Kooperationsvereinbarung wurde ausgearbeitet und unterzeichnet und seitdem auch schon aktualisiert. Im Dezember letzten Jahres hat als erste nicht-bibliothekarische Einrichtung das Landesarchiv Baden-Württemberg die Vereinbarung unterzeichnet. Gemeinsam mit dem Bibliotheksservicezentrum haben sie die Pilot-Agentur LEO-BW-Regional gegründet. Hier können sich jetzt Museen und Archive des Landes zur Anwendung der GND für die Erschließung ihrer Sammlungen mit Normdaten beraten lassen und nach entsprechender Schulung auch eigene neue GND-Datensätze anlegen. Und weitere Agenturen, die ergänzend zu den gewohnten Verbundzentralen der Bibliotheken arbeiten sollen, werden folgen. Wir haben eine Gesprächsreihe für GND-Anwender*innen gestartet, in der wir aktuelle Fragestellungen der Öffnung und Lösungsvorschläge diskutieren. So liegen seit kurzem die lange nur informell existierenden Vorstellungen, welche Datensätze als Normdatensätze für die GND geeignet sind, als geordneter Geschäftsgang mit entsprechenden Erläuterungen als nachlesbare Eignungskriterien vor. Im Juni richten wir zum zweiten Mal die GNDCon aus. Sie steht unter dem Motto "Digital Divers Dezentral" und lädt einen größeren Kreis von GND-Interessierten zum Austausch ein. Wir werden Sie in diesem Blog über das Programm und die Registrierung schon bald informieren. Mit der GND-Website ergänzen wir unser Informationsangebot.

credit: Külli Kolina, CC BY-SA, via Wikimedia Commons

Orientierung bieten

Im Dialog mit unseren Partner*innen, sei es in den Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), im DFG geförderten Projekt GND4C - GND für Kulturdaten, bei Wikimedia Deutschland oder bei ORCiD.de, sowie mit Interessierten auf Tagungen und Konferenzen im In- und Ausland, wurde immer deutlicher, dass wir ein zentrales und übersichtliches Informationsangebot brauchen. In den letzten Monaten haben wir gemeinsam mit unseren Partnereinrichtungen intensiv an einer informativen Orientierungsseite zur GND gearbeitet. Im Fokus des neuen Angebotes steht die GND-Kooperative mit all ihren Facetten. Es geht um die organisatorischen Aspekte, um die Möglichkeiten des Mitmachens, ebenso wie um unterschiedliche Offerten, die Daten der GND zu recherchieren oder nachzunutzen, und schließlich schlicht um die möglichst allgemein verständliche Darstellung von Fachthemen dieser ingesamt recht komplexen Gesamtkonstruktion. Vielfach verweist die Website auf schon bestehende und öffentlich zugängliche Seiten. Diese Seiten sind jeweils in eigene Kontexte eingebunden. Sie sind nicht immer leicht zu finden, wenn man nicht weiß, wo man nach ihnen suchen soll. Manche wenden sich an einen definierten Expertenkreis. Andere sind nur bestimmten Nutzergruppen zugänglich. Die GND-Website bietet einen offenen und zentralen Zugangspunkt. Sie möchte Menschen aus ganz unterschiedlichen Sparten und Sachgebieten einladen, die Potentiale der GND für sich und ihre Arbeit zu nutzen. Und sie möchte es erfahrenen GND-Anwender*innen leichter machen, im größer werdenden Netzwerk der GND den Überblick zu behalten. Die Arbeit ist noch lange nicht fertig, weder an der Website selbst noch am Netzwerk der GND. Helfen Sie uns, besser und vollständiger zu werden.

Berdorf (LU), Werschrummschloeff -- 2015 -- 6306.jpg

credit: By Dietmar Rabich, CC BY-SA, via Wikimedia Commons

Struktur vorgeben

Die Website hat eine einfache Struktur. Es gibt neben der Startseite fünf weitere Seiten. Über die GND führt in die Thematik und die unterschiedlichen Facetten ein. Es ist derzeit die einzige Seite, die noch weitere Untergliederungen, wie zu den Partnern der GND-Kooperative, der Organisationsstruktur, hat. Dort sind such der Download- Bereich und die FAQ angesiedelt. Unter dem Titel Entdecken haben wir unterschiedliche Angebote von Partnern und Dritten gesammelt, mit deren Hilfe man zum Beispiel in der GND recherchieren kann. Die Seite Mitmachen erläutert die notwendigen Schritte, wenn eine Einrichtung selbst in der GND aktiv werden möchte. Und schließlich findet man Portraits der Projekte und Veranstaltungshinweise. Die GND-Website wird die anderen Informationsseiten, sei es auf der Website oder im Wiki der Deutschen Nationalbibliothek oder den Seiten der Partnereinrichtungen nicht ersetzen. Vielmehr verweist sie auf deren weiterführende Angebote. 

Die Website wurde mit dem Content-Management-System für Behörden, dem Government-Site-Builder gebaut. Sie kann laufend aktualisiert werden und wird in den kommenden Wochen noch um zusätzliche Seiten wie eine Einführung in Englisch, sowie in Gebärden- und Leichter Sprache ergänzt. Die GND.network ist eine Informationsplattform der GND-Kooperative. Alle Mitglieder der Kooperative sind eingeladen, sich an dem Ausbau der Website aktiv zu beteiligen. Melden Sie uns zum Beispiel Veranstaltungen mit GND-Bezug oder Tools und Anwendungen, die auf der GND aufbauen. Sagen Sie uns, welche Aspekte Ihnen fehlen. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge und Hinweise.

Der Seitenbaum der GND.network Seite in einer vereinfachten Darstellung.

Klicken Sie auf die Abbildung, um sie zu vergrößern.

