Das Zitat stammt aus einem Brief, den Johann Wolfgang von Goethe im April 1819 an den Weimarer Kanzler Friedrich von Müller schrieb und lautet eigentlich „Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht“. So geht es uns allen. Jeder und jede Mitarbeitende im Sammlungsmanagement und in der Museumsdokumentation weiß von der Notwendigkeit, für das Haus und die Sammlung passende Strukturen und Standards zu schaffen und für die Beschreibung der Sammlung geeignete Vokabulare zur Identifikation von Objekten, Personen, Orten und Schlagworten einzusetzen. Somit haben sie alle Erfahrungen mit der Gemeinsamen Normdatei (GND), der Objektbezeichnungsdatei (OBG) und weiteren Fach- und kontrollierten Vokabularen gesammelt. Im Verbund mit der digitalen Öffnung der Sammlungen tauchen weitere Fragen nach URIs und persistenten Identifikatoren (PID) auf ... Was davon braucht ein Museum wirklich? Was kann es leisten? Wo gibt es Unterstützung? Viele dieser Fragen begleiten die GND IG Museen und Sammlungen schon seit dem ersten Forum 2023. Es ist ein grundlegendes Informationsproblem, das sich nur beharrlich und immer wieder neu adressieren lässt.
Das diesjährige und dritte GND-Forum Museen und Sammlungen fand im Rahmen des Herbsttreffens der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes am 5. Oktober 2026 statt. Die Teilnahme war vor Ort in Berlin und online möglich. Über den Tag folgten circa 100 Teilnehmerinnen den Forumsbeiträgen. Die oben skizzierten “Fragen” standen im Mittelpunkt des Forums. Mitglieder der IG MuS hatten sich der Thematik im Vorfeld angenommen und waren schließlich zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen zentralen Ort bräuchte, an dem man Antworten auf seine Fragen bekommt. An dem man lernt zu sehen, lernt zu verstehen, damit das Anwenden dann umso leichter fällt. Da wir aus Ressourcengründen keine eigene Norm-Akademie aufbauen können, entstand die Idee, gemeinschaftlich ein Kompendium zu erstellen, indem alle passenden und hilfreichen Informations- und Lehrmaterialien zusammengetragen werden. Dieses Kompendium sammelt entsprechende Beiträge ohne festgelegten Endpunkt. Auf dem Forum wurde die Idee für ein solches Kompendium vorgestellt und diskutiert. Details der Präsentation kann man den folgenden Folien entnehmen.
Die Daten zu den Materialien sollen über ein Online Formular erhoben werden, in das alle ab sofort alle beitragen können. Das Datenmodell für die Metadaten des Inhalte im Kompendium wurde in der Diskussion noch etwas verfeinert, aber im Wesentlichen für zielführend befunden. Ziel ist es, bis Dezember mindestens fünfzehn Einträge zu verzeichnen, damit man es als Beitrag zur kommenden Jahrestagung des DMB einreichen kann. Bis Mai 2027 sollte das Kompendium dann allerdings schon umfassender sein. Hier bauen wir auf unsere Leserinnen und Leser. Wichtigste Kriterien für die Aufnahme von Ressourcen in das Kompendium allgemeiner Art sind neben der inhaltlichen Nähe zur digitalen Erschließung mit kontrollierten Vokabularen, Normdaten und anderen PID-Systemen die drei folgenden:
Als Publikationsort bietet sich das Wiki der IG MuS an, aber natürlich können andere, wie zum Beispiel die Landesverbände und Hochschulen, das Kompendium kopieren oder darauf verweisen und so zu dessen Verbreitung beitragen.
Nicht fehlen darf in einem GND-Forum der Bericht zu den Neuerungen im GND Netzwerk. Auch diesen Vortrag teilen wir hier mit Ihnen.
Die wichtigsten Neuerungen im vergangenen Jahr betreffen die Fortschritte im Ausbau der integrativen Infrastruktur bei der GND-Nutzung und im Bereich der GND-Mitgestaltung. Die GND-Kooperative kann inzwischen ein umfassendes Portfolio für den gesamten Zyklus des sogenannten Community Organizings anbieten. Die Bedarfe der meisten Communities sind, eigentlich unabhängig von ihrem jeweiligen Anliegen, ähnlich. Sie brauchen Angebote auf folgende Fragen:
Hier haben wir in den letzten Jahren erheblich zugelegt und dieses Angebot wird auch von ganz unterschiedlichen Gruppen, Einrichtungen und Sparten wahrgenommen. Das zeigt die nachstehende Grafik aus der obigen Präsentation.

Doch es ist eine Binsenwahrheit der Kommunikationsarbeit, dass man als Sender auch eine Verantwortung gegenüber den Empfängern hat. Anders ausgedrückt, mit dem Kompendium wollen wir dafür Sorge tragen, dass wir noch umfassender und zielgerichtet dort über die Themen GND, Normdaten, Thesauri und PID-Systeme informieren, wo diese Information auch ankommt. Dazu soll einerseits das Angebot kuratiert und gebündelt werden und andererseits bauen wir auf Ihre Unterstützung für die Verbreitung dieses Angebotes mit Sorge zu tragen. Sie alle sind herzlich eingeladen, sich mit Ihren Beiträgen an der Vielfalt und der Verbreitung des Kompendiums zu beteiligen. Wir werden Sie auch über den GND Blog auf dem Laufenden halten.