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  • Frequently Asked Questions | RDA
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Was ist RDA?

Die Abkürzung RDA steht für "Resource Description and Access" und ist der Titel eines Standards für die Erschließung von Ressourcen in Bibliotheken, Archiven und Museen. RDA ist auf die digitale Welt ausgerichtet und bietet einen flexiblen Rahmen zur Beschreibung sowohl von analogen als auch digitalen Ressourcen. RDA ist ein internationaler Standard für alle Arten von Kultureinrichtungen und wird von international besetzten Gremien betreut.

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Wer ist für die Pflege und die Weiterentwicklung von RDA zuständig?

Zuständig für die Pflege und die Weiterentwicklung des Standards RDA sind zwei internationale Gremien. Dies sind auf der strategischen Ebene das RDA Board und auf der Arbeitsebene das RDA Steering Committee (RSC). Grundprinzip in beiden Gremien ist die Vertretung nach Kontinenten bzw. Regionen. So gibt es in beiden Gremien einen Europe Region Representative für Europa.

Alle Informationen zum RDA Board und zum RSC finden Sie hier: http://www.rda-rsc.org/rdaboard

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Wer ist für RDA im deutschsprachigen Raum zuständig?

In Deutschland, Österreich und in der deutschsprachigen Schweiz ist der Standardisierungsausschuss für die Pflege und Weiterentwicklung von Standards und Regelwerken zuständig. So liegt die Verantwortung für RDA ebenfalls bei ihm. Er entscheidet auf der strategischen Ebene und beauftragt seine Arbeitsgruppen (z. B. die Fachgruppe Erschließung) mit der Durchführung von Aufgaben.

Informationen zur Arbeit dieser Gremien finden Sie hier: https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/Allgemeines+und+Gremien

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Wie wurde RDA im deutschsprachigen Raum eingeführt?

Im Mai 2012 hat der Standardisierungsausschuss die Einführung des Standards Resource Description and Access (RDA) in allen in diesem Gremium vertretenen Verbünden und Institutionen beschlossen und damit verbunden auch die endgültige Ablösung der Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK), deren Entwicklung bereits seit Ende 2001 im Wesentlichen eingestellt wurde.

In einem großangelegten Projekt in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz wurde von Juli 2012 bis Dezember 2016 die Implementierung von RDA durchgeführt. Hierzu gehörte die Erarbeitung von Anwendungsrichtlinien für den deutschsprachigen Raum, die sogenannten D-A-CH, und zahlreicher weiterer Arbeitsdokumente. Zusätzlich wurde die Schulungsphase kooperativ vorbereitet, von der Erstellung eines Schulungskonzepts bis zur Ausarbeitung von Schulungsunterlagen.

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Sind alle Bibliotheken im deutschsprachigen Raum auf RDA umgestiegen?

Nein, das ist nicht der Fall. Am Umstiegsprojekt waren die Institutionen des Standardisierungsausschusses beteiligt. Dies sind die Bibliotheksverbünde, die Staatsbibliotheken und die drei Nationalbibliotheken. Der Umstieg betraf also vorwiegend die wissenschaftlichen Bibliotheken. Im Bereich der öffentlichen Bibliotheken und der Spezialbibliotheken fand der Umstieg später statt und ist z. T. noch nicht abgeschlossen.

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Wo finde ich RDA-Schulungen?

RDA-Schulungen werden von verschiedenen Institutionen angeboten. Eine Übersicht über RDA-Schulungen finden Sie hier: Schulungstermine. Darüber hinaus stehen die RDA-Schulungsunterlagen online zum Selbststudium zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass der Standard RDA sich zurzeit in einer Umstrukturierungsphase befindet (siehe auch: 3R-DACH-Projekt). Dies wird auch Veränderungen für den deutschsprachigen Raum zur Folge haben. Die Schulungsunterlagen werden bis zur Anpassung an das neue RDA Toolkit nicht mehr aktualisiert. Erste Anpassungsschulungen werden voraussichtlich ab Herbst 2019 durchgeführt. 

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Liegt der Schwerpunkt von RDA auf der Erfassung oder auf der Darstellung der Daten - oder auf beidem?