Die Öffnung der GND ist ein Prozess. Dieser Prozess umfasst viele Aspekte, aber vor allem den der Integration. Information ist ein wesentlicher Schlüssel für die Integration sowie das Verbindende von neuen und etablierten Communities. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Surfen durch die neue Website.

gnd.network


Die Waldbilder sind von Preisträger*innen des Fotowettbewerbs "WikiLovesEarth" aufgenommen und der Allgemeinheit geschenkt worden.

credit: Войчук Владимир, CC BY-SA, via Wikimedia Commons

Fußnote*: Zitiert nach Horst Stern (Horst Stern, Unerledigte Einsichten - Der Journalist und Schriftsteller Horst Stern (= Beiträge zur Medienästhetik und Mediengeschichte. Nr. 4). Lit Verlag, Hamburg 1997, ISBN 3-8258-3397-6, S. 269, Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/130993-aristoteles-das-ganze-ist-mehr-als-die-summe-seiner-teile/) der Aristoteles paraphrasiert.


Was ist neu an der GNDCon?

  • Sie findet vom 7. bis zum 11. Juni 2021 bestimmt online statt.

  • Sie ist 100 % digital und klar Dialog orientiert. Daher GNDCon 2.0

  • Sie ist unbedingt dezentral. Die GNDCon 2.0 ist die Summe ihrer Teile.

  • Sie ist auf jeden Fall divers. Die Mitwirkenden gestalten ihre Beiträge nach eigenem Ermessen und repräsentieren damit die Vielfalt der GND. 

Was ist vertraut?

  • Die GNDCon ist eine Convention.

  • Die GNDCon spricht Menschen an, die an der und für die GND arbeiten.

  • Die GNDCon ist eine Veranstaltung der GND-Kooperative und Partner.

  • Die GNDCon veröffentlicht den Call for Paper via Blogpost. 

(Zum Einreichnungsformular bitte scrollen)


Digital + Dezentral + Divers 

Das war die GNDCon 2018: Eine zweitägige Convention in Frankfurt am Main im Haus der Deutschen Nationalbibliothek, mit über 40 meist parallel laufenden Sessions für 300 Gäste vor Ort. Vom 7. bis zum 11. Juni 2021 plant die DNB gemeinsam mit den Partnern des Projektes GND4C, der GND-Kooperative und weiteren Partnern die GNDCon 2.0 als Fortführung der ersten GNDCon im Jahr 2018. Diesmal jedoch als vollständig digitales Angebot mit einem entsprechend neuen Konzept. Auf einer Convention kommen Menschen mit einem gemeinsamen Interesse zusammen, um sich auszutauschen, zu vernetzen und um das weitere gemeinsame Vorgehen abzustimmen. Genau das soll die GNDCon 2.0 leisten.

Wir wollen uns in der wachsenden und lebendigen GND-Gemeinschaft über die konkreten Ergebnisse der bisherigen GND-Öffnung austauschen und informieren. Daher werden sich voraussichtlich die Pilotagenturen für Museen, Archive und historische Bauwerke vorstellen. Wir präsentieren eine Testinstanz der GND auf der Arbeitsplattform Wikibase. Außerdem sind die seit der GNDCon 2018 entstandenen Teilcommunities eingeladen, die GNDCon 2.0 für Arbeitstreffen zu nutzen, um ihre Vorhaben zu konkretisieren. Ergänzend zum intensiven Austausch während der Convention, wird es wie auch 2018 einen informatorischen Part zur GND als Datenbank und als Kooperative geben. Ausgangspunkt hierfür wird unter anderem die neue Website GND.network sein.

In Blick in das Publikum auf der GNDCon 2018

credit DNB CC BY SA

Die Challenge: kein alter Wein in neuen Schläuchen

Die Herausforderung besteht darin, die Pandemie bedingten Einschränkungen aufzugreifen, um die GNDCon als Convention radikal neu zu denken. Das bedeutet nicht, wir übertragen mehr schlecht als recht und mit enormen finanziellem Aufwand das analoge Konzept in den digitalen Raum, sondern wir schaffen einen Rahmen für eine alternative Form des Zusammenfindens der Communities und des Vernetzens über die Grenzen der Sparten und Themen hinaus. Die GND basiert auf der Zusammenarbeit engagierter Anwender*innen. Dies ist der Esprit, der auch die GNDCon 2.0 tragen wird.



Die Idee: das Ganze besteht aus Teilen

Jeder Mitwirkende einer Community oder eines GND-relevanten Themas kann für die GNDCon 2.0 GNDCon-Pat*in werden. Er oder sie kreiert gemeinsam mit seiner Community seine eigene kleine zwei- bis dreiteilige Convention in eigener Regie, gewissermaßen eine MiniCon unter dem Dach der GNDCon 2.0. Entscheidend ist, ob das eingereichte Konzept der/s Pat*in die Programmjury überzeugt. Alle Veranstaltungen zusammen bilden die GNDCon 2.0. Die GNDCon 2.0 wird damit so divers, dezentral und digital wie die GND tatsächlich ist. Sie ist das Gemeinschaftswerk einer diversen, dezentralen und digital agierenden Gemeinschaft.

Wir denken die GNDCon 2.0 vollständig von ihren aktuellen Themen her und fokussieren auf die Ergebnisse! Das bedeutet für 2021 keine zentrale Veranstaltung, auf der in möglichst vielen Sessions den Teilnehmenden die thematische Vielfalt der möglichen Anwendungsgebiete und Problemstellungen der offenen GND präsentiert wird, sondern wir wollen uns nach drei Jahren auf die erreichten Meilensteine des Öffnungsprozesses konzentrieren und konkret deren Weiterentwicklung vorantreiben.

