Aufgrund der geopolitischen Lage wird der Ruf nach souveränen und wettbewerbsfähigen Lösungen „Made in Europe“ im Bereich der Künstlichen Intelligenz lauter. Der Vortrag beschreibt, wie ein integriertes Ökosystem aus Infrastruktur, Forschung und Industrie zur Grundlage wettbewerbsfähiger KI‑Technologien werden kann. Er zeigt, dass reine Cloud‑Souveränität nicht ausreicht, sondern offene, transparente und leistungsfähige KI‑Modelle notwendig sind, die in Europa entwickelt, trainiert und betrieben werden. Beispiele aus der Schweiz, China und Deutschland verdeutlichen, dass koordinierte Investitionen und Kooperationen entscheidend für Innovation sind. Im Zentrum steht die Bedeutung offener Foundation‑Modelle, die sowohl als Basismodelle als auch für sektor‑ und unternehmensspezifische KI‑Lösungen dienen. Die Risiken simplen Finetunings, darunter Wissensverlust und Halluzinationen, werden anhand aktueller Forschung erläutert, und stattdessen wird die Technik des fortgesetzten Pretrainings vorgeschlagen. Eine hohe Datenqualität und transparente Trainingsprozesse sind hierbei Schlüsselfaktoren. Die im Konsortium entwickelte State-of-the-Art Filtermethode JQL wird im Detail vorgestellt, und Erfahrungen aus der Praxis des Modelltrainings für zukünftige Modelle und entsprechende Trainingsdaten werden gezogen. Modelle wie Teuken 7B und GovTeuken demonstrieren, dass europäische Open‑Source‑Modelle bereits heute konkurrenzfähig und anwendungsbereit sind. Abschließend wird skizziert, wie Europa durch koordiniertes Handeln entlang der gesamten KI‑Wertschöpfungskette echte technologische Unabhängigkeit und nachhaltige Innovationskraft erreichen kann. |