Ein zentrales Anliegen von RDA ist die klare Trennung zwischen der Erfassung der Daten einerseits und ihrer Präsentation andererseits. Der Schwerpunkt von RDA liegt dabei auf der Bereitstellung von Richtlinien und Bestimmungen zum Erfassen der Merkmale von Entitäten, die in den Grundlagenmodellen FRBR und FRAD definiert sind, und den Beziehungen zwischen diesen Entitäten. Wie diese Daten dargestellt werden, hängt vom gewählten Erfassungs- und Ausgabeformat ab und ist nicht Bestandteil von RDA. 

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Ist RDA ausschließlich für die Anwendung in Bibliotheken vorgesehen?

Nein. RDA ist grundsätzlich für alle Kultureinrichtungen geeignet. So enthält der Standard RDA bereits jetzt ein umfassendes Set von Richtlinien und Bestimmungen zur Erschließung von Ressourcen aller Arten von Inhalten und Medien. Allerdings wurde der Standard zunächst zur Anwendung in Bibliotheken und aus dem bibliothekarischen Umfeld heraus entwickelt. Mit den neuen strategischen Zielen der RDA-Gremien ist der ursprüngliche Ansatz, auch für Archivalien und Objekte geeignet zu sein, wieder verstärkt in den Fokus gerückt. Auf nationaler und internationaler Ebene sind Arbeitsgruppen entstanden, die sich mit dieser Thematik befassen und deren Mitglieder die Bereiche Archiv, Bibliothek und Museum repräsentieren.

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Werden auch Sondermaterialien mit RDA erfasst?

Bereits jetzt werden im deutschsprachigen Raum auch Sondermaterialien nach RDA erfasst. Dies geschieht zumeist in Institutionen, die für ihren allgemeinen Bestand auf RDA umgestiegen sind gleichzeitig aber auch Sondermaterialien wie Nachlässe oder Objekte erschließen. Da die Regelungen in RDA für diese Ressourcenarten nicht ausreichen, beschäftigen sich im deutschsprachigen Raum einige Sonderarbeitsgruppen mit diesem Thema. So z. B. mit der Erschließung von Alten Drucken, Bildern, Handschriften, Nachlässen in Literaturarchiven und Künstlerbüchern.

Informationen über die Arbeit dieser Sonderarbeitsgruppen finden Sie hier: https://wiki.dnb.de/x/LSNmBw

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Was ist nicht in RDA enthalten?

Ein Grundprinzip von RDA ist die absolute Trennung zwischen Regelwerk und Format. Deshalb gibt es keine Vorgaben, in welchen Formaten die nach RDA erzeugten Daten abgelegt und transportiert werden sollen.

RDA enthält zunächst zwar keine Regeln zur Bildung oder Form von Schlagwörtern, aber es wird im Hinblick auf die Beziehung zu den FRBR-Entitäten der Gruppe 1 auf sie verwiesen. Ebenfalls nicht enthalten sind auch Regeln für die Verwendung einer bestimmten Klassifikation. Auch im neuen RDA Toolkit wird es keine Bestimmungen für die inhaltliche Erschließung geben. Hierfür sollen Anwendungsprofile in den Anwendergemeinschaften entwickelt werden, die sich an RDA und seinem Grundlagenmodell IFLA LRM orientieren.

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Was sind die Grundlagen von RDA?

Dem Standard RDA liegen die konzeptionellen Modelle Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR) und Functional Requirements for Authority Data (FRAD) sowie das Statement of International Cataloguing Rules (ICP) zugrunde.

In diesen von der International Federation of Library Association and Institutions (IFLA) veröffentlichen Modellen werden spezifische Benutzeranforderungen festgelegt, die von bibliografischen Datensätzen erfüllt werden sollen: Finden, Identifizieren, Auswählen, Zugang erhalten. Zur Erfüllung dieser Anforderungen werden Entitäten und deren Merkmale sowie die Beziehungen zwischen ihnen definiert. Außerdem wird ein Set von Elementen empfohlen, die in nationalbibliografischen Datensätzen enthalten sein sollten.