Auf der GNDCon 2.0 geht es damit um folgende Themen:

  • Arbeitstreffen zu GND-relevanten Themen der diversen Communities wie beispielsweise die Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur, Audiovisuellen Medien, Musik, Provenienzforschung, Interessengruppen Museum und Archiv 

  • Die neuen GND-Pilotagenturen für Museen, Archive und Bauwerke stellen sich vor

  • Die GND, Wikibase und die Aktivitäten der WikiLibrary Community

  • Informative Angebote zur GND als Datenbank, zum GND.network und zur GND-Website

Alle diese Themen eignen sich für digitale MiniCons, die während vier bis fünf Tagen jeweils mit ihrem spezifischen Teilnehmerkreis, aber zugleich offen für Interessierte unter dem Dach der GNDCon 2.0 stattfinden. Wir stellen uns mehrteilige und eventuell zeitlich entzerrte Konzepte vor. Im Vorfeld veröffentlichen die GNDCon-Pat*innen zum Beispiel Thesen, Vorschläge zur Abstimmung oder auch Essays über die Wikiplattform der GNDCon 2.0. Während der MiniCon selbst können diese dann in Kurzvorträgen online präsentiert und debattiert werden. Am Ende einer jeden MiniCon stehen die Verabredungen und Ergebnisse der Teilnehmer*innen. 

GNDCon-Reporter*innen oder die GNDCon-Pat*innen selbst tragen diese jeweils am Nachmittag eines jeden Veranstaltungstages in die digitale Runde der Resümees, zu der sich alle Interessierten zuschalten können. Die Moderator*innen der GNDCon 2.0 halten die Ergebnisse und Verabredungen für alle sichtbar auf digitalen Tafeln fest. Im Anschluss werden diese Ergebnisse in der Dokumentation zur GNDCon 2.0 präsentiert. Die Dokumentation kann durch Mitschnitte der MiniCon und den Runden der Resümees ergänzt werden. Sie könnten, in der Form etwas aufgearbeitet und mit guten Metadaten versehen, im Youtube Kanal der Deutschen Nationalbibliothek gebündelt als GNDCon 2.0 Videodokumentation veröffentlicht werden.

Gleichzeitig möchten wir allen an der GND Interessierten, die die GND noch besser kennenlernen wollen, ein gutes Informationsangebot machen. Auch hierfür suchen wir passende Ideen und kreative Entwürfe. Die Messlatte nach der Ausstellung "GND vor Augen" aus dem Jahr 2018 hängt hoch, doch das steigert hoffentlich das Vergnügen des kreativen Entwurfsprozesses.


Die chinesische Steintrommel in ihrer GND-Wolke war der Beitrag des Deutschen Buch- und Schriftmuseums zur Ausstellung "GND vor Augen" auf der GNDCon 2018

credit DNB CC BY SA

Die Programmstruktur: am Tag verstreut, am Abend vereint

Wir möchten schon im Vorfeld so transparent wie möglich darlegen, wie wir die Planungen für die GNDCon 2.0 gestalten. Es ist auch nach den ersten Monaten in der Praxis von digitalen Großkonferenzen immer noch vieles ungewohnt. Zwar erlauben die digitalen Konferenzen die Teilnahme von mehr Menschen - Reisekosten entfallen und die Räume sind nahezu entgrenzt -, gleichzeitig droht der Diskurs zwischen Bildschirmgeschehen und Chatfunktionalität zu verkümmern. Wir möchten mit dieser Programmstruktur einerseits den intensiven Austausch zu bestimmten Themen fördern und gleichzeitig das Verbindende einer Convention erleben. Das ist der Grund für unseren dezentralen Ansatz einerseits und den gemeinschaftlichen Elementen andererseits. Wir laden Sie herzlich ein, diesen Ansatz mit Ihren Ideen zu befruchten.

Am ersten Tag legen wir nach der Eröffnung und der Begrüßung aller Gäste im Orbit den Schwerpunkt auf die internationalen Entwicklungen beim Ausbau des Wikibase basierten Ökosystems für Kultur- und Forschungsdaten. Bestimmt sprechen wir auch über das WikiLibrary Manifest. Die vier folgenden Tage sind für die MiniCons reserviert. Um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme an allen Angeboten zu ermöglichen, gehen wir derzeit von circa zehn MiniCons verteilt auf drei Blöcke an den vier folgenden Tagen aus. Jeder Block dauert 90 Minuten. Jeder Tag der GNDCon 2.0 endet mit der Runde der Resümees und einem Ausblick auf den kommenden Tag. Alle gemeinschaftlichen Programmteile der GNDCon 2.0 finden im zentralen Digitalraum der Deutschen Nationalbibliothek statt. Die MiniCons hingegen dezentral in den jeweiligen digitalen Räumen der GNDCon-Pat*innen mit deren Konferenzsoftware. Das zentral von der Deutschen Nationalbibliothek angebotene Ticketsystem unterstützt den Anmeldeprozess und den Informationsfluss. Die angemeldeten Gäste können über die Wikiplattform der GNDCon 2.0 jeden Programmteil auswählen und dem dort hinterlegten Link zu den Programmteilen ihrer Wahl folgen. Auf den individuell gestalteten Wikiseiten zu jeder MiniCon können Texte, Skizzen und Informationen zum jeweiligen Thema für die entsprechende Community bereitgestellt werden. Natürlich sind auch bereits hier Interaktionen wie Umfragen oder Kommentierung des bereitgestellten Materials reizvoll. Außerdem erhalten die Gäste hier alle Informationen, wie und wann genau sie sich in ihre MiniCon einloggen können und wer für diese MiniCon die GNDCon-Patenschaft übernommen hat. Ob eine MiniCon mitgeschnitten wird, entscheiden die GNDCon-Pat*innen gemeinsam mit ihrer Community.

