Page tree
Skip to end of metadata
Go to start of metadata

You are viewing an old version of this page. View the current version.

Compare with Current View Page History

« Previous Version 29 Next »

Etherpad: http://primarypad.com/dinikim

Arbeitstitel: Empfehlungen der DINI AG KIM für die Öffnung bibliothekarischer Daten

v.0.8

1. Einleitung

Der Umgang mit Daten gehört zum alltäglichen Geschäft von Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen. Bibliothekarische Einrichtungen agieren als Datenproduzenten, als Datenlieferanten und als Datennutzer. Um den größtmöglichen Nutzen dieser durch öffentliche Einrichtungen produzierten Daten zu gewährleisten, ist es geboten, sie offen im Internet zu publizieren.

2. Definitionen

"Bibliothekarische Daten"

In Informationseinrichtungen werden verschiedene Formen von Daten produziert, die Gegenstand einer Datenfreigabe sein können. Es ist zu betonen, dass eine Datenfreigabe nur durchgeführt werden kann unter der Voraussetzung, dass

  1. es sich bei den jeweiligen Daten nicht um personenbezogene oder anderweitig sensible Daten handelt,
  2. die jeweilige Einrichtung im Besitz der Datenbankrechte bzw. ggf. der Urheberrechte ist, um die Daten freizugeben.

Die von bibliothekarischen Einrichtungen produzierten Daten können unterschieden werden in (1) bibliographische Daten im weiteren Sinne und (2) administrative Daten.

(1) Bibliographische Daten

m Anschluss an die Prinzipien zu offenen bibliographischen Daten werden bibliographische Daten wie folgt definiert:

  • Bibliographische Kerndaten sind bibliographische Beschreibungen zum Zwecke (1) der Identifikation der beschriebenen Ressource, d.h. des Zeigens auf eine bestimmte Ressource in der Gesamtheit aller bibliographischer Ressourcen und (2) der Lokalisierung der beschriebenen Ressource, d.h. eines Hinweises, wo die beschriebene Ressource aufzufinden ist.
  • Zu den sekundären bibliographische Daten zählen insbesondere Daten, die sich in Bibliothekskatalogen befinden und über die rudimentäre Beschreibung einer bibliographischen Ressource hinausgehen, wie z.B. Nicht-Web-Identifikatoren (ISBN, LCCN, OCLC etc.), Angaben zum Urheberrechtsstatus, kontrollierte Vokabulare (Normdateien, Thesauri, Klassifikationen).

(2) Administrative Daten

Zur Verwaltung der Dienstleistungen einer Bibliothek fällt eine Menge weiterer Daten an, die - insofern es sich um nicht personenbezogene oder anderweitig sensible Daten handelt - ebenfalls freigegeben werden kann. Zu diesen Daten zählen beispielsweise: Exemplardaten, Erwerbungsdaten, anonymisierte Ausleihdaten, statistische Daten.

3. Prinzipien

Die DINI AG KIM empfiehlt bibliothekarischen Einrichtungen im deutschsprachigen Raum und der gesamten Welt die Freigabe bibliothekarischer Daten. Folgende Prinzipien sind dabei zwingend einzuhalten:

  • Offener Zugang zu den Daten, d.h. die Daten müssen offen und kostenlos als Gesamtheit im Web zugänglich sein.
  • Offene Standards, d.h. die Daten müssen in einem offen dokumentierten und nicht-proprietären Format vorliegen.
  • Offene Lizenzen, d.h. die Daten müssen (als Einzeldatum und als Sammlung) unter einer offenen Lizenz im Sinne der Open Definition publiziert werden. Dabei empfielt die DINI AG KIM die Verwendung eines Public-Domain-Waivers wie der CC0 oder der Public Domain Dedication and License (PDDL) um die bestmögliche rechtliche Interoperablität der Daten zu garantieren.

Darüber hinaus empfehlen wir die Berücksichtigung folgender Prinzipien:

  • Dokumentation: Eine strukturierte Beschreibung der Daten soll veröffentlicht werden. Bestenfalls sollen die Daten in einem zentralen Verzeichnis (wie z.B. thedatahub.org)nachgewiesen werden.
  • Rohdaten: Die Daten sollen möglichst so zugänglich gemacht werden, wie sie im Informationskreislauf der Bibliotheken anfallen. Jede weitere Filterung oder Aufbereitung wird auf diejenigen verlagert, die von den Informationen später Gebrauch machen.
  • Aktualität: Daten sollen innerhalb eines angemessenen Zeitraums nach ihrer Erstellung oder Änderung veröffentlicht werden. Was angemessen ist, kann je nach Art der Daten variieren.
  • Strukturiert: Die Daten sollen in einem strukturierten Format publiziert werden, das einfache maschinelle Verarbeitung ermöglicht.
  • Nicht-diskriminierend: Der Zugriff auf die Daten soll für alle möglich sein, einzige akzeptable Hürde ist der Zugang zum Internet. Das heißt, dass keine Registrierung erforderlich sein soll.
  • Nachhaltigkeit: Die Bereitstellung der Daten soll mit der Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzepts verbunden sein, dass eine dauerhafte Archivierung und den Zugriff auf ältere Versionen der Daten sicherstellt.

Selten wird die Einhaltung sämtlicher Prinzipien von Anfang an gewährleistet sein. Allerdings sind die ersten drei Prinzipien notwendige Bedingungen, um überhaupt von offenen bibliothekarischen Daten zu sprechen.

Es wird ausdrücklich empfohlen, zunächst auch Rohdaten zu veröffentlichen, die womöglich nicht in einem öffentlich dokumentierten Format vorliegen und/oder nicht strukturiert oder regelmäßig aktualisiert werden. Mittelfristig soll aber an der Einhaltung sämtlicher Prinzipien gearbeitet werden.

4. Relevante Materialien

  • No labels