Vereinfachte Bearbeitung von Tb-Sätzen und einschließlich vereinfachtes Match-and-Merge für Tb- und Tf-Sätze bis zur Einführung von RDA

 

Übersicht

Sachlage

Problemfelder

1. Parallele Entitäten:

2. Splits bei Körperschaften:

3. Internationale Körperschaften:

4. Umfeldkorrekturen:

Übersicht über die Pflichtfelder für die Formal- und Sacherschließung

Lösungen

Allgemeine Absprachen

A: Umsetzung der Übergangsregeln, Erfassungsregeln (ELF), Anwendungsbestimmungen

Spezielle Absprachen

S1: Konzentration auf die Pflichtfelder

S2: Es werden nur Datensätze aufgearbeitet, die aktuell gebraucht werden

S3: Es wird verstärkt intellektuell zusammengeführt.

Projektarbeit

Technische Unterstützung

Sachlage

Mit RDA werden sich die Regeln für Körperschaften (und teilweise auch für Kongresse) wieder etwas ändern. Es ist zurzeit nicht möglich, dies abschließend zu beschreiben.

 

Auch wenn die Übergangsregeln in Richtung RDA formuliert wurden, entsprechen sie nicht immer RDA. Der RDA-Umstieg soll in wenigen Monaten vollzogen werden. Es ist nicht nachhaltig, jetzt Korrekturen durchzuführen, die mit der RDA-Einführung ggf. revidiert werden müssen.

Bis zur RDA-Einführung soll so effizient und ressourcenschonend wie möglich gearbeitet werden.

Ziel dieser Arbeitsanleitung ist es, dafür den Rahmen zu setzen.

Problemfelder

1. Parallele Entitäten:

Das maschinelle Match-and-Merge ist für Kongresse und Körperschaften abgeschlossen. Es gibt weiterhin viele parallele Datensätze, die intellektuell zusammengeführt werden müssen. Eine maschinelle Unterstützung ist nicht zu erwarten.

 

2. Splits bei Körperschaften:

In der SWD wurde nicht gesplittet; die Verwendung in der Sacherschließung hat sich mit den Splits geändert; die Aufarbeitung der Datensätze mit vollständigen chronologischen Leitern ist sehr aufwändig.

3. Internationale Körperschaften:

Die GND-ÜR-K2 und AWB-K01-K04 sehen für internationale Körperschaften, wenn vorhanden, eine im Deutschen gebräuchliche Form vor. In der Praxis wird die Gebräuchlichkeit über den Brockhaus ermittelt. Nach RDA sind die Anweisungen etwas differenzierter: Nur für Körperschaften mit internationalem Charakter soll der gebräuchliche Namen in der Sprache der Agentur benutzt werden.

 

(GND-ÜR-K2: „ Bei Körperschaften des Altertums, internationalen Körperschaften sowie Religionsgemeinschaften und ihren Vertretungskörperschaften, Orden und diplomatischen Konferenzen, für die sich eine im Deutschen gebräuchliche Form fest eingebürgert hat, wird diese als bevorzugter Name gewählt.“)

4. Umfeldkorrekturen:

- Abhängige Datensätze wie zum Beispiel untergeordnete Körperschaften: Wenn sich der Name der übergeordneten ändert, dann müsste dies in den untergeordneten Körperschaften nachvollzogen werden.

- Relationierte Datensätze in einem Tb-Satz: Müssen diese auch alle mitaufgearbeitet werden?

- „Nester“ von Datensätzen: Ein bestimmter Typ von Datensatz entspricht nicht den Übergangsregeln (z.B. Olympic Games; nach den ÜRs „Olympische Spiele“). Soll nur der Datensatz aufgearbeitet werden, der gerade gebraucht wird, oder das ganze Themenfeld?

Übersicht über die Pflichtfelder für die Formal- und Sacherschließung

 

Formalerschließung (FE):

Pflichtfelder für Teilbestand f:

Feld 005: Satzart

Feld 008: Entitätencodierung

Feld 011: Teilbestandskennzeichen

Feld 043: Ländercode

Feld 110: Bevorzugter Name der Körperschaft

 

Sacherschließung (SE):

Pflichtfelder für Teilbestand s

Feld 005: Satzart

Feld 008: Entitätencodierung

Feld 011: Teilbestandskennzeichen

Feld 043: Ländercode

Feld 065: GND-Systematik

Feld 110: Bevorzugter Name der Körperschaft

Feld 670: Quellenangabe

Lösungen

 

Es wird ein vereinfachtes Verfahren mit allgemeinen (A) und speziellen Absprachen (S) vereinbart. Die allgemeinen Absprachen zu der Umsetzung der Übergangsregeln, der Erfassungsregeln und Anwendungsbestimmungen gelten für die folgenden Punkte S1-S3:

 

Allgemeine Absprachen

A: Umsetzung der Übergangsregeln, Erfassungsregeln (ELF), Anwendungsbestimmungen

-            Die Absprachen zur Vergabe des Ländercodes, zur Erfassung des Feldes 548, der Felder 6XX werden umgesetzt.