Screenshot des vorläufigen Programmschemas

(Mit einem Klick können Sie die Abbildung vergrößern)

Die Beteiligung: was zählt, ist der Dialog

Sie beschäftigen sich schon seit geraumer Zeit mit einem GND-relevanten Thema? Sie haben mit Mitstreiter*innen in der letzten Zeit einen Arbeitskontext aufgebaut, der im Juni 2021 die Debatte mit der dazu passenden Community braucht, um die Iteration der Verbesserung zu befeuern? Sie wollen Ihre Ergebnisse teilen, diskutieren und die nächsten Schritte planen? Wenn Sie auf eine dieser Frage mit Ja antworten, sind Sie eine aussichtsreiche/r Kandidat*in für eine GNDCon-Patenschaft. Beschreiben Sie Ihr Thema und wie Sie es in dem interaktiven Rahmen einer MiniCon umsetzen möchten. Bitte nutzen Sie für Ihr Konzept das unten verlinkte Formular. Wir berücksichtigen alle bis zum 14. März 2021 eingegangenen Vorschläge im Auswahlprozess. Im Sinne aller Beteiligten möchten wir jedoch die Zahl der MiniCons auf circa 10 beschränken. Wir wünschen viel Erfolg!

Gern können Sie sich mit Fragen direkt unter dem Betreff "GNDCon" an die Arbeitsstelle für Standardisierung an der Deutschen Nationalbibliothek, Barbara K. Fischer mit der Email: afs (@) dnb.de wenden.

Ideen einreichen

Link zum Formular für die Übernahme einer GNDCon-Patenschaft

für die Ausrichtung einer MiniCon zu einem selbst gewählten Thema im Rahmen der GNDCon 2.0 vom 7. bis zum 11. Juni 2021. Anhand von zehn Fragen können Sie Ihr Vorhaben kurz beschreiben. Bitte öffnen Sie den Link am Ende der Umfrage in einem eigenen Tab, da Sie sonst nicht zur Umfrage zurückkehren können.

Einsendeschluss: Sonntag, der 14. März 2021


Praktische Helfer in der Umsetzung der Bibliothek als Dritter Ort.

Der Beitrag gehört zu der Bloggeraktion 24 Tools aus dem Netz im Einsatz für Bibliotheken

#netzadvent2020

Bibliotheksroutine: Gäste einladen, Veranstaltungen vor- und nachbereiten. Es mag einem vorkommen wie ein Gruß aus einer anderen Zeit. Nein, nicht ganz so lange her wie “als das Wünschen noch geholfen hat”, aber definitiv als es bei der Vorstellung Bibliotheken als Dritte Orte zu präsentieren noch normal war, an Menschen zu denken, die sich vor Ort in der Bibliothek treffen. Es entstünde “ein lebendiger Dritter Ort mit offener Gestaltung ..., den alle Bewohner des Stadtteils zum Treffen, Kommunizieren, Lernen und Arbeiten nutzen können.” (18. März 2019 bub), hieß es. Heute sind solche unmittelbaren Begegnungen unvereinbar mit dem pandemischen Schutzgedanken und müssen in digitale Räume verlegt werden. Dennoch bleiben Bibliotheken Orte der Begegnung. Damit sind jetzt nicht die trotz Corona noch geöffneten Lesesäle gemeint. Ein ganz wichtiges und in seiner Vertrautheit  fast schon tröstendes Angebot in diesen Monaten, in denen fast alles Gewohnte im sozialen Miteinander neuen Umgangsformen und neuen Regeln weichen muss. Viele Bibliothekar*innen haben sich der Herausforderung gestellt, dann eben virtuell Gastgeber*in zu sein.

Nach der ersten Schockstarre im März gab es über das Jahr ein vielfältiges digitales Veranstaltungsangebot von Bibliotheken (nur eine willkürliche und unvollständige Auswahl: Deutsche Nationalbibliothek; TIB Hannover; UB Leipzig; die Münchner Stadtbibliothek ...). Das ist beeindruckend und sicher oft nur mit erheblichen Anstrengungen seitens der Mitarbeitenden umzusetzen gewesen. Dafür gebührt allen ein lautes “Dankeschön!” (GIF credit) und viele leckere Pfefferkuchen. Ein Stück weit gelingt es so, die Bibliothek auch in Covid19-Zeiten als Dritten Ort zu akklamieren. Die unten vorgestellten Tools sollen allen Kolleg*innen die Arbeit hierbei erleichtern. Und da der Advent die Zeit des Wünschens ist, wer weiß, vielleicht können wir uns ja schon im kommenden Herbst wieder vor Ort in vollen Sälen drängeln.

Auch die Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS) an der Deutschen Nationalbibliothek organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen in Form von Gremientreffen, Workshops und manchmal auch eine GNDCon und dabei haben wir zwei Tools schätzen gelernt.

Leider nur virtuelle Pfefferkuchen für alle Kolleg*innen, die 2020 Veranstaltungen in Bibliotheken gemacht haben oder nur planen konnten.

credit: public domain via pixabay

Ein Werkzeug für Gastgeber

Das Kurzportrait

Wie lautet der Name des Tools und wo findet man es (Link)?

Die Software heißt Pretix und kann unter pretix.eu abgerufen werden.

Welche Kosten entstehen bei der Nutzung des Tools?

Es gibt verschiedene Preismodelle, eins davon ist kostenlos.

Könnt Ihr eine kleine Anleitung zum Programm geben oder verlinken?

Einführungsvideo

Wie ist Eure Erfahrung mit dem Programm?

Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Pretix gemacht. Das Tool hat uns viel Zeit und Arbeit gespart. Bei Fragen, haben wir noch am selben Tag eine Rückmeldung bekommen, der Support war/ist hervorragend.

Seit wann ist es im Betrieb?

an der DNB seit 2018

Wie setzt ihr das Tool ein? Anwendungsbeispiele?

