Zum Ende der Metadaten springen
Zum Anfang der Metadaten

Warum wird für CHE ein neuer PI-Dienst aufgebaut?

Hintergrund: Es gibt bereits PI-Dienste, die auf URN, DOI usw. basieren und die nachgenutzt werden könnten.

Für die technische und organisatorische Umsetzung des Dienstes CHE und damit die Entscheidung über die Art des zugrundeliegenden Dienstes sind vor allem drei Kriterien maßgebend:

  1. Die mit CHE zu bezeichnenden Ressourcen mit ihren Eigenschaften und Anforderungen müssen durch die Richtlinie (Policy) des Dienstes abgedeckt sein.
  2. Für die anvisierte Zielgruppe der Kultur- oder Wissenseinrichtungen aus unterschiedlichen Sparten, die teilweise wenig technisches oder PI-bezogenes Fachwissen haben und trotzdem beispielsweise Daten an die Deutsche Digitale Bibliothek liefern möchten, muss eine enge organisatorische Anbindung gegeben sein, um eine gute fachliche Betreuung des Diensts zu ermöglichen. Das umschließt den kompletten Lebenszyklus, also vom Verfassen einer sparten- bzw. community-spezifischen Richtlinie (für Unternamensräume), bis zur fachlichen Betreuung bei Vergabe und Registrierung und dem „Kundendienst“ für Partner und Anwender.
  3. Beim Aufbau der organisatorischen und technischen Infrastruktur sollen möglichst Komponenten und Best Practices sowie fachliches und technisches Know-How nachgenutzt werden.

Da durch die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) bereits eine technische und organisatorische Infrastruktur zur Verwaltung von PI (Namensraum urn:nbn:de) betrieben wird, wird im Hinblick auf die o. g. Punkte 2 und 3 der Betrieb von CHE durch die DNB als naheliegende Möglichkeit in Betracht gezogen. Daher soll mit CHE nun ein eigenständiger Dienst entwickelt werden, der auf der technischen Infrastruktur, den erarbeiteten Best Practises und dem vorhanden Know-How von urn:nbn:de aufsetzt.

Können mit CHE auch Werke identifiziert werden?

Hintergrund: Persistente Identifikatoren für Werke im Sinne von „Functional Requirements for Bibliographic Records“ (FRBR) bzw. den Werkidentifikatoren der Gemeinsamen Normdatei (GND) sind – nicht nur im Kontext der Deutschen Digitalen Bibliothek – ein Desiderat, weil sie als Ankerpunkte eines bestandsübergreifenden semantischen Netzwerks dienen können.

Ja, grundsätzlich ist das möglich. Allerdings liegt dieser Anwendungsfall gegenwärtig nicht im Fokus von CHE. Ressourcen im Sinne von CHE entsprechen eher den logischen Bestandsobjekten bzw. -einheiten innerhalb von Kultur- oder Wissenseinrichtungen mit ihren unterschiedlichen Repräsentationen. Sie bewegen sich in diesem Sinne auf der Item-Ebene von FRBR.

Können für CHE stabile lokale Identifikatoren wiederverwendet werden?

Hintergrund: In den Erfassungs- und Bestandssystemen der einzelnen Einrichtungen existieren stabile lokale Identifikatoren, deren Nachnutzung im Kontext von CHE den Aufwand aus Anwendersicht deutlich verringern würde.

Ja, stabile lokale Identifikatoren können als Bestandteil eines CHE-PI benutzt werden. Die tatsächliche Umsetzung kann dabei unterschiedlich sein. Grundsätzlich wird dies jedoch zwischen Partner und Anwender verabredet. Die folgenden Varianten sind dabei denkbar (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  1. Ein Partner vergibt an seinen Anwender einen (Unter-) Unternamenraum innerhalb seines Unternamensraums und vereinbart mit dem Anwender, dass er darin seine stabilen lokalen Identifikatoren wiederverwenden kann. Siehe hierzu auch im Abschnitt 7 des Fachkonzepts, „Detaillierter Aufbau eines PI“, Ableitungsregel für den Namensraumbezeichner NSS, die Unternamensräume SNID und den lokalen Identifikator LID.
    Beispiel: urn:che:de:nspartner:nsanwender:lokaleid
  2. Der Partner vereinbart mit seinem Anwender eine Konvention, wie aus den stabilen lokalen Identifikatoren PI für CHE gebildet werden.
    Beispiel: urn:che:de:nspartner:xxx-lokaleid

Es ist jedoch immer notwendig, dass die Grundsätze von CHE auch auf die lokalen Identifikatoren zutreffen (hier aber auf lokaler und nicht auf globaler Ebene). Dies trifft insbesondere für die Eindeutigkeit und Persistenz zu.

  • Keine Stichwörter