-            Die strukturellen Vorgaben des Erfassungsleitfadens und der Anwendungsbestimmungen werden umgesetzt.

-            Bezogen auf die Felder 110 und 410: Die Aufgabe der Ortsbindung wird konsequent umgesetzt.

-            Bei internationalen Körperschaften wird bis zur RDA-Einführung die GKD-Vorzugsbenennung weiter benutzt (allerdings wird auf die Ortsbindung verzichtet und diese ggf. korrigiert). Das gilt auch für das intellektuelle Match-and-Merge (siehe Punkt S3) und für die Neuerfassung von untergeordneten Körperschaften dieser internationalen Körperschaften.

Spezielle Absprachen

S1: Konzentration auf die Pflichtfelder

FE und SE konzentrieren sich auf die Pflichtfelder

-            Relationierte Datensätze im Datensatz müssen nicht aufgearbeitet werden (in 667 schreiben: „Die verknüpften Körperschaften entsprechen ggf. noch nicht den Übergangsregeln“).

-            SE: Die chronologische Leiter muss nicht aufgearbeitet werden.

-            SE: Die fakultativen Elemente (z.B. Verknüpfungen gemäß den Vorgaben zum mehrgliedrigen Oberbegriff) müssen nicht unbedingt erfasst werden.

S2: Es werden nur Datensätze aufgearbeitet, die aktuell gebraucht werden

-            Verzicht auf Umfeldkorrekturen (keine Datensätze aus „Nestern“ [1] aufarbeiten; nur die aktuell benötigten; zunächst auch die abhängigen Datensätzen nicht aufarbeiten; es wird an einer technischen Lösung gearbeitet, siehe ganz unten).

-            SE: Es wird bei Datensätzen, die gesplittet werden (chronologische Leiter), nur der Datensatz aufgearbeitet, der aktuell gebraucht wird, nicht die gesamte chronologische Leiter. Nur für den Datensatz, der gerade gebraucht wird, werden ggf. die Titel gemäß Katalogangabe nach Augenschein umgehängt. (Hinweis an die SE-Redaktionen per Mailbox).

S3: Es wird verstärkt intellektuell zusammengeführt.

-            Bis zur Einführung der RDA werden Datensätze, wenn Kapazitäten bestehen, verstärkt intellektuell zusammengeführt und nach den Absprachen „Umsetzung der Übergangsregeln...“ bearbeitet.

-            Die intellektuelle Zusammenführung geschieht analog zur maschinellen Zusammenführung: Folgende Elemente aus dem Verliererdatensatz, die von dem Gewinnerdatensatz abweichen, werden in den Gewinnerdatensatz übertragen: 043, 065, 4XX, 5XX, 6XX; bei abweichender Vorzugsbenennung der ehemaligen SWD wird diese in 4XX übertragen und mit $4nswd gekennzeichnet. Diese Datensätze werden im Feld 667 mit MMina ( M atch-and- M erge- i ntellektuell- n icht- a ufgearbeitet) gekennzeichnet. Der Verliererdatensatz wird wie üblich auf den Gewinnerdatensatz umgelenkt.

-            Untergeordnete und/oder relationierte Datensätze werden nicht aufgearbeitet.

-            Auch Datensätze mit Vorgänger- und Nachfolger-Beziehungen können zusammengeführt werden, wenn der Aufwand nicht zu groß ist. [2]

-            Diese Absprache gilt auch für Kongresse (Satzart Tf).

Projektarbeit

-            Für Projekte können Datensätze auf Level 3 und nach Absprache vereinfacht erfasst werden. Sie werden im Feld 667 entsprechend gekennzeichnet.

Technische Unterstützung

 

In Sommermonaten will sich IT dem Thema „Datenhygiene“ widmen. Es sollen z.B. Möglichkeiten für eine bessere technische Unterstützung bei Umfeldkorrekturen erarbeitet werden. Deshalb soll auf die intellektuelle Datenhygiene im Augenblick verzichtet werden.

 

Anforderungen zur Datenhygiene werden im Wiki https://w i ki.dnb.de/x/TBVsB gesammelt und gemeinsam erarbeitet.


[1] Im Wiki wurde eine Seite zum Melden von „Nestern“ eingerichtet: https://w i ki.dnb.de/x/UBVsB . Nach der RDA-Einführung müssen die Redaktionen einen gemeinsamen Arbeitsplan vereinbaren.

[2] Aus Datensätze der ehemaligen SWD werden, soweit möglich, Namensformen, die zu Vorgängern oder Nachfolgern gehören, den jeweiligen ehemaligen GKD-Sätzen zugeordnet. Die im Segment der Sacherschließung verknüpften Titel müssen nicht obligatorisch umgehängt werden.