Das erste Mal haben wir Pretix für die GNDCon 2018 eingesetzt. Wir nutzen es weiterhin für verschiedenste Veranstaltungen (die DNB nutzt es seit einigen Monaten auch für die Buchung der Lesesaalplätze).

Was gefällt euch besonders gut?

Pretix ist eine Open Source Software und kann unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos genutzt werden. Das Tool ist sehr professionell und der Support sehr gut.

Was gab den Ausschlag für den Einsatz?

Die Daten werden in Deutschland gespeichert. Die Server befinden sich in Rechenzentren, die von deutschen Firmen betrieben werden. Man schließt außerdem einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit pretix ab. Alle Personendaten werden im Einklang mit der DSGVO gespeichert und gelöscht.



Als Gastgeber einer Veranstaltung möchte man alles leicht im Blick behalten, möglichst ohne Umstände die Gäste über aktuelle Entwicklungen informieren können, wissen wer zu- und absagt, den Gästen zusätzliche Informationen Zielgruppen orientiert zusenden können, einen social media tauglichen online Auftritt präsentieren und dies alles gern DSGVO konform. 2018 haben wir Pretix für uns entdeckt. In Corona-Zeiten nutzten es die Kollegen auch für die Buchung der Plätze in den Lesesälen. Gerade wenn man die Gästeverwaltung aus Datenschutzbedenken nicht über die Conference-Software laufen lassen möchte oder im Fall von dezentralen kooperativen Angeboten, bei denen die Partner eigene Software nutzen wollen, ist Pretix selbst für digitale Veranstaltungen praktisch.




Ein Werkzeug für zufriedenere Gäste


Das Kurzportrait

Wie lautet der Name des Tools und wo findet man es (Link)?

Die Open Source Software heißt LimeSurvey (https://www.limesurvey.org/de/) und wird weltweit zur Erstellung von einfacheren und komplexeren Umfragen genutzt.

Welche Kosten entstehen bei der Nutzung des Tools?

Kosten variieren zum Beispiel je nach Anzahl der jährlichen Antworten, der Benutzeranzahl, ob Werbung auf der Seite enthalten ist oder nicht und so weiter. Nähere Informationen unter Preisgestaltung

Könnt Ihr eine kleine Anleitung zum Programm geben oder verlinken?

Das Programm ist eigentlich selbsterklärend, wenn man Zeit und Spaß daran hat, sich selbst einzuarbeiten. Im Internet gibt es Anbieter von Schulungen und eine kostenlose Anleitung ist hier zu finden. Viele Seiten sind bereits ins Deutsche übersetzt, wenn noch nicht alle.

Wie ist Eure Erfahrung mit dem Programm?

Mal eben schnell ist eine Umfrage nicht erstellt, wenn man nicht regelmäßig mit dem Tool arbeitet. Das Tool erlaubt selbst komplexere Fragestellungen wie Wenn-Dann-Fragen. Die Vorbereitung einer solchen Umfrage ist ziemlich aufwändig und muss gut überlegt und strukturiert werden, da man sonst leicht den Überblick verliert. Die Auswertung erfolgt unter anderem in Excel. Sowohl als reine Datenanalyse als auch in grafischer Form kann die Auswertung stattfinden.

Seit wann ist es im Betrieb?

Im April 2017 wurde eine erste Online-Umfrage an der DNB mithilfe von Limesurvey vorbereitet.

Wie setzt ihr das Tool ein? Anwendungsbeispiele?

In der AfS wurde limesurvey erstmals für eine Umfrage zur aktuellen RDA-Toolkit-Nutzung angedacht. Diese Umfrage ging aber leider nie live. Außerdem haben wir letztes Jahr kleinere Umfragen wie zum GND-Logo erstellt. 

Was gefällt euch besonders gut?

Wenn man sich einmal reingefuchst hat, ist das Tool selbsterklärend und sehr übersichtlich zu bedienen. Es gibt sehr ausführliche Anleitungen im Internet, um selbst Lösungen für Probleme zu finden. Es macht Spaß, selbst Lösungen zu finden.

Was gab den Ausschlag für den Einsatz?

Technische Basis für diese Umfrage ist eine Software, die der DNB von der „Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH“ (GWDG) aus Göttingen kostenfrei und dauerhaft zur Verfügung gestellt wird. Die GWDG hostet die Software und erfüllt die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen laut DSGVO.


Nach dem Workshop ist vor dem Workshop. Um das Angebot verbessern zu können, ist es uns wichtig, die Möglichkeit zu haben, mittels Umfragen die Meinung unserer Partner und Gäste besser kennen zu lernen. Auch hier gibt es natürlich einige Umfragetools, aber limesurvey hat uns überzeugt, weil es einerseits Datenschutz konform ist und andererseits selbst komplexere Umfragen erlaubt.

Wir freuen uns auf die Entdeckungsreise durch den Adventskalender aus dem bibliotheksaffinen Haus netzwerkeln, um unseren Werkzeugkasten zu füllen, und hoffen, dass unsere Hinweise ebenso nützlich sind.


Eine Teamarbeit der Kolleg*innen in der Arbeitsstelle für Standardisierung.

Ein Beitrag zur Klärung der Frage, was das Corona-Virus und die Normdaten der GND verbindet. 

Seit einigen Tagen erinnern mich diverse elektronische Gedächtnisstützen daran, dass gerade die erste regionale GND4C-Informationsveranstaltung in Leipzig hätte stattfinden sollen. Dann kam Corona und alles wurde anders. Ich vermisse den Austausch mit Ihnen. Im Projektteam von GND4C, dem DFG-Projekt, das untersucht wie die Gemeinsame Normdatei (GND) für Kulturdaten nutzbarer gemacht werden kann, hatten wir uns auf den lebendigen Austausch mit Ihnen gefreut. Jetzt müssen wir alle zuhause bleiben und das Beste daraus machen.