RDA hat die Bezeichnungen der bibliografischen Entitäten: "Werk", "Expression", "Manifestation" und "Exemplar" und die in den FRBR definierten Merkmale als Grundlage für Datenelemente übernommen, die in bibliografischen Beschreibungen enthalten sein sollen. RDA geht auf die in den FRBR definierten Beziehungen ein und verwendet die FRBR-Benutzeranforderungen als Grundlage für die Festlegung eines Sets von Kernelementen. 

Durch FRAD wird das konzeptionelle Modell um den Bereich der Normdaten erweitert. Sie analysieren die Merkmale verschiedener Entitäten, die im Fokus von Normdaten stehen (Personen, Familien, Körperschaften, Werke, Expressionen, Manifestationen, Exemplare, Begriffe, Gegenstände, Ereignisse und Orte), die Benennungen, unter denen diese Entitäten bekannt sind, und die normierten Sucheinstiege, welche bei der Erschließung für diese erzeugt werden. Die FRAD bilden die Grundlage für die Regeln zur Normdatenkontrolle innerhalb der RDA.

Ein weiteres Modell der “FR-Familie” sind die Functional Requirements for Subject Authority Data (FRSAD). Sie beschäftigen sich mit inhaltserschließenden Normdaten.

Diese Modelle wurden in den vergangenen Jahren von einer Arbeitsgruppe innerhalb der IFLA Cataloguing Section, der FRBR Review Group, in einem konsolidierten Modell zusammengeführt.

Das daraus entstandene IFLA Library Reference Model (IFLA LRM) wurde im August 2017 als offizieller IFLA-Standard veröffentlicht. Alle aus diesem Prozess hervorgegangenen Veränderungen werden nun auch in RDA nachvollzogen werden. Siehe dazu auch 3R Projekt.

Informationen dazu finden Sie hier: FRBR Review Group auf der IFLA Website

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Gibt es in RDA Pflichtelemente und fakultative Elemente?

Jeder Abschnitt der RDA enthält eine Liste mit den Pflichtelementen des jeweiligen Abschnitts (die sog. Kernelemente), und in der allgemeinen Einführung in Kapitel 0 ist eine vollständige Liste der Kernelemente enthalten. Die Kernelemente sollen als Minimum angegeben werden, sofern sie auf eine Ressource zutreffen, vorhanden bzw. leicht zu ermitteln sind. Für den deutschen Sprachraum wurden darüber hinaus Standardelemente-Sets für bibliografische und für Normdaten erarbeitet, die im RDA-Info-Wiki zur Verfügung stehen. Sie bilden eine Basis für die Katalogisierung im deutschsprachigen Raum und garantieren einen möglichst reibungslosen Datentausch.

Zu den Standardelemente-Sets 

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Was ist das RDA Toolkit?

Der Standard RDA wird in Form eines Web-Produkts angeboten. Es bietet neben dem reinen Regelwerkstext in mittlerweile sechs Sprachen unter anderem auch eine Sicht auf RDA, die von den Datenelementen ausgeht: dem RDA-Elemente-Set. Darüber hinaus gibt es im RDA Toolkit weitere Inhalte, beispielsweise sind dort auch die Anwendungsprofile (englisch: Policy Statements) verschiedener Communities enthalten.

Zum RDA Toolkit

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Was gehört zum RDA Toolkit?

Neben dem reinen Regelwerkstext enthält das RDA Toolkit eine Reihe von Werkzeugen und Materialien.

  • Die RDA-Bestimmung zum Durchsuchen und Navigieren auf Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Norwegisch und Spanisch.
  • Zwei verschiedene Sichtweisen auf den Inhalt der RDA - über das Inhaltsverzeichnis und über das Elemente-Set mit entsprechenden Suchmöglichkeiten.
  • Die Anwendungsrichtlinien für den deutschen Sprachraum (D-A-CH), die Library of Congress Program for Cooperative Cataloguing Policy Statements (LC PCC PS) und weitere nationale oder regionale Anwendungsrichtlinien (Policy Statements).
  • Workflows, Mappings und andere Tools, um die Regelungen von RDA auf eigene Bedürfnisse anzupassen, und zur Unterstützung von Schulungen und Prozessen in Organisationen.
  • Der Volltext der AACR2 mit Links zu den entsprechenden RDA-Regelungen und die Möglichkeit einer Suche nach RDA-Regeln anhand der Regelnummerierung der AACR2.

