49. Sitzung des Standardisierungsausschusses am 25. Juni 2026

Sachstandsbericht der AG Handschriften

Berichtszeitraum

Dezember 2025 - Juni 2026

Hintergrund

Die Arbeitsgruppe ist aus Vertreter_innen der Community im DACH-Bereich (Handschriftensammlungen großer Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, AG der Handschriftenzentren, Handschriftencensus, Handschriftenportal) zusammengesetzt. Berücksichtigung finden die abendländischen und die orientalischen Handschriften ohne zeitliche Begrenzung (Mittelalter/Neuzeit). Ziel ihrer Arbeit ist es, den RDA-konformen Nachweis von Handschriften als Manifestationen/Exemplare und von deren Digitalisaten in bibliothekarischen Systemen zu ermöglichen.

Aktuelle Arbeiten

Die AG hat am 1. Dezember 2025, am 23. März und am 1. Juni 2026 regulär sowie zu einer Sondersitzung mit einer Einführung in den Releaseprozess am 7. Mai 2026 getagt.

In Abstimmung mit dem Handschriftenportal wurde ein Kerndatenset definiert, nach dem eine Handschrift zum mindesten erfasst wird durch ihren Aufbewahrungsort, durch die aufbewahrende Institution, Körperschaft oder Person und einen Identifikator (in der Regel die Signatur). 

Aktuell arbeitet die AG weiter an einer spezifischen Regel für den Titel einer Manifestation (RDA-E-M003). Grundsätzliche Einigkeit wurde nunmehr innerhalb der AG darüber hergestellt, was Haupttitel und Abweichende Titel von Handschriften sind. Da die aktuellen Informationen zum Geltungsbereich für gedruckte Texte gelten, müssen für Handschriften spezifische Regeln formuliert werden. Demnach schlagen wir vor, dass Haupttitel von Handschriften verbindlich fingiert werden aus Ort, Institution und Signatur und dass abweichende Titel im wesentlichen aus sekundären Quellen (Kataloge, Literatur etc.) übernommen werden können.

Derzeit werden die spezifischen Regeln für das Fingieren des Haupttitel einer Handschrift (Ort, Institution und Signatur) konkretisiert und mit dem Geltungsbereich des Ressourcentyps Handschrift abgestimmt. In diesem Zusammenhang werden Empfehlungen zu den wichtigsten Informationsquellen zusammengestellt. 

Gleichzeitig wurden in einer Arbeitsgruppe der Handschriftenzentren in enger Abstimmung mit dem Datenmodell des Handschriftenportals die DFG-Richtlinien (in der Fassung von 1993) überarbeitet. Nach einer umfänglichen Bedarfsermittlung wurde ein erster Entwurf formuliert und an die Community zurückgemeldet. Darauf beruht nun eine Ausformulierung eines konkreten Regelwerk zunächst für mittelalterliche abendländische Handschriften, die auch in der AG Handschriften diskutiert werden müssen.

Planungen/Offene Themen

  • Weiterarbeit an der Ressourcentypbeschreibung Handschriften
  • Beteiligung von Vertreter_innen aus Archiv (Staatsarchiv, Literaturarchiv) und dem Bereich Musik
  • Formulierung spezifischer Regeln für handschriftenrelevante RDA-Elemente auf der Manifestations-/Exemplarebene
  • Sammel- und Hybridbände, d. h. Exemplare, die aus mehreren Einheiten und gegebenenfalls aus Handschriften und Drucken zusammengesetzt sind (in Abstimmung mit der AG Alte Drucke)

Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen

Aus der AG Handschriften ist Herr Hakelberg (FB Gotha) festes Mitglied und Herr Limbeck (HAB Wolfenbüttel ständiger Gast in der AG Provenienzen, in der an den spezifischen Regeln auf der Exemplarebene gearbeitet wird. Dies sind essentielle Beschreibungselemente von Handschriften.

Öffentlichkeitsarbeit

entfällt

Sonstiges

entfällt

Name/Datum

Sven Limbeck, 05.06.2026

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