Unter dem Hashtag #closedbutopen haben viele Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archive und Museen – abgekürzt mit dem englischen Akronym GLAM – in den letzen Wochen Außerordentliches geleistet. Es ging ihnen sicher nicht allein um Marketingziele wie Publikumsbindung, Sichtbarkeit und den Nachweis von Betriebsamkeit. Nein, aus den vielfältigen Initiativen spricht vor allem die Zuversicht der Mitarbeiter*innen der GLAM-Einrichtungen, dass Kunst und Kultur gerade in Zeiten der Krise und Verunsicherung lebensbejahenden Trost spenden. Die Einladung des Getty Museums, sich Kunst spielerisch anzueignen, zum Beispiel indem man zuhause berühmte Gemälde nachstellt und Bilder davon in den Social-Media-Kanälen postet, fand ein weltweites Echo im Bildungsbürgertum – und sorgte so für Unterhaltung und Entspannung. Das tägliche Hauskonzert des Pianisten Igor Levit begeistert tausende Menschen, die bis dahin kaum klassische Klaviermusik hörten, wie sie im parallelen Chat schreiben. Daneben stellen insbesondere Bibliotheken viele Services online zur Verfügung, um im Lockdown Forschung und Lehre weiterhin zu ermöglichen und um ihrem Auftrag als Wissensvermittler zu entsprechen. Ebenso entwickelte die digitale Transformation in Museen und Archiven eine ungeahnte Dynamik mit vielen kreativen Lösungen, selbst wenn diese mitunter etwas hölzern anmuten. Denn wir waren ja nicht über Nacht Expert*innen des Digitalen geworden, nur weil von einem Tag zum anderen der Alltag unter dem Covid-19-Menetekel stand. Man kann sich demnach wieder bestätigt fühlen, wenn man der Ansicht ist, jede Krise birgt auch die Chance für etwas Neues und Gutes

Ein Tweet aus unserem GND4C-Partnerkreis zur #GettyMuseumChallenge

 

image credit: Stolperstein Manteuffelstrasse 21, von OTFW, CC BY-SA via Wikimedia Commons

Alles hängt mit Allem zusammen

Sie fragen sich jetzt vielleicht, wie kommt die Autorin von den sehr konkreten Herausforderungen des Alltags als Kulturbeschäftigte unter erschwerten Bedingungen zu den doch eher abstrakten Herausforderungen, die mit Daten und – womöglich mental noch weiter entfernt – mit Normdaten zu tun haben? Erlauben Sie mir dazu eine Geschichte...

Die Geschichte

Die Daten zu den jüdischen Mitbewohnern, die im Dritten Reich von den Deutschen aus Berliner Häusern deportiert und ermordet wurden, sind digital verfügbar und gut mit entsprechenden Geokoordinaten angereichert. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin des FHXB-Museums konnte mir daher auch ohne Zugang zu ihrer Handbibliothek im Museum auf meine Anfrage rasch mitteilen, dass es nur im Nachbarhaus Deportationen von jüdischen Mitbürgern gegeben habe. Die Informationen zu anderen Opfern des Nazi-Regimes lägen ihr nicht digital vor. Bis das Museum in dem Corona-geschuldeten Lockdown auch wieder den ehrenamtlichen Mitarbeitern offen stehe, könne sie mir keine Auskunft geben, ob jemand aus dem Haus, in dem ich wohne, nach 1933 verschleppt, gefoltert und ermordet wurde. Dies stehe nur in ihren gedruckten Nachschlagewerken, schrieb sie mir. Für eine valide Auskunft müssen mehrere Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander verknüpft werden: die heutige Adresse mit der Ortsangabe aus der Zeit vor neun Jahrzehnten; biographische Informationen zu den an der Adresse verzeichneten Bewohnern, die Auskunft über ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe geben sowie Daten, ob diese damaligen Bewohner Verfolgte der Nazis waren und ob man etwas über ihr Schicksal weiß. Das heißt, mindestens vier bis sieben verschiedene Verzeichnisse muss die engagierte Frau für eine Antwort konsultieren. Sie muss Bücher aufschlagen, Listen überfliegen oder eventuell sogar Fließtexte lesen, Vergleiche ziehen und die Ergebnisse schließlich zusammenfassen. In einem umfassenden und funktionierenden Daten-Ökosystem, wie es inzwischen auch die Bundesregierung fördern will, wären all diese Informationen als Daten idealiter über Zeiträume und Geokoordinaten oder eben Normdaten miteinander verbunden. Die Antwort wäre nur ein paar Klicks von der Frage entfernt.

Das Werkzeug

In der Bibliothekswelt ist das Koordinieren von Information eine zentrale Aufgabe. Angestrebt, im Dienste der Bibliotheksnutzer*innen, ist ein System, das es erlaubt, schnell und zuverlässig, aus vielen unterschiedlichen Perspektiven Material aus diversen Quellen aufeinander zu beziehen. Über die Autorennamen, über die Schlagwörter und die Systematik der behandelten Themen, über die Zeit, die Orte, die Werke, die Herausgeber*innen sowie Verlage oder Körperschaften kann man sich jeweils Zugang zu geordneten Informationen verschaffen. Alle Sammler*innen fangen früher oder später an, ihre Sammlung systematisch zu beschreiben, um ihre Objekte zu finden, den Bestand zu katalogisieren und um Informationen zu den Objekten der Sammlung mit diesen verknüpfen zu können. Getrieben durch den Leihverkehr der Bibliotheken haben letztere nur schon früher als andere GLAM-Sparten damit begonnen, diese systematisierende Beschreibung international zu standardisieren. Die Gemeinsame Normdatei (GND), selbst wiederum Frucht einer Fusion unterschiedlicher Normdateien, ist seit 2012 ein solches Werkzeug der Bibliotheken . Durch die Normdaten werden verschiedene Medien nicht nur miteinander vernetzt, sondern zugleich auch der Arbeitsaufwand in der Erschließung von Objekten reduziert. Man muss Information nicht wiederholen, auf die man verweisen kann. Heute enthält die GND circa acht Millionen Entitäten, mit denen sich bereits viele Objekte im Kulturbereich gut und standardisiert beschreiben lassen - ein sehr nützliches Werkzeug. Das Interesse der GLAM-Einrichtungen an Normdaten wächst im Zuge der digitalen Transformation rasant. 