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Wer ist für das RDA Toolkit zuständig?

Die drei Verbände American Library Association, Canadian Federation of Library Associations und das Chartered Institute of Library and Information Professionals sind verantwortlich für die Herausgabe von RDA in der englischen Originalfassung, die Übersetzungen und für das Produkt RDA Toolkit als Ganzes. Zuständig für die deutsche Übersetzung ist die Arbeitsstelle für Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek.

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Wie bekomme ich Zugang zum RDA Toolkit?

Das RDA Toolkit ist kostenpflichtig und nur mit einer gültigen Lizenz zugänglich.

Für den deutschsprachigen Raum haben die Mitglieder des Standardisierungsausschusses eine Konsortiallizenz vereinbart und einen entsprechenden Vertrag mit ALA Publishing abgeschlossen. Alle Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und alle Institutionen im Ausland, die ihren Sitz im DACH-Raum haben, können über die Konsortiallizenz einen Zugang zum RDA Toolkit erhalten.

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Was ist das 3R Project?

Die für die RDA verantwortlichen Gremien haben im Herbst 2015 beschlossen, das RDA Toolkit einer aufwendigen Restrukturierung und einem deutlichen Redesign zu unterziehen. Bestandteil dieses RDA Restructuring and Redesign Project (3R Project) ist sowohl eine technische als auch eine inhaltliche Überarbeitung hin zu einer breiteren internationalen Nutzung für alle Kultureinrichtungen und für Linked-Data-Anwendungen. Mit dem im August 2017 veröffentlichten IFLA Library Reference Modell (IFLA LRM) besteht nun die Möglichkeit, Lücken und Inkonsistenzen der Vorgängermodelle zu beseitigen und noch nicht ausreichend entwickelte Bereiche in RDA, wie z. B. Aggregate, deutlich zu verbessern. Das RSC erwartet keine grundlegenden Änderungen für die Anwendung des Standards RDA. Das neue RDA Toolkit wird im Juni 2018 in der englischen Fassung erscheinen. Die Übersetzungen werden sukzessive folgen. Bis zum Umstieg aller Übersetzungen auf die neue Version, bleibt die alte Version des Toolkit erhalten.

Durch die strukturellen und inhaltlichen Veränderungen im Standard RDA müssen allerdings nicht nur die Übersetzungen, sondern auch die Anwendungsrichtlinien, Schulungsunterlagen und alle Arbeitsdokumente der Anwendergemeinschaften überprüft und ggf. nachbearbeitet werden. Im deutschsprachigen Raum wird es hierfür ein eigenes 3R-DACH-Projekt geben.

Das RSC informiert dazu regelmäßig auf seiner Website: http://rda-rsc.org/ImplementationLRMinRDA

Informationen für den deutschsprachiger Raum finden Sie hier: 3R-DACH-Projekt  

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Was ist das 3R-DACH-Projekt?

Im deutschsprachigen Raum ist der Standardisierungsausschuss für alle Regelwerke und Standards zuständig, die in Bibliotheken angewendet werden. Dieses Gremium hat sich laufend mit den anstehenden Veränderungen in RDA beschäftigt und hat Ende 2017 die Arbeitsstelle für Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek mit der Planung eines 3R-DACH-Projekts beauftragt. Dieses Projekt wird die anfallenden Anpassungsarbeiten durchführen und koordinieren. Wie schon bei der ersten Implementierung der RDA im deutschsprachigen Raum wird das Projekt kooperativ von den Mitgliedsinstitutionen des Standardisierungsausschusses durchgeführt.

Informationen zum 3R-DACH-Projekt

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An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?

Als schnellste und aktuellste Informationsquelle rund um den Standard RDA steht Ihnen das RDA-Info-Wiki zur Verfügung. Zusätzlich informieren wir über die RDA-Info-Mailingliste und über soziale Medien.

Darüber hinaus finden Sie Informationen auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek, im „Newsletter Standardisierung und Erschließung“ sowie bei zahlreichen Fachveranstaltungen. Gerne steht Ihnen die Arbeitsstelle für Standardisierung als Ansprechpartnerin in allen Fragen, die mit RDA zusammenhängen, zur Verfügung. 

Arbeitsstelle für Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek rda-info@dnb.de

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