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  • 3R-DACH-Projekt | Frequently Asked Questions
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Stand: 28. März 2019



 

Was ist das 3R-Projekt?

Das 3R-Projekt wurde Ende des Jahres 2015 vom RDA Board und dem RDA Steering Committee (RSC) begonnen. Es ist ein groß angelegtes Restrukturierungsprojekt und beinhaltet eine Veränderung der Organisationsstruktur, der Inhalte des Standards und der technischen Umsetzung der RDA in einer modernen Webumgebung. Die Arbeiten in diesem Projekt sollen bis voraussichtlich Ende 2019 abgeschlossen sein.

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Wer ist für das 3R-Projekt verantwortlich?

Verantwortlich für das 3R-Projekt sind das RDA Board und das RDA Steering Committee (RSC). Beide Gremien haben Vertretungen für jeden Kontinent. So ist die Europe Region Representative im RSC und die National Institution Representative im RDA Board für Europa zuständig. Beide werden zurzeit von der Deutschen Nationalbibliothek gestellt.   

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Was ist das 3R-DACH-Projekt?

Das 3R-DACH-Projekt ist das 3R-Projekt für den deutschsprachigen Raum. Im Rahmen dieses Projekts werden die Anpassungsarbeiten für das neue RDA Toolkit in der deutschsprachigen Ausgabe durchgeführt und die Übersetzung überarbeitet und angepasst. Die Arbeitsstelle für Standardisierung führt diese Arbeiten in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen des Standardisierungsausschusses durch. Das Projekt hat im Jahr 2018 begonnen und wird voraussichtlich bis Ende 2020 dauern.

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Wann erscheint das neue RDA Toolkit?

Das neue RDA Toolkit ist Mitte Juni 2018 in einer Beta-Version erschienen. Das Release der endgültigen Ausgabe soll Ende April 2019 in der englischsprachigen Version erfolgen.

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Was ist die Beta-Version des RDA-Toolkit?

Die Beta-Version des RDA Toolkit erschien erstmals Mitte Juni 2018. Sie ist ein Entwurf der endgültigen Version und wurde bewusst im laufenden Restrukturierungsprozess veröffentlicht, um den Anwendergemeinschaften die Möglichkeit zu geben, sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen und Rückmeldungen zu geben.

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Wie unterscheidet sich das neue vom alten Toolkit?

Das aktuelle RDA Toolkit ist eine überwiegend statische Anwendung. Mit einer hierarchischen Nummerierung und einem Inhaltsverzeichnis ähnelt es mehr einem Buch. Das neue RDA Toolkit ist eine moderne Webanwendung mit deutlich mehr Funktionalitäten. Aber nicht nur die Form, auch die Inhalte wurden überarbeitet. Als wichtigstes Element ist hierbei die Anpassung an das Grundlagenmodell IFLA Library Reference Model (IFLA LRM) zu nennen.

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Was bedeutet das 3R-Projekt für die Praxis?

In der praktischen Erschließungsarbeit ändert sich zunächst nichts. Die Erschließung aller Medien wird weiter auf der Basis des aktuellen Toolkit durchgeführt. Nach Beendigung der Anpassungsarbeiten in den Expertengruppen werden Anpassungsschulungen durchgeführt. Erst danach wird die Erschließungsarbeit auf das neue RDA Toolkit umgestellt.

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Welche Anpassungsarbeiten müssen durchgeführt werden?

In allen Anwendergemeinschaften müssen Anpassungsarbeiten durchgeführt werden. Dies gilt auch für die anglo-amerikanische Community. Im deutschsprachigen Raum müssen die Übersetzung, die Anwendungsrichtlinien und die Schulungsunterlagen angepasst werden.

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Wer ist für die Anpassungsarbeiten im deutschsprachigen Raum zuständig?

