Die Dokumentation zum GND-Forum Humanities@NFDI 

Wenn man fragte, mit welchem Ausdruck ließe sich die Stimmung des GND-Forum Humanities@NDFI am 23. und 24. Juni 2026 in Göttingen beschreiben, könnte “Aufeinander zugehen” treffend sein. Bei 30°C Außentemperatur und kaum weniger in den Clubräumen der Göttinger Unimensa kamen knapp 80 Gäste zusammen, die sich über unterschiedliche Werkzeuge, die die Arbeit rund um die Gemeinsame Normdatei (GND) vereinfachen, informierten, ihre unterschiedlichen Sichten auf Normdaten für ihre Erschließungsarbeit diskutierten, Kompromisse erwogen und im intensiven Austausch ein Positionspapier der Zusammenarbeit in Sachen GND erarbeiteten. 

Die Veranstalter dieses GND-Forums in alfabetischer Reihenfolge:

GND-Zentrale an der Deutschen Nationalbibliothek, NFDI4Culture, NFDI4Memory, NFDI4Objects und Text+.



Das Selbstverständnis der GND ist es, Verknüpfungen zwischen unterschiedlichen Ressourcen und Communities herzustellen. Wie kann dabei ihre Doppelrolle als Datenbank (= informationswissenschaftliche Infrastruktur) und als Organisation (= soziale und administrative Infrastruktur) beim Ausbau der Zusammenarbeit der vier geisteswissenschaftlichen Konsortien NFDI4Culture, NFDI4Memory, NFDI4Objects und Text+ helfen? Dies war eine der zentralen Fragen in Göttingen. Vor dem Hintergrund der Neuausrichtung des NFDI-Förderprogramms im Rahmen der neuen Bund-Länder-Vereinbarung (BLV) ab 2028 bekommt die Frage, wie das Synergiepotenzial rund um die GND zwischen den Konsortien auch von anderen Partnern genutzt werden kann, seine Dringlichkeit.

Anliegen des Arbeitstreffens war es, die GND aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten, wozu die Gastgeber - die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, die Deutsche Nationalbibliothek für die GND-Zentrale sowie Vertreter*innen aus den vier geistes- und kulturwissenschaftlichen NFDI-Konsortien, einen programmatischen Dreiklang vorbereitet hatten.

  • Die Rolle der GND in Tools und Services der Konsortien (Teil 1)
  • Unterschiedliche Perspektiven auf vier Entitätstypen der GND (Teil 2)
  • Zukunftspotenzial der vertieften Zusammenarbeit der Konsortien mittels der GND (Teil 3)

Das vollständige Programm mit allen Mitwirkenden finden Sie hier. Für die ausführliche Dokumentation der spannenden und konstruktiven Diskussionen und erste Ergebnisse haben wir uns als Veranstalter entschieden, zu jedem Teil eine eigenständige Publikation zu veröffentlichen, die wir hier verlinken.

Zwölf Tools und Anwendungen mit GND-Bezug im Steckbriefformat

Teil 1 des GND-Forums

In allen Konsortien wie auch in der GND-Zentrale werden Tools und Anwendungen entwickelt, die die Arbeit mit und rund um die GND erleichtern. Wir haben diese Anwendungen in kurzen Steckbriefen beschrieben. Jeder Steckbrief antwortet auf die vier Fragen:

  • Wozu ist das Tool gut?
  • Was kann man damit machen?
  • Wie kommt man Zugang?
  • Was muss man bedenken?

Ergänzt wird jeder Steckbrief durch zu weiteren Informationen, wie eine Kontaktadresse, Links und eine international gängige Kategorisierung zum Fokus der Anwendung. Wir haben uns für Cataloging, Enrichment, Retrieval und Mapping entschieden. Wir hoffen, dass künftig weitere Steckbriefe in ähnlicher Form die Sammlung ergänzen und erweitern. 

Hier der Link zur Steckbriefsammlung: https://zenodo.org/records/21475637

Hier ein Teil der Teilnehmenden des GND-Forums Humanities@NFDI in Göttingen
© SUB, 2026, CC BY



Eine Rose ist eine Rose …

Teil 2 des GND-Forums

Es ist ein zentrales Element des wissenschaftlichen Arbeitens, Begriffe zu definieren. Gerade wenn man allgemeinsprachliche Ausdrücke verwendet, kann es sonst leicht zu Missverständnissen kommen. Daher diskutierten im Entitätstypen Fishbowl die Teilnehmenden ihre Sichten auf Geografika, Sachbegriffe, Körperschaften und Werke in einem Setup aus GND-Expertinnen* und Vertreterinnen* der vier geistes- und kulturwissenschaftlichen Konsortien. Die relevantesten Beiträge und Ergebnisse haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst: https://zenodo.org/records/21474952

Eine lingua franca

Teil 3 des GND-Forums

Taugt die GND als  verbindende Infrastruktur für die vier geisteswissenschaftlichen Konsortien, wollten das Panel und das Publikum im letzten Teil des GND-Forums wissen. Sie stellten gemeinsam fünf Thesen für die Zukunft auf. Die Thesen sollen dazu beitragen, dass die GND über ihre Rolle als Datenhub und Organisationsstruktur hinaus, auch in der synergetischen Nutzung der Infrastrukturangebote der NFDI-Konsortien und der GND-Kooperative ein umfassender und integrierter Datenraum entsteht. Dieser geistes- und kulturwissenschaftliche Datenraum soll es den Nutzenden erlauben, frei von ihren Fachdisziplinen Inhalte, Forschungsdaten und Objekte zu identifizieren und zu verknüpfen, um so die eigene Forschung zum Wohle aller voranzutreiben.

Die Thesen und Empfehlungen finden sich in diesem Positionspapier: https://zenodo.org/records/21475384

Kommentierung erwünscht!

Bitte nutzen Sie diesen Link zum Positionspapier, um es zu kommentieren und bei Bedarf zu präzisieren. Nach dem 01. September 2026 werden wir dann eine redigierte Fassung publizieren und den Steuerungsgremien übergeben. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Alle drei Dokumentationsteile im Überblick