Unter dem Hashtag #closedbutopen publizierte Videoclip-Serie des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale)


#openbutclosed

Der Hashtag, mit dem GLAM-Einrichtungen auf Twitter, Facebook und Instagramm auf ihre Angebote in Zeiten von Corona hinweisen, passt erstaunlich gut auf die GND, wenn auch gewissermaßen spiegelverkehrt. Die Daten der GND sind offen. Sie stehen unter der freiesten Lizenz, die es für nicht gemeinfreie Inhalte gibt, Creative Commons Zero. Man kann sie daher jederzeit frei verwenden und sogar in Gänze als Datenbestand auf den eigenen Server herunterladen. Aber anders als andere strukturierte Daten zur Beschreibung der Welt, wie Wikidata, sind sie nicht frei editierbar. Die GND-Redaktionen sind "geschlossene Gesellschaften". Daher müsste man den Hashtag spiegeln zu #openbutclosed, wollte man mit einem Hashtag die GND beschreiben. Ein Hauptgrund für diese "Geschlossenheit" ist die Verlässlichkeit, die man von Normdaten, im Gegensatz zu sonstigen strukturierten Daten, erwarten muss. Diese Verlässlichkeit garantieren im Fall der GND die sie erstellenden Institutionen. Diese sind bislang ganz überwiegend Bibliotheken. Über 1000 Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten in der GND-Kooperative zusammen. Sie erstellen neue GND-Datensätze, korrigieren bestehende und entscheiden über die Regeln, nach denen hier verfahren werden muss. Denn natürlich basieren Standards auf Regeln. 

Die Öffnung der GND ist Teil der Strategie der GND-Kooperative, die die GND betreibt. Fragen, wie die gewünschte Öffnung gelingen kann, wenn man gleichzeitig weiterhin verlässlich bleiben will, untersucht das DFG-Projekt GND4C.

Eine Voraussetzung für Förderung

Immer öfter ist die Vergabe von Drittmitteln in der Forschung und im Bereich der Digitalisierung des kulturellen Erbes an die Anwendung der so genannten FAIR Data Principles geknüpft. Damit möchten die Drittmittelgeber*innen sicherstellen, dass die Ergebnisse, heutzutage meist Daten in irgendeiner Form, nachhaltig nutzbar bleiben, indem sie auffindbar, zugänglich, verknüpfbar und nachnutzbar sind. Das geht über reine Urheberrechtsfragen weit hinaus, auf deren Erörterung die Debatte um den digitalen Wandel im GLAM-Bereich viele Jahre fokussierte.

Die GND verbessert die Sichtbarkeit der Daten

Der Einsatz von Normdaten in den eigenen beschreibenden Daten, den Metadaten, zu den digitalen Objekten und Digitalisaten, verbessert die Datenqualität deutlich für alle Teile der FAIR Data Principles. Denn mit Normdaten steigt die Sichtbarkeit der eigenen Daten im Netz. Ein Beispiel: Alle Daten, die an den Normdatensatz zu Clara Schumann geknüpft sind, vom Wikipedia-Eintrag, ihren Werken und deren Interpretationen, über Bilder und Artikel zu Clara Schumann bis hin zu den von ihr bevorzugten Instrumenten, bilden einen Einstieg, über den man zum nächsten Datensatz kommen kann. Derart vernetzt schaffen Normdaten deutlich mehr Einstiege als allein die museumseigene Webseite. Daher ist die Auffindbarkeit (F) ihrer Daten für viele GLAM-Einrichtungen so wichtig. Ist die Sichtbarkeit doch ein wichtiger Gradmesser der Wirksamkeit der Einrichtung mit ihren Sammlungen. Die Verknüpfbarkeit (I) und Nachnutzbarkeit (R) der Daten gewinnt an Bedeutung, je mehr Anwendungen wie mobile apps Daten aus unterschiedlichen Datenquellen kombinieren. Auch hier leisten Normdaten durch ihre standardisierte Struktur einen essenziellen Beitrag zur Verbesserung der Datenqualität. Schließlich fördern sie zusammen dann die Zugänglichkeit (A) der Daten, indem sie die Integration der Daten auf großen Datenportalen wie der Deutschen Digitalen Bibliothek oder Europeana vereinfachen.

Mit der GND Arbeitsprozesse verkürzen

Ein weiterer wesentlicher Faktor in der digitalen Transformation sind die begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen in den Einrichtungen bei der Erschließung der digitalen Sammlungen mit Metadaten. Hier ist jedes Mittel recht, das Arbeitsprozesse verkürzt und trotzdem hohe Qualität gewährleistet. Die Inhalte der GND versprechen beides. Schließlich entspricht die GND selbst den FAIR Data Principles. 

Wenn Sie jetzt die GND für Ihre Daten nutzen wollen, dann sind Sie herzlich eingeladen. Sie können jederzeit Ihre Metadaten mit den GND-Identifikatoren, den GND-Nummern, anreichern. Verwenden Sie zum Beispiel bei der Erschließung Tools wie die OGND, des GND4C-Projektpartners Bibliotheksservicezentrum Baden-Württemberg, um die entsprechenden Datensätze zu finden. Stimmt, schöner wären bei größeren Datenmengen natürlich automatisierte Prozesse. Daran arbeiten wir zurzeit.

image credit: Bildliche Darstellung von FAIR Data, von SangyaPundir, CC BY-SA, via Wikimedia Commons



Checklist zur digitalen Transformation und die Rolle von Daten. Entwickelt auf der Konferenz Zugang gestalten 2019 in Frankfurt am Main

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken.)