Der Standardisierungsausschuss hat das 3R-DACH-Projekt beschlossen und die Arbeitsstelle für Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek mit der Durchführung beauftragt. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Fach- und Expertengruppen aus Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz werden hier die Anpassungsarbeiten durchgeführt, um das neue RDA Toolkit im DACH-Raum einsetzbar zu machen. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Übersetzung ins Deutsche und die Anpassungen für die DACH-Anwendungsrichtlinien (DACH-AWR).

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Wird es Schulungen für das neue RDA Toolkit geben?

Nachdem die Anpassungsarbeiten in den Anwendergemeinschaften abgeschlossen sind, werden Schulungen durchgeführt. Dies wird nicht vor 2020 der Fall sein. Erst wenn alle Erschließenden geschult sind, wird die praktische Arbeit auf das neue RDA Toolkit umgestellt. Erste Schulungen z. B. Einführungen in das IFLA Library Reference Model (IFLA LRM) finden bereits 2019 statt. Die American Library Association (ALA) bietet auf der RDA Toolkit Website bereits jetzt Einführungen in englischer Sprache an..

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Was sind RDA-Anwendungsprofile? 

Bereits bei der ersten Implementierung der RDA haben die einzelnen Anwendergemeinschaften Bestimmungen ausgearbeitet, die ergänzend zum RDA Toolkit für die praktische Erschließung gedacht waren. Dies können Ergänzungen zum Regelwerkstext selbst sein, Bestimmungen zur Verwendung von Optionen oder Regelungen für Sachverhalte, die im RDA Toolkit nicht geregelt sind. Alle diese zusätzlichen Regelungen sind, sofern sie von einer offiziellen Anwendergemeinschaft erarbeitet sind, direkt aus dem RDA Toolkit heraus zugänglich. Für den deutschsprachigen Raum sind sie unter dem Label DACH verfügbar.

Das neue RDA Toolkit hat einen wesentlich freieren Ansatz als der alte Text. Viele Aussagen werden optional gemacht und obliegen der Entscheidung der einzelnen Katalogisiererin, des einzelnen Katalogisierers oder der jeweiligen Anwendergemeinschaft. Um nun aber einen effizienten Datentausch gewährleisten zu können, müssen sich die Communitys, die Daten austauschen möchten, absprechen. Dies geschieht mittels sogenannter Anwendungsprofile (Application Profile). Ein Application Profile enthält in der Regel die Elemente, die für einen Mindeststandard nach RDA verwendet werden sollen. Wie genau diese Elemente zu beschreiben sind, regeln dann die Anwendungsrichtlinien.

Im deutschsprachigen Raum ist dies bereits Normalität. Die praktische Erschließung erfolgt auf Basis des Standardelemente-Sets (für bibliografische Daten und Normdaten). Auch auf der internationalen Ebene hat man die Notwendigkeit für Application Profiles erkannt und die RDA Gremien haben diese Aufgabe übernommen. Aktuell wird in der European RDA Interest Group (EURIG) ein Entwurf für ein allgemeines Application Profile ausgearbeitet und dem RSC in Kürze vorgelegt..

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Hat das 3R-Projekt Auswirkungen auf die GND?

Basis für das Erfassen von Normdatensätzen in der Gemeinsamen Normdatei (GND) ist der Standard RDA. Insofern hat das 3R-Projekt auch Auswirkungen in diesem Bereich. Alle Regelungen für Normdaten in RDA selbst als auch die DACH-AWR für Normdaten werden im Laufe der Anpassungsarbeiten überprüft und ggf. überarbeitet.

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Wird es die DACH-AWR weiterhin geben?

Die DACH-AWR wird es weiter geben. Sie werden im Zuge der Anpassungsarbeiten in die neue Umgebung des RDA Toolkit eingebracht. Im Rahmen dieser Arbeiten werden die DACH-AWR gesichtet und ggf. überarbeitet.

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Gibt es weiter Beispiele in RDA?

Beispiele werden auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil des Standards RDA sein. Die neuen technischen Möglichkeiten des RDA Toolkit bieten hier einen deutlich komfortableren Präsentationsmodus als bislang. Um diese umsetzen zu können, wurden die bestehenden Beispiele aus dem alten Toolkit extrahiert und in eigene Dateien eingebracht. In Zukunft wird es möglich sein, sich Beispiele in einer Auswahl anzeigen zu lassen. So kann man sich Beispiele zu einer bestimmten Erschließungsmethode (z. B. strukturierte Beschreibung) oder auch zu einem Thema (z. B. Musik) anzeigen lassen. Dieses neue Verfahren wird mit der Erstveröffentlichung des neuen RDA Toolkit zur Verfügung stehen. Allerdings sind dies nur die bisherigen Beispiele aus dem alten Toolkit. Die nächste Aufgabe ist es, diese Beispielsammlung deutlich zu erweitern und vor allem internationaler zu machen. Die Anwendergemeinschaften sind aufgerufen, hierbei mitzuarbeiten. 

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Wird es wieder einen offiziellen RDA-Review-Prozess geben?

Der offizielle RDA-Review-Prozess wurde im Rahmen des 3R-Projekts ausgesetzt. Änderungen am Standard selbst konnten somit in den letzten Jahren nicht mehr vorgenommen werden. Nach dem 3R-Projekt wird es einen neuen Review-Prozess geben. Dieser soll flexibler sein und Veränderungen in kürzeren Intervallen ermöglichen. Einzelheiten hierzu stehen noch nicht fest.

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Wird RDA in Zukunft internationaler sein?

 Es ist ein wichtiges Ziel der für die RDA verantwortlichen Gremien, RDA als einen internationalen Standard für die Erschießung weiterzuentwickeln. Mit Nachdruck wurde daher im 3R-Projekt an der Umsetzung dieses Ziels gearbeitet. Die Texte der RDA wurden neutraler gestaltet. Es wurde versucht, anglo-amerikanische Traditionen nicht länger zu manifestieren und die Übersetzungen gelten als gleichwertige Sprachausgaben. Auch die Organisationsstruktur der RDA Gremien wurde neu gestaltet. Jeder Kontinent wird mit einer Vertretung repräsentiert und soll versuchen, die Interessen dieser Anwendergemeinschaften einzubringen und umzusetzen. Dieser Prozess konnte im Rahmen des 3R-Projekts noch nicht in Gänze durchgeführt werden und wird ein Schwerpunkt der Weiterarbeit sein.

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Ist RDA nur für Bibliotheken geeignet?

Der Standard RDA hat den Anspruch, für Kultureinrichtungen aller Art, wie Bibliotheken, Archive und Museen, geeignet zu sein. Durch das 3R-Projekt wurde konsequent versucht, diesen Ansatz zu stärken und umsetzbar zu machen. So wurden z. B. viele Regelungen nur noch optional formuliert, um verschiedene Anwenderkreise und ihre Bedürfnisse und Anforderungen einzubeziehen. Zusätzlich wurden alle Regelungen, die sich auf Spezialmaterialien beziehen, z. B. juristische Werke, ausgegliedert und in spezielle Application Profiles eingebracht.

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Könnnen Spezialmaterialien auch mit RDA erschlossen werden?

 Grundsätzlich können Spezialmaterialien wie alte Drucke oder Bilder auch mit RDA erschlossen werden. In der Regel werden die Angaben jedoch nicht ausreichend sein. Es ist geplant, Application Profiles für Spezialmaterialien möglichst international auszuarbeiten. Im deutschsprachigen Raum gibt es solche Anwendungsprofile nach RDA bereits bzw. sind sie im Entstehen. Die Sonderarbeitsgruppen des Standardisierungsausschusses erarbeiten seit mehreren Jahren RDA-Anwendungsprofile für Bilder, Handschriften, Alte Drucke und Künstlerbücher. Ein erstes Arbeitsergebnis in diesem Zusammenhang sind die Regeln für die Erschließung mit Normdaten in Archiven und Bibliotheken (RNAB). Sie erscheinen im Frühjahr 2019 und werden, wie auch ihr Vorgängerregelwerk RNA, in Literaturarchiven im deutschsprachigen Raum eingesetzt.

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