Ein Antrieb für die Digitale Transformation

In dem Projekt GND4C untersuchen wir, wie wir solche automatisierten Prozesse bereitstellen können. Unser Projektpartner digiCULT entwickelt in enger Zusammenarbeit mit den anderen Projektpartnern anhand der behandelten Fallbeispiele eine GND-Toolbox für diverse Entitätstypen. Derzeit gibt es nur erste Teilstücke des Prototypen. Aber zum Ende der ersten Projektphase, im Januar 2021, werden wir jedoch Daten verschiedener Formate mit den Normdaten der GND abgleichen und automatisiert eine Liste generieren können zu den Datensätzen der Quelldatei ,die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Treffer in der GND haben. Sie müssen dann nicht mehr händisch jeweils einzeln in der GND nachschlagen, ob beispielsweise die Kunstsammlerin Julia Stoschek, deren Ausstellungsplakate Teil Ihrer Sammlung sind, eine GND-ID hat und vermutlich identisch ist mit der Namensgeberin der Stoschek Collection. Sie können zudem die in der GND vorliegende strukturierte Information zum Vervollständigen Ihrer Daten nutzen. Künftig werden Sie alle Personen in Ihrer Datenbank gegen die GND en bloque matchen können und erhalten eine Liste, die Ihnen klar zeigt, wo der match sehr sicher ist. Es werden die Kandidaten aussortiert, die Sie mit Ihrer Expertise noch selbst prüfen sollten, bevor Sie die GND-ID übernehmen. Es wird auch Personen, Sachbegriffe, Orte oder Werke geben, die noch nicht zu den acht Millionen Einträgen der GND zählen. Und auch dafür erarbeitet das GND4C-Projektteam Workflows, wie diese, falls die Voraussetzungen erfüllt sind, in die GND aufgenommen werden können.

Die Öffnung der GND betrifft nicht nur die Daten, sondern auch die Öffnung der GND-Kooperative für neue Institutionen, die in der GND mitwirken wollen. Im Sommer starten zwei neue GND-Agenturen aus dem Kreis der Projektpartner mit einem Angebot für nicht-bibliothekarische Einrichtungen ihren Pilotbetrieb. In den kommenden Blogposts möchten wir Ihnen die neuen GND-Agenturen mit ihrem Portfolio vorstellen. Hier in Kürze zu den Aufgaben der Pilotagenturen: Sie starten zunächst mit einem Angebot aus Information und Beratung. Dabei wird es um Fragen gehen, wie

  • Welche Datenformate eignen sich für die Anwendung der GND-Toolbox?
  • Wie finde ich die GND-IDs zu meinen Datensätzen?
  • Welche sind die geltenden Relevanzkriterien für einen GND-Normdatensatz?
  • Welche Angaben sind erforderlich, damit ein Datensatz so vollständig ist wie nötig, damit er sich eindeutig von einem anderen vielleicht sehr ähnlichen unterscheiden lässt?
  • Wo kann ich eine GND-Redaktionsschulung bekommen?
  • (...)

Aber zunehmend wird es um die Bereitstellung von Zugängen gehen, über die neue GND-Datensätze nach Ihren Bedarfen von Ihnen angelegt und gepflegt werden können. Auch wenn es um freie Daten geht, sie sind nicht frei im Sinne von Freibier zu erhalten. Die Datenanalyse und Datenredaktion bindet Ressourcen, ganz offensichtlich. Hierzu müssen wir Geschäftsmodelle entwickeln. Und wir müssen gemeinsam mit Ihnen den kulturpolitischen Entscheidungsträgern klar machen, dass diese neuen Daueraufgaben in den Institutionen einer entsprechenden finanziellen Ausstattung bedürfen. Nur wenn es gelingt, die Datenqualität der Metadaten zu unserem kulturellen Erbe und Kulturgut auch durch den verstärkten Einsatz von Normdaten zu verbessern, werden unsere Bemühungen zu mehr Sichtbarkeit, die wir gerade jetzt überall so kreativ erleben, Substanz haben.

Wir müssen zusammenkommen und reden

Über all diese Dinge wollten wir mit Ihnen sprechen und uns austauschen. Auf den drei regionalen Informationsveranstaltungen am 27. April in Leipzig, am 24. Juni in Frankfurt und am 14. September in Kiel wollten wir mit Ihnen vor Ort ins Gespräch kommen. Wir wollten von Ihnen hören, was Sie brauchen, damit Sie die GND besser nutzen können. Wir wollten Ihnen die neuen Agenturen vorstellen und ihre Akteure. Wir wollten um Ihr Vertrauen und Ihre Geduld werben. Jetzt sind solche Begegnungen erst einmal nicht möglich.

Wir wollen dennoch mit Ihnen ins Gespräch kommen. Daher suchen wir jetzt mit Ihnen nach Alternativen im digitalen Raum. Nutzen Sie die Kommentarfunktion zu diesem Blogpost oder schreiben Sie uns Ihre Fragen, Ihre Themen, die Sie behandelt wissen möchten per Email (afS @ dnb.de). Erzählen Sie uns, was Ihnen lieber wäre. Entweder: regelmäßige, aber kurze "Sendungen" mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen. Oder: lieber ein langer Termin, wie die geplante Veranstaltung, nur eben als Videokonferenz.

Reden Sie mit uns, selbst wenn es erstmal nur ein Schreiben ist.

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken.)